Erfolgsstory Radio

Mag der Siegeszug des Internets auch unaufhaltsam sein – das Massenmedium mit der größten Reichweite und Nutzung weltweit bleibt weiterhin das gute alte Radio. Seine soziale und politische Bedeutung ist enorm: Ohne Empfänger wären unzählige Menschen von Informationen ausgeschlossen. Um auf die Bedeutung dieses „alten“ Mediums aufmerksam zu machen, hat die UNESCO vor drei Jahren den 13. Februar zum „Welttag des Radios“ erklärt.

Auch in diesem Jahr rief die Organisation die Regierungen in aller Welt auf, den Zugang zu Informationen über Radio sicherzustellen und die internationale Zusammenarbeit von Radiosendern zu fördern. Sie selbst unterstützt den Aufbau von Radiostationen in ländlichen und isolierten Gebieten. Die unabhängigen Radios senden in der lokalen Sprache und ermöglichen damit den Menschen die Teilhabe am demokratischen Meinungsbildungsprozess.
Unverständlich vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung etwa der Deutschen Welle, ihre weltweite regionalsprachige Radiopräsenz in den nächsten Jahren zugunsten eines englischsprachigen TV-Programms sukzessive abzubauen.

In Deutschland bleibt das Radio eine Erfolgsstory und – nach dem Fernsehen – das meistgenutzte Medium. Vier von fünf Deutschen ab 10 Jahren schalten täglich ihren Lieblingssender ein, mehr als die Hälfte davon ein Programm der ARD. Die tägliche Hördauer hält sich – trotz wachsender medialer Konkurrenz – stabil bei rund drei Stunden. Allerdings ändern sich die Nutzungsgewohnheiten: Gerade junge Hörer beziehen ihre tägliche Dosis Radio mehr und mehr aus dem Netz, abonnieren Podcasts – falls sie nicht gleich auf das Angebot von Internetmusikdiensten wie Spotify zurückgreifen.

Die große Mehrheit hört Radio über UKW. Ein Standard, der an Grenzen stößt: Kein Platz für neue Programme, keine Kapazitäten für zusätzliche Dienste. Nach der kommerziellen Pleite von DAB richten sie seit fast fünf Jahren die Hoffnungen der Beteiligten – Sender, Hersteller, Autoproduzenten – auf den verbesserten Standard DAB+. Trotz mancher Fortschritte: Ein kurzfristiger „harter“ Umstieg auf die digitale Übertragungstechnik gilt im Radio nach wie vor als nicht realistisch. Bei geschätzten 300 Millionen UKW-Empfängern in deutschen Haushalten wäre das auch eine reichlich riskante Option.

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Öffentlich-Rechtliche: Auftrag und Erwartung

Gerade in Pandemiezeiten hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk Vertrauen und Wertschätzung beim Publikum gewonnen. Dennoch muss er weiterhin mit den Attacken seiner Gegner leben. „Das ist unser Programm!“ Unter diesem Titel diskutierten auf einer medienpolitischen Tagung von ver.di und DGB in Berlin Medienwissenschaftler und Journalist*innen über den „öffentlich-rechtlichen Rundfunk zwischen Auftrag und gesellschaftlichen Erwartungen“.
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ARD und ZDF gehen gegen Bild TV vor

ARD und ZDF ziehen rechtliche Konsequenzen aus der nicht genehmigten Nutzung ihrer Inhalte durch Bild TV am Wahlabend. „Wir haben uns entschlossen, rechtlich gegen Bild TV wegen der aus unserer Sicht rechtswidrigen Übernahme unserer Berichterstattung vorzugehen“, teilte die ARD dem Evangelischen Pressedienst (epd) jetzt mit. Ein Sprecher des ZDF sagte, der Sender ziehe „Konsequenzen aus der nicht genehmigten Übernahme von Teilen der ZDF-Wahlsendungen im linearen Angebot und auf der Website von BILD-TV am Wahlsonntag“.
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Neue Publik-Chefin

Maria Kniesburges war seit 2007 Chefredakteurin der ver.di publik und der ver.di news. 14 Jahre lang prägte sie die ver.di-Medienlandschaft. Jetzt ist sie in den Ruhestand gegangen. Ihre Nachfolgerin Petra Welzel ist seit dem 1. September im Amt. Die Kunsthistorikerin und Journalistin hat mehr als 30 Jahre journalistische Erfahrung. Seit ver.di-Gründung ist sie Chefin vom Dienst der ver.di publik, mittlerweile auch für verdi.de und verdi.tv. Sie hat entscheidend dazu beigetragen, dass sich die ver.di-Medien weiterentwickelt haben und den Herausforderungen der Gegenwart mit ihren zahlreichen Kommunikationskanälen gerecht werden. Denn die Ansprüche an Kommunikation haben sich seit der…
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Abschied von Fritz Wolf

Wir trauern um unseren Autoren Fritz Wolf. Er starb am 29. August im Alter von 74 Jahren nach schwerer Krankheit. Sein Thema war der Dokumentarfilm. Kritisch benannte Wolf immer wieder die mangelnde Wertschätzung dieses Filmgenres, die sich unter anderem in zu wenig und zu späten Sendezeiten im Fernsehen sowie in nicht ausreichender Förderung manifestierte. Mit so manchem Filmtipp in M verschaffte er einer Doku mehr Aufmerksamkeit, regte an, sie zu schauen. Fritz Wolf war auch Autor für epd medien, verfasste verschiedene Studien und war viele Jahre aktiv in Gremien des Grimme-Preises. Wir werden ihn vermissen.    
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