Hoffnungsschimmer für „Barbara“

Faire Arbeitsbedingungen mit Preis der Filmschaffenden geehrt

Der „Hoffnungsschimmer“ 2011 – ein Preis der Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände – wurde auf der diesjährigen Berlinale an die Produktion „Barbara“ von Christian Petzold verliehen. Die Produktionsleitung hatte Dorissa Berninger, Produzenten waren Florian Koerner von Gustorf und Michael Weber von Schrammfilm Koerner & Weber.
Gute Filme kosten Geld, und faire Produktionsbedingungen sind teuer – daher kann es am Set keine Fairness geben. Diese Mär hält sich immer noch hartnäckig unter Filmproduzenten, was dazu führt, dass faire Arbeitsbedingungen bei Film- und Fernsehproduktionen noch immer nicht die Regel sind, sondern die seltene Ausnahme. Um ein positives Zeichen zu setzen, werden von der Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände seit zwei Jahren Produktionen ausgezeichnet, die sich auf wohltuende Art aus der Masse herausheben. Schauspieler und ver.di-Mitglied Rolf Becker und seine Kollegin Marion Kracht führten durch den Festakt der Preisverleihung.
Dieses Jahr konnten Filmschaffende zum ersten Mal selbst entscheiden, welche Projekte für eine Auszeichnung in Frage kamen. In Kooperation mit crew-united, dem Netzwerk der Film- und Fernsehbranche, wurde eine entsprechende Umfrage entwickelt, mithilfe derer etwa 22.000 Filmschaffende die Gelegenheit hatten, ihre Film- oder Fernsehproduktion für diese Auszeichnung zu nominieren. Ca. 1.400 Filmschaffende nutzen die Möglichkeit, aus 668 Filmen die fairste Produktion auszuwählen. Fünf Filme wurden nominiert, und aus den Nominierten wählten wiederum Filmschaffende den Gewinner. Dieses Procedere hat sich bewährt und wird auch im nächsten Jahr beibehalten werden: „ Die Kooperation mit crew-united ist ein Glücksfall für die Aktion, denn die Filmschaffenden haben die Chance, mit ihrer Stimme direkten Einfluss auf das Ergebnis zu nehmen und den „Hoffnungsschimmer“ mit einem Ausrufezeichen zu versehen“, sagte Hans Schlosser, Geschäftsführender Vorstand der Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände. „Wir sind schon jetzt wieder sehr gespannt aufs nächste Jahr. Das Beste wäre eine knappe Entscheidung unter vielen Nominierten.“
Nominierungsfähig sind Produktionen, deren letzter Drehtag ins Jahr 2012 fällt und die folgenden Sparten entsprechen: TV-Film, TV-Film (Reihe), TV-Mehrteiler, Kinospielfilm, TV-Serie und Dokumentationen mit einem erheblichen fiktionalen und inszenierten Anteil. Die Umfrage findet man gegen Ende des Jahres auf der Homepage von Crew United (www.crew-united.de). Die Nominierungen werden in der ersten Januarwoche 2013 bekannt gegeben.
Die ausgezeichnete Produktion „Barbara“ gewann den Silbernen Bären auf der Berlinale, Regisseur Christian Petzold erhielt zudem den Preis für die beste Regie, was wieder einmal beweist, dass Gutes unter fairen Bedingungen entstehen kann.

 

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