Haft für Programmierer

Der Chef-Programmierer des illegalen Filmportals Kino.to ist am 11. April zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Das Leipziger Landgericht sprach den 29jährigen wegen gewerbsmäßiger unerlaubter Verwertung von urheberrechtlich geschützten Werken in zahlreichen Fällen schuldig.

Berücksichtigt wurde dabei, dass Bastian P. ein umfassendes Geständnis abgelegt und somit zur Aufklärung der Straftaten bei der Internetplattform beigetragen hatte. Kino.to wurde im Juni 2011 gesperrt. Seit dem saß der frühere Student der Philosophie und Informatik in Untersuchungshaft.
Der Staatsanwalt nannte den Angeklagten den „geistigen Vater, Schöpfer und Architekt dessen, was wir als Kino.to kennen“ und einen „Gott in der Programmierung“. Er warf ihm vor, alle drei Versionen von Kino.to geschaffen zu haben. Er sei derjenige gewesen, der „die die Macht und die Herrschaft über die gesamte Technik von Kino.to“ gehabt habe. Mit dem Urteil blieb die Kammer unter dem Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, die noch vier Monate mehr gefordert hatte. Die Verteidigung plädierte lediglich für ein „angemessenes Strafmaß“.


nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

US-Regierung schränkt Journalistenvisa ein

och Die US- Regierung kündigte hat vor die Gültigkeitsdauer von Visa für ausländische Journalist*innen in den USA von mehreren Jahren auf 240 Tage zu verkürzen. Für chinesische Journalist*innen soll die Gültigkeit auf  90 Tage  beschränkt werden. Der Europäische Journalistenverband (EFJ) verurteilt diese drastische Einschränkung aufs Schärfste.
mehr »

Drei Fragen zum Abschluss im WDR

Nach sieben intensiven Verhandlungsrunden wurde beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) ein Tarifabschluss erzielt. „Dieser Abschluss ist das Ergebnis eines harten und langen Kampfes. Unter den schwierigen finanz- und medienpolitischen Rahmenbedingungen war das kein Selbstläufer“, erklärt Christof Büttner, zuständiger Gewerkschaftssekretär von ver.di.
mehr »

Arte soll europäischer werden

Es sind hochgesteckte Ziele, die vor einem Jahr die Regierungen in Deutschland und Frankreich bekannt gaben: die Weiterentwicklung von Arte zu einer europäischen Medienplattform in 24 Sprachen. Dafür ist vor allem zusätzliches Geld aus EU-Töpfen nötig. Doch hierzu stehen konkrete Beschlüsse weiter aus. Arte arbeitet währenddessen kontinuierlich am europäischen Ausbau – und sieht Fortschritte.
mehr »

Appell für den Erhalt der Medienfreiheit

Der auf Initiative des MDR verfasste Leipziger Appell  bekommt immer mehr Unterstützung. Die Unterzeichnenden erkennen die Einschränkung der Medien- und Pressefreiheit. An entscheidenden Stellen bleibt der Appell jedoch vage.
mehr »