Leserbrief: Einiges vergessen?

„60 Jahre Frankfurter Rundschau“ in «M» 08/05

 Überschrieben ist W.G. Brügmanns Beitrag in «M» 08 mit „60 Jahre Frankfurter Rundschau“. Trotzdem kein Wort über deren ers-te Lizenzträger und leitende Redakteure, schon gar keins über unseren Kollegen Emil Carlebach, der viele Jahre dju-Bundesvorstandsmitglied war. Warum?

Weil er im Gegensatz zu Karl Gerold, dem die Amerikaner mit Beginn des kalten Krieges die Lizenz übergaben, nicht Sozialdemokrat, sondern Kommunist, Jude, Widerstandskämpfer und Buchenwaldhäftling war? Selbst in der Sendung „Stichtag“ des WDR zum 1.8. wird das erwähnt. Dort heißt es außerdem – ebenfalls im Gegensatz zu Brügmann, der ihre „Unabhängigkeit von der SPD“ behauptet: „Der sozialdemokratisch orientierte Gerold prägt die Zeitung 19 Jahre lang…“ Über das Totschweigen von Carlebach durch die FR selbst und einiges mehr über deren Geschichte haben mir außer Emil auch an-dere 1999 vor der Kamera erzählt: Unser damaliger Vorsitzender Detlef Hensche, ein ehemaliger SPD-Landesvorsitzender und der FR-Betriebsratsvorsitzende. Im Wortlaut zu hören in meinem DokFilm „Emil Carlebach – Jude und Kommunist“.

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Absolution für Döpfner und Betteln beim Staat

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Das lange Warten auf den Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien hat sich gelohnt: Suchte man vor vier Jahren wichtige Regelungen für die Medien im Koalitionsvertrag von Union und SPD noch mit der Lupe, finden sich im Regierungsvertrag von SPD, Grünen und FDP gleich viele wichtige Passagen, von denen Medienschaffende direkt und indirekt profitieren werden.
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