Prozessbeginn gegen Chef von Kino.to

Vor dem Landgericht Leipzig hat am 8. Mai der Prozess gegen den Gründer und Chef des illegalen Streamingportals Kino.to begonnen.

Die sächsische Generalstaatsanwaltschaft wirft dem 39-jährigen Leipziger die massenhafte Verletzung des Urheberrechts vor. Außerdem soll er mit Werbeanzeigen auf der Seite fast sieben Millionen Euro kassiert haben. Der gelernte Bodenleger hatte bereits 2004 mit der Webseite „Saugstube“ ein ähnliches, wenn auch nicht so lukratives Portal betrieben. Damals wurde er zu einer Geldstrafe von 3.900 Euro und ersatzweise fünf Monaten Gefängnis verurteilt. 2008 gründete er Kino.to, das 2011 gesperrt wurde. Über die Seite waren 135.000 Film- und Serienkopien erreichbar, vier Millionen User tummelten sich hier täglich. Auch die übrigen Drahtzieher von Kino.to sind mittlerweile verhaftet. Für den Prozess gegen Dirk B. sind vier Verhandlungstage anberaumt worden, ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft. Ein Urteil wird zum 14. Juni erwartet.

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

dju: Kritik an Verfahrenseinstellung

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di kritisiert die Verfahrenseinstellung durch die Staatsanwaltschaft Halle im Zusammenhang mit Angriffen auf Journalist*innen und Begleitschützer. Der Vorfall ereignete sich am Rande der sogenannten Winterakademie des Rechtsextremisten Götz Kubitschek in Schnellroda (Sachsen-Anhalt).
mehr »

Filmtipp: „Nürnberg“

Das vorzüglich gespielte und auch mit 150 Minuten nicht zu lange Justizdrama „Nürnberg" mit Russell Crowe als Hermann Göring und Rami Malek als amerikanischer Militärpsychiater rekonstruiert den Prozess gegen die Hauptverantwortlichen des NS-Regimes. Der Film startet ab dem 7. Mai 2026.
mehr »

Lokaljournalismus ist Frühwarnsystem

Lokaljournalismus ist ein "Frühwarnsystem der Demokratie". Das bekräftigt die Kommunikationswissenschaftlerin und Hochschullehrerin Wiebke Möhring im WDR5-"Morgenecho". Da, wo lokaljournalistische Angebote weniger werden, so Möhring, sinke nachweislich die Wahlbeteiligung und die Gefahr für Korruption und allgemeinen Vertrauensverlust nehme zu.
mehr »

Journalismus speist KI-Antworten

Ein Viertel von 15 Millionen Quellen, die bei KI-Antworten erscheinen, hat journalistische Herkunft, zeigt eine Erhebung des US-amerikanischen PR-Unternehmens Muck Rack. Ist der seit dem Aufkommens des Internets und nun mit Künstlicher Intelligenz scheinbar beschleunigte und häufig beschworene „Untergang des Journalismus“ doch noch aufzuhalten?
mehr »