Einheit in der Vielfalt

Manifest zur Deutschen Welle

Die Deutsche Welle, der Auslandsrundfunk der Bundesrepublik Deutschland, ist in die Krise geraten. Seit dem Regierungswechsel 1998 ist der Sender dem neu installierten Bundesbeauftragten für Kultur und Medien zugeordnet. Der damalige Amtsinhaber, Michael Naumann, hat die Anstalt einem drastischen Spardiktat unterworfen und so an den Rand ihrer Funktionsfähigkeit gebracht.
Damit ist eine Institution ins Schlingern geraten, die schon heute ein Bild multikultureller Zusammenarbeit repräsentiert und die Millionen von Hörer weltweit mit Informationen in 30 Sprachen versorgt.

Das kaum noch überschaubare Weltmedienangebot täuscht darüber hinweg, dass Presse- und Informationsfreiheit nur für ein Drittel der Weltbevölkerung gelten. Auch die wachsende Kommerzialisierung macht eine sachliche, informationsorientierte Berichterstattung heute notwendiger denn je. Internationaler Rundfunk ist längst nicht mehr ein Privileg einiger weniger Länder. Auch sogenannte Entwicklungs- und Schwellenländer bauen ihre Auslandssender auf und aus, um ihre teils demokratiefeindlich und fundamentalistisch geprägten Programme weltweit zu verbreiten.

Während andere Sender, wie die BBC, vor diesem Hintergrund neue Mittel zugewiesen bekamen, lähmt ein eskalierender Konflikt zwischen Mittelgeber und Empfänger die Funktionsfähigkeit des deutschen Auslandsrundfunks.

Jetzt rächt sich, dass die DW, wie andere öffentlich-rechtliche Anstalten auch, von den politischen Parteien über Jahrzehnte in erster Linie unter personaltaktischen Gesichtspunkten wahrgenommen wurde. Vor dem Hintergrund ausreichender Mittel und einer politischen Achse zwischen Intendanz und Regierung gleich welcher Couleur fiel dieser Aspekt vorher kaum ins Gewicht.

Vor dem Hintergrund des Mangels und der veränderten politischen Machtkonstellation in Berlin entpuppt er sich als schwerwiegende Belastung für die DW.

Aufbruch

Dabei besaß der Sender zahlreiche gute Möglichkeiten, sich zu einer stabilen Institution zu entwickeln und damit aus dem Nischendasein innerhalb der bundesdeutschen Medienlandschaft heraustreten zu können. So boten die innen- und weltpolitische Situation in der Wende- und Nachwendezeit und die technische Revolution durch die Digitaltechnik die zentralen Ansatzpunkte die DW von Grund auf zu reformieren.

Diese Konstellation traf auf die dynamische Gestalt eines neuen Intendanten, der eine öffentliche rechtliche Rundfunkstation übernahm, selbst jedoch eine unverhohlene Vorliebe für private elektronische Medien zur Schau stellte. Die Wendigkeit eines Politikers, gepaart mit Ideen und Vorstellungen über die wahrscheinliche und mögliche Entwicklung der elektronischen Medien rüttelte die DW aus ihrem langen Dornröschenschlaf wach.

Es kam so etwas wie Aufbruchsstimmung auf. Die Ideen lagen schon bald auf dem Tisch, und schnell wurde deutlich, wie viel Kreativität und Kompetenz in der DW schlummerten. Es bedurfte nur eines Anstoßes, diesen Schatz zu heben und in Motivation zu verwandeln.

Digitalisierung von Hörfunk und Fernsehen; ein eigenständiges Internetangebot; die Einrichtung von DW UKW Frequenzen in internationalen Großstädten, das sogenannte Metropolenradio; TV-Fensterprogramme in großen Sprachen wie Chinesisch, Arabisch, Hindi und Kisuaheli waren die interessantesten Ansätze, an deren Formulierung DW-Mitarbeiter beteiligt waren, die die Komplexität des internationalen Systems verstanden und dieses Verständnis für die Zukunft der DW nutzbringend anwenden wollten. Die DW war im Begriff, sich zu einer avantgardistischen Institution zu verwandeln, zu der die großen Auslandssender neidisch aufschauten und in der die Einheit in der Vielfalt inhaltlich, technisch und institutionell umgesetzt worden wäre.

Verpasste Chancen

Die guten Ansätze verliefen teilweise im Sande, zerplatzten wie Seifenblasen oder blieben Stückwerk. Die Digitalisierung des Hörfunks wurde amateurhaft in Angriff genommen. Technische Pannen und Unzulänglichkeiten behinderten einen sinnvollen und schnellen Aufbau für das gesamte Haus.

Der frühzeitige Online Ansatz in der DW erzeugte bei den anderen Auslandssendern viele Schweißperlen und innerhalb der ARD-Anstalten Bewunderung und Neid. Doch auch hier blieb der Anzugsvorteil der DW auf halber Strecke stehen, denn es bestand keine inhaltliche und administrative Verbindung zwischen der Online Abteilung und den Redaktionen. Die Online Abteilung blieb ein Fremdkörper im eigenen Haus. Zwar soll diese Fehlentwicklung korrigiert werden, doch hat die nationale und internationale Konkurrenz die DW schnell ein- und mittlerweile weit überholt.

Die DW war internationaler Vorreiter für das Projekt Metropolenradio. Die finanziellen Mittel Mitte der 90er Jahre waren vorhanden, der Einstieg in Uganda als Pilotprojekt war gut vorbereitet. Das war es auch schon! Das Projekt verschwand im Bermuda-Dreieck der DW. Nutznießer waren BBC und RFI, die dieses Projekt massiv vorantrieben. Heute steht die BBC mit weltweit mehr als 100 FM-Frequenzen einsam an der Spitze, gefolgt von RFI, das seinen Schwerpunkt auf Afrika gelegt hat. Der Faktor Zufall rettete die Digitalisierung der Kurz- und Mittelwelle, so dass die DW zumindest auf diesem langfristig interessanten Feld mitspielen kann.

Ähnlich verhielt es sich mit TV-Fensterprogrammen in großen Regionalsprachen. Es blieb bei einem zaghaften Versuch mit Hindi, und in den Redaktionen der internationalen Konkurrenz machte sich sichtlich Erleichterung breit, als das Projekt gestorben war.

Fragmentierung als Organisationsmodell

Parallel zu den Reformansätzen, die zumeist versandeten, begann die Leitung, die DW systematisch in mehrere Einzelteile zu zerlegen. Unter dem Zeitgeist-Terminus Dezentralisierung fand eine Entkoppelung der Fremdsprachen vom Deutschen Programm statt, institutionalisiert durch die Einführung zweier Chefredakteure, was für beide Programmbereiche weitreichende Folgen hatte. Mit der Einführung von DW TV wurden de facto zwei unabhängig voneinander operierende Sendeanstalten installiert. Diese strukturelle Trennung setzte sich auch in anderen Bereichen fort. Online, Vertrieb, Medienforschung und das DW-Fortbildungszentrum zielen in diese Richtung, d.h. es bestehen mindestens sieben mehr oder minder eigenständige Einheiten mit steigender Tendenz. Der Entkoppelungsprozess ermöglichte den jeweiligen Abteilungen und Redaktionen, ein Eigenleben zu entwickeln, das letztlich auf Autonomie und jeweils selbstdefinierte Identität hinausläuft. Die Entwicklung einer gemeinsamen Programmphilosophie, die den spezifischen Anforderungen eines Auslandssenders entspricht, blieb dabei auf der Strecke.

Die Zerschlagung der Nachrichten-Redaktion war der Sündenfall in der jüngeren DW-Geschichte. Authentizität und Glaubwürdigkeit in Hörfunk und Fernsehen basieren bekanntlich auf Nachrichten. Die Nachrichten im Deutschen Programm sind allenfalls noch Rumpfnachrichten. Und ein Programm, das den deutschen Tellerrand als Maß aller Dinge hochstilisiert, stellt der DW im internationalen Mediengeschäft ein Armutszeugnis aus.

Gesetzliche Vorgaben

Dieses insgesamt ernüchternde Bild der DW als schwache Institution wird durch das derzeit gültige DW-Gesetz abgerundet, das während der Amtszeit des jetzigen Intendanten von der Regierung Kohl novelliert worden war. Vor dem Hintergrund ausreichender Mittel und einer günstigen politischen Konstellation hat dieses Gesetz die Handlungsmacht der Leitung gestärkt. Doch zeichnen sich starke Institutionen gerade dadurch aus, dass auch bei völlig veränderten Konstellationen die volle Handlungsfähigkeit erhalten bleibt. Das oberste Ziel hätte sein müssen, die günstigen politischen Bedingungen zu nutzen und mit Hilfe der Kompetenz im Hause und des Gesetzes eine starke und unabhängige Institution zu schaffen, die den künftigen Herausforderungen im internationalen Mediengeschäft selbstbewusst begegnen könnte. Statt dessen reagiert die DW defensiv. Das System ist angeschlagen, droht in der Auseinandersetzung zwischen Bundesregierung und Geschäftsleitung aufgerieben zu werden.

  • Die aus Berlin verordneten Sparmaßnahmen haben große Lücken in die Belegschaft gerissen, die mittlerweile beginnen auf das Programm durchzuschlagen
  • Die Verringerung der Honorarmittel schwächt das inhaltliche Profil vieler Programme
  • Die technische Qualität leidet unter der hektisch vorangetriebenen Digitalisierung der Produktion und dem damit einhergehenden Abbau von Fachkräften
  • Die Verunsicherung durch Schließung von Redaktionen und betriebsbedingte Kündigungen zerstören Kreativität und Motivation der Belegschaft.

Viele Worte – wenig Taten

Über Konzepte für den deutschen Auslandsrundfunk wird innerhalb und außerhalb der DW zwar viel geredet, dennoch fehlt es an einer gemeinsamen Grundlage zwischen Mittelgebern und DW-Leitung in grundsätzlichen Fragen:

  • Welche Zielgruppen bedient die DW
  • Welche Inhalte sollen transportiert werden
  • Wer sind die Hauptkonkurrenten im Mediengeschäft ?

Bis heute arbeitet die DW auf der Basis eines Programmauftrags, der noch aus der Zeit der bipolaren Weltordnung stammt. Ein Bild Deutschlands sollen die Redaktionen vermitteln, den deutschen Standpunkt der Welt nahe bringen. Eine längst überfällige Neuorientierung angesichts eines weltweit explosiv expandierenden Medienangebots und der fortschreitenden Integration Deutschlands in ein vereintes Europa hat bis heute nicht stattgefunden. Noch immer wird die DW in erster Linie an ihren westlich orientierten Konkurrenten BBC, VOA und RFI gemessen – eine verengte und letztlich fatale Sichtweise, die sich ein global operierendes Medienunternehmen nicht mehr leisten kann. Seit einigen Jahren drängen Mitbewerber aus mehr als 80 Ländern auf Kurzwellen- und Satellitenfrequenzen. Gerade in den Vernakulärsprachen bietet sich den Hörern ein kaum noch überschaubares Angebot. Der „deutsche Standpunkt“ – im gegenwärtigen Programmauftrag festgeschrieben – allein ist kaum attraktiv genug, um im Wettbewerb gegen die weltweite Konkurrenz bestehen zu können. Ein intelligenter Mix aus Informationen aus dem jeweiligen Sendegebiet, zur Weltpolitik wäre eine sinnvolle Ergänzung zum „deutschen und europäischen Standpunkt“.

Die Vorgabe seitens der Bundesregierung, die DW solle sich im deutschsprachigen Hörfunk und Fernsehen weitgehend auf Produktionen von ARD und ZDF stützen, schreibt implizit diese veraltete Programmphilosophie fort. ARD und ZDF operieren in einem völlig anderen Umfeld; sie können von einer grundsätzlich anderen Interessen- und Kenntnislage ihrer Hörer und Zuschauer ausgehen.

Diese Ausrichtung ignoriert zudem die Stärken der DW, in der Journalisten aus allen Sendegebieten zusammenarbeiten und ihre spezifischen regionalen Sachkenntnisse einbringen. Nicht von ungefähr sind, wann immer auf dem Globus Krisen und Konflikte ausbrechen, DW-Journalisten gefragte Analytiker in der gesamten deutschen Medienlandschaft.

In der ARD wird in den letzten Jahren die Regionalisierung verstärkt vorangetrieben, um spezifischen Hörerinteressen besser gerecht zu werden. Dieses Konzept empfiehlt sich im Prinzip auch für die DW, nur stehen hier andere Regionen im Vordergrund. Um die deutschen Hörer rund um den Globus entsprechend ihrer jeweiligen regionalen Interessenlage mit Hintergrundinformationen versorgen zu können, bedarf es einer inhaltlichen Vernetzung zwischen Fremdsprachenprogrammen, dem Deutschen Programm und dem Online-Angebot.

Die in letzter Zeit vorangetriebene Fokussierung auf ein „Konflikt- und Krisenradio“ ist zwar prinzipiell sinnvoll, bedarf jedoch der Präzisierung. Der gegenwärtig verwendete Krisenbegriff ist kurzatmig und beschränkt die DW mehr oder weniger auf die Rolle des Frontberichterstatters. Konfliktradio aber auch Kompensationsradio kann nur erfolgreich sein, wenn es unabhängig von der jeweiligen politischen Interessenlage stattfindet. Wäre es dem Auswärtigen Amt nachgeordnet, wären Pressionsversuche sicher zu erwarten (Beispiel China).

Maßnahmenkatalog für die Zukunft

Eine grundlegende Reform der DW an Haupt und Gliedern ist angesichts der großen Herausforderungen unabdingbar. Eine Reform kann aber nur mit und nicht gegen die Mitarbeiter durchgeführt werden, um bei anhaltender Finanzknappheit einen neuen Motivationsschub zu erzeugen, der die im Haus reichlich vorhandene Kompetenz wieder zum Leben erweckt.

In diesem Zusammenhang sei noch einmal betont, dass kein anderer deutscher Sender ein vergleichbares Personalpotential mit internationaler und Nord-Süd-Kompetenz zu bieten hat.

Unabdingbar ist dafür auch der politische Wille eines souveränen Deutschlands im globalisierten und komplizierten Weltmedienmarkt und im Nord-Süd-Dialog mit einer überzeugenden Stimme vertreten zu sein. Weder sind die Medien freier und demokratischer noch ist der Frieden in der Welt im letzten Jahrzehnt sicherer geworden. Vielmehr sind die politisch-ideologischen Auseinandersetzungen der Vergangenheit teilweise religiösen, ethnischen und militärstrategisch durchdrungenen Auseinandersetzungen auf den unterschiedlichsten Ebenen gewichen. Die Deutsche Welle muss sich in diesem vielstimmigen Konzert zu einem Synonym für Freiheit und Demokratie entwickeln.

Reformen im Innern

Im Frühjahr 2001 finden Intendantenwahlen statt. Angesichts anhaltend knapper Ressourcen und der für den Fortbestand der DW fatalen Auseinandersetzung zwischen Geschäftsleitung und Rechtsaufsicht auf dem Rücken der Mitarbeiter ist es zwingend, dass der künftige Intendant den Frieden im Äußeren wie im Inneren wieder herstellt. Seine vordringlichste Aufgabe muss darin bestehen, die zersplitterte Struktur der DW zu überwinden, um durch ein vernetztes System die vorhandene Kompetenz auf breiter Ebene zu nutzen, kostspielige Doppelarbeit zu vermeiden und auf allen Verbreitungskanälen ein klares und unverwechselbares DW-Profil zu bieten. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, ob der bisherige Programmauftrag, ein Bild Deutschlands in der Welt zu vermitteln noch zeitgemäß ist angesichts zügig voranschreitender Globalisierung bei gleichzeitiger Renaissance des Lokalen. Eine etwa gleichgewichtige Berücksichtigung weltpolitischer, deutscher/europäischer und zielgebietsorientierter Berichterstattung entspräche sowohl der Kompetenz der DW wie auch der Interessenlage der Hörer. Zur Erhöhung der Akzeptanz des Bundesrundfunks wäre es wünschenswert, das vielfältige Programmangebot auch einem Hörerkreis im Inland zugänglich zu machen.

Verbandsvorstand der IG MEDIEN in der Deutschen Welle

nach oben

weiterlesen

Wer fördert die Medien bei Innovationen?

Mit dem Ende Oktober vom Bundeswirtschaftsministerium beschlossenen Hilfspaket von 220 Millionen Euro steigt Deutschland erstmals in die direkte Presseförderung ein. Formuliertes Ziel ist „die erforderliche digitale Transformation des Verlagswesens“. Zugleich heißt es: „Die geplante Innovationsförderung muss sicherstellen, dass die Unabhängigkeit der Redaktionen gänzlich unberührt bleibt.“
mehr »

Eine Freienvertretung für Deutschlandradio

Deutschlandradio (DLR) hat von nun an ein Freienstatut. Damit ist der Weg frei für die Wahl einer Freienvertretung. Jahrelanges Ringen um mehr Mitbestimmung für Freie, die einen großen Teil der drei Hörfunkprogramme Deutschlandfunk (Köln), Deutschlandfunk Kultur (Berlin) und Deutschlandfunk Nova (Köln/Berlin) produzieren, geht zu Ende. Ein Erfolg? Durchaus, obwohl längst nicht alles erreicht worden ist. M spricht mit Manfred Kloiber, Vorsitzender des ver.di-Senderverbandes Deutschlandradio Köln und selbst freier Mitarbeiter über die Ecken und Kanten des neuen Regelwerkes.
mehr »

CDU boykottiert Rundfunkbeitrag

Die CDU-Abgeordneten von Sachsen-Anhalt wollen gegen eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags stimmen, kündigte Fraktionschef Siegfried Borgwardt am Mittwoch in Magdeburg an. Diese Entscheidung sei ein fatales Signal für die öffentlich-rechtlichen Anstalten und richte sich gegen den verfassungsrechtlich festgestellten Anspruch auf bedarfsgerechte Finanzierung, kritisierte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz.
mehr »

Novemberhilfen und weitere Versprechen

Mit den akuten Maßnahmen zum „Wellenbrecher-Shutdown“ hat die Politik unbürokratische und schnelle Unterstützung für betroffene Unternehmen und Selbstständige angekündigt. Die „außerordentliche Wirtschaftshilfe des Bundes“, die sogenannten Novemberhilfen, wurden mehrfach nachjustiert und sollen frühestens am 25. November beantragt werden können. Sie dürften nun mehr Solo-Selbständigen nützen. Doch alle an sie geknüpften Erwartungen erfüllen auch weiterführende „Neustarthilfen“ nicht.
mehr »