Amazon-Beschäftigte streiken bei Springer

ver.di-Protestkundgebung gegen die Verleihung des Axel-Springer-Awards an Amazon-Chef Jeff Bezos vor dem Axel-Springer-Verlag
Foto: Christian von Polentz

Mehrere hundert Amazon-Beschäftigte aus Deutschland, Polen, Italien und Spanien haben gestern vor dem Axel-Springer-Verlag gegen die Verleihung des diesjährigen Axel-Springer-Awards an Amazon-Chef Jeff Bezos demonstriert. Mit dem Award ehrt das Medienhaus „herausragende Persönlichkeiten, die außergewöhnlich innovativ sind, neue Märkte schaffen und Märkte verändern, Kultur formen und sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen“, heißt es bei Springer. In den Ohren der Amazonier klingen diese Worte wie Hohn. Sie kämpfen seit Jahren für einen Tarifvertrag und bessere Arbeitsbedingungen.

In der gesperrten Axel-Springer-Straße, die die kurze Seite des Verlagshauses begrenzt, haben sich die deutschen Amazon-Beschäftigen formiert. Sie grölen, pfeifen, empfangen lautstark den nur etwas kleineren Demonstrationszug aus Amazon-Beschäftigten aus Polen, Spanien, Italien und aus Unterstützer/innen verschiedener linker Gruppierungen. Auch Cornelia Gesang bläst durchdringend in ihre flache Pfeife. Mit rund 100 Kolleg/innen ist sie heute vom Amazon-Standort im hessischen Bad Hersfeld gekommen. Sechs Stunden sind sie unterwegs gewesen. Aber das war nötig: „Es kann nicht sein, dass der reichste Mann der Welt eine Auszeichnung bekommt, aber seine Beschäftigten keinen Tarifvertrag.“ Seit fünf Jahren fordern die Amazon-Beschäftigten einen, im April 2013, vor fünf Jahren, haben sie dafür zum ersten Mal gestreikt. „Und dann sagt er auch noch im Internet, dass er überhaupt nicht weiß, wohin mit seinem ganzen Geld!“

Zum vollständigen Artikel von Petra Welzel auf verdi.de

ver.di TV: Video vom Protest gegen Amazon

nach oben

weiterlesen

Filmtipp: „Silence Radio“

Der Dokumentarfilm „Silence Radio“ begleitet die bekannte mexikanische Journalistin Carmen Aristegui in ihrem Kampf gegen Drohungen und Zensur. Die Regisseurin Juliana Fanjul zeigt meisterhaft auf, wie gefährdet die Pressefreiheit in Mexiko ist. Und wie wichtig es ist, sich nicht einschüchtern zu lassen. „Die Angst darf nicht siegen“, ruft die Journalistin ihren Landsleuten in einer ihrer Sendungen zu.
mehr »

Springers Bild plant einen eigenen Sender

Springer plant mit Deutschlands größter Boulevardzeitung einen eigenen Fernsehsender. Unter der Sendermarke „Bild“ soll er künftig über Kabel, Satellit, IPTV und OTT frei empfangbar sein. Der Sendestart steht zwar derzeit noch unter dem Vorbehalt der Erteilung einer Sendelizenz durch die Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg. Laut Plan soll der TV-Sender aber noch vor der Bundestagswahl Ende September dieses Jahres starten.
mehr »

Fehlende Kenntnisse über Struktur von ARD und ZDF

Deutsche Fernsehzuschauer*innen sind über das Finanzierungsmodell des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die Funktion der Aufsichtsgremien oft nur unzureichend informiert. Das ist ein Zwischenergebnis des Beteiligungsprojekts "#meinfernsehen21", das vom Grimme-Institut in Marl, der Bundeszentrale für politische Bildung und der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität organisiert wird.
mehr »

Pressefreiheit im Fokus der Fotografen

Jährlich zum 3. Mai, dem internationalen Tag der Pressefreiheit, erscheint ein neuer Band „Fotos für die Pressefreiheit“ von Reporter ohne Grenzen (RSF). Die Bücher zeigen seit fast drei Jahrzehnten eindrucksvoll, wie wichtig das Einfordern dieses Menschenrechts und die mutige Arbeit von Journalist*innen weltweit sind. Der aktuelle Band ist weitgehend vorbereitet. Zu den Druckkosten kann noch bis 16. April mit Spenden beigetragen werden.
mehr »