Öffentlich-Rechtliche sollen orientieren

Das Bundeskanzleramt in Berlin, in dem die Staatsministerin für Kultur und Medien, die direkt der Bundesjanzlerin unterstellt ist, ihren Sitz hat
Foto: Pixabay

Angesichts des Informationsüberflusses in der heutigen Medienwelt müssten die Öffentlich-Rechtlichen verstärkt vermitteln und orientieren, stellte Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters anlässlich des von ihr vorgelegten Medien- und Kommunikationsberichts der Bundesregierung 2018 fest. Außerdem sollen weitere Konzepte zur Förderung der Medienkompetenz entwickelt sowie gegen strafbare Inhalte im Netz effektiver vorgegangen werden.

Die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und seiner Medienangebote ist der dritte Schwerpunkt des gestern vom Bundeskabinett beschlossenen Berichts, dem aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zugrunde liegen. So habe der Umfang der Informationsangebote, also etwa Nachrichten- und Magazinsendungen sowie Reportagen und Dokumentationen, bei etwa 40 Prozent der täglichen Sendezeit gelegen. In den sechs privaten Programmen seien das im Jahr 2017 lediglich zwischen 10 und 20 Prozent gewesen.

Außerdem soll laut dem Bericht die Medienkompetenz als Mittel gegen Hassreden, Cyber-Mobbing und Desinformation in den sozialen Netzwerken stärker gefördert werden. Grütters: „Wir müssen bereits bei den jüngeren Menschen das Bewusstsein für eine selbstbestimmte und selbstbewusste Nutzung der vielen Informationsangebote schärfen.“ Die Staatsministerin sprach sich auch dafür aus, soziale Netzwerke und Plattformen stärker in die Verantwortung zu nehmen. Zudem sorge die Bundesregierung dafür, dass das wettbewerbsrechtliche Umfeld stimmt. Damit soll der Zugang der Bürgerinnen und Bürgerinnen zu öffentlicher Kommunikation als  Voraussetzung für eine freie Meinungsbildung gesichert werden.

Grundlage des politischen Teils des aktuellen Medienberichts ist ein vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg (HBI) erstelltes Gutachten zur Entwicklung der Medien in Deutschland. Zudem fließen in den aktuellen Bericht erstmals Erkenntnisse aus den vielfältigen Forschungsaktivitäten der Landesmedienanstalten im Berichtszeitraum ein.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Neues Mediengesetz für MV tritt in Kraft

Privates Lokal- und Regionalfernsehen steht unter hohem wirtschaftlichen Druck. Sinkende Werbeerlöse, steigende Kosten, fortschreitende Digitalisierung und veränderte Mediennutzung machen ihnen zu schaffen. In mehreren Bundesländern wird bereits seit längerem kommerzielles Lokal-TV mit Steuergeldern gefördert, um Medienvielfalt zu sichern. Auf diesen Weg setzt jetzt auch Mecklenburg-Vorpommern.
mehr »

Filmtipp: Friedas Fall

Angeklagt war eine Mutter, schuldig war die Gesellschaft: Das historische Justizdrama „Friedas Fall“ von Maria Brendle schildert den authentischen Prozess gegen eine Schneiderin aus St. Gallen, die vor 120 Jahren ihr Kind getötet hat. Eine gesellschaftlichen Auseinandersetzung über Recht und Gerechtigkeit.
mehr »

BPK: Umstrittene Mitgliedschaft

Sachlich, an Tatsachen orientiert und fair – diesen Anspruch erhebt die Bundespressekonferenz (BPK), der Verein der Hauptstadtpresse, für die Berichterstattung ihrer Mitglieder. Parallelmedien haben dort dennoch einen Fuß in der Tür. Und werden damit normalisiert.
mehr »

Kämpferischer Auftakt im ÖRR

In politisch umkämpften Zeiten beginnen auch im ÖRR die Tarifverhandlungen. Ver.di ruft die Hamburger Beschäftigten beim NDR daher heute zum Warnstreik auf. Er beginnt am Dienstag und endet am Mittwoch um 1.30 Uhr. Seit Februar läuft der Tarifkonflikt um die Gehälter, Honorare und Ausbildungsvergütungen der rund 5.000 festen und freien NDR-Beschäftigten.
mehr »