Hohle Idole

Sein Werk sei ausdrücklich kein Buch „eines Fernsehkritikers für Fernsehkritiker”, schreibt Bernd Gäbler im Vorwort seiner Ausführungen über TV-Phänomene wie Dieter Bohlen oder Heidi Klum.

Bernd Gäbler Bohlst du noch oder klumst du schon? Der Siegeszug des Banalen und wie man ihn durchschauen kann. Gütersloh 2013: Gütersloher Verlagshaus. 192 Seiten, 17,99 Euro.

In gewisser Weise ist es das natürlich doch geworden: weil es sich vorrangig an Leser richtet, die den Erfolg der entsprechenden Formate zumindest mit Skepsis zur Kenntnis nehmen; also keineswegs bloß TV-Kritiker, sondern auch Zuschauer, die sich dafür interessieren, wie solche Sendungen funktionieren. Im Rahmen der detaillierten Analyse von „Deutschland sucht den Superstar”, „Germany’s Next Topmodel” oder „Berlin Tag und Nacht” geht Gäbler in seinem Buch „Bohlst Du noch oder Klumst du schon?” der Frage nach, welche Rollen die Protagonisten als Stifter von Sinn und Gemeinschaft spielen. Er beschreibt, welches Menschenbild die Sendungen vermitteln, und widmet sich dem gesellschaftlichen Wandel, der den „Siegeszug des Banalen” überhaupt erst ermöglicht hat. Die Lektüre ist schon jetzt ein Gewinn, erst recht aber in spätestens zehn Jahren, wenn die Formate nur noch eine Fußnote der Fernsehgeschichte sein werden.

 tpg

 

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

ZDF: Mehr Barrierefreiheit dank KI

„Ein ZDF für alle“ – so lautet seit 2022 das Zielbild des öffentlich-rechtlichen Senders. Damit will das ZDF unter anderem auf die veränderte Mediennutzung, die digitale Transformation und eine zunehmend fragmentierte Öffentlichkeit reagieren. Dazu gehört auch, bis 2028 barrierefreie Angebote auszubauen. Dabei will das ZDF nun stärker auf KI setzen.
mehr »

Programmreform im DLF: Freie wehren sich

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert den Umgang mit freien Programmschaffenden im Zuge der Programmreform im Deutschlandfunk, die ab Dezember 2026 das Sendeschema des bundesweiten Radiokanals grundlegend verändern wird. In einem ver.di vorliegenden, von mehr als 550 Mitarbeitenden des Deutschlandfunks namentlich unterzeichneten Offenen Brief wehren sich die Freien.
mehr »

dju will verlässlichen Quellenschutz

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di kritisiert, dass Journalist*innen nach der geplanten Reform des Nachrichtendienstrechts schlechter vor Überwachung geschützt sein sollen als Anwält*innen, Geistliche und Abgeordnete. Anders als bei diesen Berufsgeheimnisträger*innen wird das verfassungsrechtlich geschützte Redaktionsgeheimnis gegen Sicherheitsinteressen abgewogen.
mehr »

Wenn freie Medien „Lieblingsfeinde“ sind

Freie Medien als Garanten für Demokratie stehen im Fadenkreuz der Rechten. Was bedeutet das für einen Journalismus, der ausgewogen berichten will? Wie können antidemokratische Prozesse gestoppt und umgekehrt werden? Darüber wurde auf der diesjährigen Medienpolitischen Tagung „Lieblingsfeind Freie Medien – europäische und deutsche Erfahrungen“, von ver.di und DGB in Berlin diskutiert.
mehr »