Schon entdeckt? Mondberge

 

Schon entdeckt?

Engagierte Medien abseits des Mainstreams gibt es zunehmend mehr. Sie sind hoch­interessant, aber oft wenig bekannt. Deshalb stellt M in jeder gedruckten Ausgabe und monatlich auf M Online eines davon vor.

Es muss wohl Liebe auf den ersten Blick gewesen sein, als Andreas Klotz, Verlags- und Werbeagenturinhaber, vor rund zehn Jahren den letzten Berggorillas begegnete: Der leidenschaftliche Fotograf traf sie im Ruwenzori-Gebirge in Uganda – den legendären Mondbergen. Das Erlebnis inspirierte ihn zum Mondberge-Projekt, das 2008 startete und seitdem mit Büchern, Internetseite, Presseveröffentlichungen, einem jährlichen Artenschutz-Kalender und einer Vortragsreihe am Markt ist.

Schon entdeckt? Mondberge

Jüngstes Familienmitglied ist das „Mondberge – Magazin für Umwelt-, Natur- und Artenschutz“, das Klotz seit März 2017 zusammen mit Michael Matschuck, dem geschäftsführenden Gesellschafter eines Druck- und Medienhauses, herausgibt. Beide eint die Liebe zur Natur, zum Journalismus und eine gute Por­tion Idealismus. Das Themenspektrum löst mit Reportagen, ­Geschichten, Interviews und Porträts ein, was der Untertitel verspricht: Bedrohte Tierarten und Lebensräume werden ausführlich vorgestellt – los ging es, der Historie des Mondberge-­Projektes entsprechend, in der ersten Ausgabe mit den Berg­gorillas.

Im Umwelt und Naturschutz werden engagierte Menschen – gern mit Promifaktor – interviewt und porträtiert. So erzählt Schauspieler Hannes Jaenicke, der sich einen Namen als Umwelt-Aktivist gemacht hat, in der ersten Ausgabe, was ihn antreibt, wie und warum er sich für Natur und Umwelt engagiert – sozusagen als Best-Practice Beispiel. Das Magazin will den Einzelnen zum (Umwelt-)Handeln motivieren, auch vorgestellte Produkte, Zukunfts- und Ernährungstrends stehen ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Nach Bekunden der Macher wird ein Teil der Erlöse an Umweltorganisationen und Hilfsprojekte gespendet.

Reportagen entführen den Leser in faszinierende Regionen der Welt. Meistens geht es in die exotische Ferne: in der aktuellen, zweiten Ausgabe etwa zu den Bengaltigern nach Indien, zu den afrikanischen Nomaden Afrikas, auf die Fidji-Inseln, nach Patagonien, in die Antarktis und nach Kambodscha. Auch Naturschönheiten vor der Haustür fehlen nicht, ihnen widmet sich eine Serie über deutsche Nationalparks. Allen, die beim Lesen und Betrachten die Reiselust überkommt, helfen knappe Steckbriefe bei den Vorbereitungen.

Dreimal jährlich erscheint die schon durch ihre Größe beeindruckende Zeitschrift. Mit 24 mal 34 Zentimetern sprengt sie das DIN A4-Format locker. Professionelle Fotos werden auf dickem Papier in exzellenter Druckqualität wiedergegeben, weit entfernt vom Graue-Maus-Image früherer Recyclingpapiere wird das Magazin umweltfreundlich nach Bluegreenprint-Standards produziert. So ist es nicht nur inhaltlich etwas Besonders, sondern auch optisch und haptisch. So viel Schönheit hat ihren Preis: 16,90 Euro pro Ausgabe sind eine echte Investition – für Naturliebhaber eine lohnende. Die dritte Ausgabe erscheint Mitte Dezember.

www.mondberge-magazin.de

 

 

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

ORF: Jetzt reden die Mitarbeitenden

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk Österreichs (ORF) steckt in einer tiefen Krise. Es geht demnach um mutmaßliche sexuelle Belästigung seitens des ehemaligen Generaldirektors, um ein toxisches Arbeitsklima, politische Einflussnahmen. Nach der Aktion "Nicht mit uns" fordern in der Aktion "Mit uns" nun zahlreiche Mitarbeitende Maßnahmen hin zu einer nachhaltigen und tiefgehenden Veränderung.
mehr »

Was bringt der Pressekodex?

Eine Anwältin wird in einer Boulevardzeitung identifizierend an den Pranger gestellt – obwohl sie nichts Unrechtes getan hat. Die Folge: Bedrohungen, eine rechtsextreme Kundgebung vor ihrer Kanzlei, Polizeischutz. Der Deutsche Presserat spricht Monate später eine Rüge aus. Der Schaden ist aber angerichtet.
mehr »

Journalismus speist KI-Antworten

Ein Viertel von 15 Millionen Quellen, die bei KI-Antworten erscheinen, hat journalistische Herkunft, zeigt eine Erhebung des US-amerikanischen PR-Unternehmens Muck Rack. Ist der seit dem Aufkommens des Internets und nun mit Künstlicher Intelligenz scheinbar beschleunigte und häufig beschworene „Untergang des Journalismus“ doch noch aufzuhalten?
mehr »

Machen Sie es sich unbequem

Ich bin Rechtshänderin. Neulich habe ich mir morgens die Zähne mit der linken Hand geputzt. Keine gute Idee. Es fühlte sich falsch an. Ungelenk. Irgendwie so, als würde mein Gehirn die ganze Zeit protestieren. Und genau genommen tat es das auch. Unser Gehirn liebt Gewohnheiten. Es baut dafür regelrechte Autobahnen im Kopf. Und alles, was davon abweicht, fühlt sich erst einmal anstrengend an.
mehr »