Schon entdeckt? Scheinwerfer

Als „Scheinwerfer“ ist der einstige Rundbrief von Transparency International e.V. (TI) Deutschland in seiner 39. Ausgabe vom April 2008 deutlich zur Internet-Zeitschrift mutiert. Das Schwerpunktthema beleuchtete aktuelle Probleme der Medien – von der Schere im Kopf bei Korruption und Interessenkonflikten über verschwimmende Grenzen von PR und Journalismus bis zu Verhaltenskodexen und der Fraglichkeit von Presserabatten.Die 1993 von Peter Eigen in Berlin und London gegründete gemeinnützige Organisation, die in nahezu 100 Ländern arbeitet, hat sich der Bekämpfung der Korruption in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft verschrieben, will Transparenz schaffen und das öffentliche Bewusstsein schärfen. Diesem Ziel dient auch der viermal jährlich für Deutschland erscheinende „Scheinwerfer“. Das 2007 neu formierte ehrenamtliche Redaktionsteam hat das Profil der Onlinepublikation in Richtung Zeitschrift geschärft, um einer „gewissen Eintönigkeit abzuhelfen und lesefreundlicher zu werden“, wie die verantwortliche Redakteurin Dr. Heike Mayer sagt. So gibt es ein verändertes, an das Corporate Design von TI angelehntes Layout, ein gestaltetes Titelbild und mehr – wenn auch noch nicht genug – Fotos.
Die nächsten Schwerpunkte werden sich Spielarten des Sponsorings sowie Netzwerken und Interessenkonflikten widmen. Rubriken mit Berichten über die zwölf deutschen TI-Regionalgruppen und internationale Aktivitäten, mit Kurzmeldungen, Kommentaren und Rezensionen von Sachbüchern ergänzen das Leseangebot. Beherrscht wird alles vom Tenor der Aufklärung. Strukturen aufzudecken, Bürger zu sensibilisieren und Akteure von Korruption zu beeinflussen, sei Philosophie von TI. „Dieser fühlen wir uns verpflichtet“, sagt Mayer und weiß, dass die Redaktion auch mit dem Vorwurf mangelnden Bisses leben muss. Aber: „Wir suchen keine Konfrontation, sondern Kooperation.“ Im Konsens werden die Themen von den in Bayern, Berlin, Dresden oder Bochum beheimateten Mitgliedern des Redaktionsbeirates während regelmäßiger Telefonkonferenzen festgelegt. Der Vorstand mische sich in die Themenwahl nicht ein, versichert Mayer. Geschrieben werden die Texte u.a. von Juristen, Verwaltungsangestellten oder Wissenschaftlerinnen wie Heike Mayer, die sich in ihrem bayrischen Wohnort um die Heimatzeitung kümmert und an der Uni Salzburg Rhetorik lehrt. Alle müssen im Hauptberuf ihr Geld verdienen, Honorare kann der „Scheinwerfer“ nicht zahlen, nur eine kleine Aufwandsentschädigung für Schlussredaktion und technische Herstellung.
Heike Mayer fand zu TI und zum redaktionellen Engagement, weil sie etwas gegen die Geheimhaltungspolitik der öffentlichen Verwaltung tun wollte. 1330 Abonnenten hat der Scheinwerfer, aber „jeder kann uns im Internet anklicken.“ Positive Reaktionen über das neue Erscheinungsbild und eine Professionalisierung der Redaktionsarbeit nähren ihre persönliche Hoffnung, dass „wir es schaffen, weiter auszustrahlen und bald auch als Druckausgabe zu erscheinen.“

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