„Starker Einsatz“ verliehen

ver.di-FilmUnion und Bundesverband Schauspiel würdigen Engagement der ZAV

„Von Schaupielern für Schauspieler“, das ist der Deutsche Schauspielerpreis, den der Bundesverband Schauspiel BFFS in diesem Jahr zum 4. Mal verliehen hat. Auch die ver.di-FilmUnion war bereits zum zweiten Mal mit dem Preis „Starker Einsatz“ vertreten. Mit dem Ehrenpreis für sein Lebenswerk wurde der 84-jährige Schauspieler Rolf Hoppe geehrt.

Carsten Klein, Olla Höf und Wolfgang Grube (v.l.n.r.) freuen sich auf dem roten Teppich gemeinsam über die Auszeichnung Foto: SCHROEWIG News & Images / Eva Oertwig

Etwa 900 Gäste fanden sich am 29. Mai zur Preisverleihung im Berliner Zoopalast ein und ehrten ihre Schauspielkolleginnen und -kollegen für ihre darstellerischen Leistungen. Die ver.di-FilmUnion verlieh in Kooperation mit dem BFFS den Preis „Starker Einsatz“. Mit ihm wird die Courage im Filmalltag und der Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen in der Filmbranche gewürdigt. Die Jury hatte eine Entscheidung zwischen über 40 Vorschlägen zu treffen, die von Filmschaffenden, Schauspielerinnen und Schauspielern eingereicht worden waren. Ihre Wahl fiel auf die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung – Künstlervermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit. Ausgezeichnet wurde die ZAV für ihre „hervorragende Arbeit in der Vermittlung von Engagements für Künstlerinnen und Künstler und Filmschaffende sowie für ihren Einsatz für faire Arbeitsbedingungen“, so die Begründung der Jury.

Kontinuität und Nicht-Kommerzialität

Laudatorin Olla Höf, Filmeditorin und langjähriges Mitglied im Bundesvorstand der ver.di FilmUnion, hob die Bedeutung der ZAV gerade für die große und vielleicht weniger bekannte Mehrheit der Schauspielerinnen und Schauspieler und Filmschaffenden aller Gewerke hervor: „In einer Branche, in der es einfacher ist, hoch einzusteigen, als im Mittelfeld oder in Würde alt zu werden, ist dieses Prinzip der bedingungslosen Teilhabe Gold wert.“ Die ZAV sei für die Filmschaffenden stets eine wichtige Anlaufstelle. Auch wer als Schauspielerin und Schauspieler zwischenzeitlich zu einer privaten Agentur wechsele, könne jederzeit und bedingungslos zur ZAV zurückkehren. Gerade diese Kontinuität sowie die Nicht-Kommerzialität seien die entscheidenden Merkmale, die die Arbeit der ZAV-Künstlervermittlung auszeichneten. Sie seien in einer von prekären Arbeitsverhältnissen und enormem Konkurrenzdruck charakterisierten Branche von unschätzbarem Wert. Insofern sei die Verleihung des „starken Einsatzes“ ein klares Statement für die professionelle Arbeit der ZAV. Stellvertretend für das Team der ZAV nahmen den Preis der Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr. Carsten Klein, und der Bereichsleiter der Künstlervermittlung, Wolfgang Grube, entgegen. Neben der Freude über die Wertschätzung ihrer Arbeit verliehen sie ihrer Hoffnung Ausdruck, dass der Preis auch dazu dienen könne, die Zukunft der ZAV abzusichern. Denn geplante Stellenstreichungen würden die Arbeit der ZAV bedrohen.

500.000 Künstlerinnen und Künstler setzen sich in Europa für eine faire Beteiligung an den Online-Einnahmen ihrer Arbeit ein. Informieren und mitmachen: www.fair-internet.eu Auf change.org: http://tinyurl.com/m8dhy2f
500.000 Künstlerinnen und Künstler setzen sich in Europa für eine faire Beteiligung an den Online-Einnahmen ihrer Arbeit ein.
Informieren und mitmachen:
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Auf change.org:
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Urhebervertragsrechtsreform im Sommer

Weil im Unterschied zu anderen Filmfesten und Preisverleihungen beim Deutschen Schauspielpreis immer auch die Arbeits-und Einkommensbedingungen der Filmschaffenden eine zentrale Rolle spielen, stand die Preisverleihung auch unter dem Zeichen der von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) angekündigten Urheberrechtsreform. Qualität gebe es nicht zum Nulltarif, machte Maas deutlich. Es gehe ihm darum, den Schauspielerinnen und Schauspielern, den Filmmusikern, den Drehbuchautoren und allen anderen Urhebern nicht nur einen Anspruch auf angemessene Vergütung in einer digitalisierten Welt zu sichern, sondern anders als jetzt die Möglichkeit, diesen auch durchzusetzen. Das Urheberrecht bedarf allerdings auch einer Regelung auf europäischer Ebene. Die aktuell angestrebte Urheberrechtsmodernisierung durch die EU-Kommission sieht hingegen bisher keinen gesetzlichen Vergütungsanspruch für Online-Nutzungen für die ausübenden Künstler, also auch Schauspieler und Filmmusiker, vor. Deshalb haben vier internationale Organisationen die europaweite Kampagne „Fair Internet for Performers“ gestartet. Gemeinsam setzen sich die etwa 500.000 ausübenden Künstler in Europa für eine faire Beteiligung an den Online-Einnahmen ihrer Arbeit ein. Die zusammen mit der Kampagne gestartete Petition kann auf change.org unterzeichnet werden.

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