„ÖRR berichtet nicht einseitiger“

Eine der untersuchten Nachrichtensendungen: die "Tagesschau". Bildschirmfoto

Die Nachrichtenangebote der Öffentlich-Rechtlichen berichten nicht einseitiger als die der privaten Konkurrenz. Zu diesem Schluss kommt eine neue, von der Mercator-Stiftung ko-finanzierte Studie der Uni Mainz, die am 25. Januar veröffentlicht wurde. „Fehlt da was? Perspektivenvielfalt in den öffentlich-rechtlichen Nachrichtenformaten“ sei die bislang umfangreichste Untersuchung dieser Art, erklärte die Mercator-Stiftung. 

„Unsere Studie zeigt zwar, dass in den Nachrichtenformaten von ARD, ZDF und Deutschlandradio durchaus an der ein oder anderen Stelle Raum für eine Stärkung konservativer und marktliberaler Positionen wäre. Insgesamt trifft die Behauptung, die Nachrichtenformate des öffentlich-rechtlichen Rundfunks seien im Vergleich zu anderen Nachrichtenmedien besonders einseitig, aber nicht zu“, fasst Marcus Maurer, einer der Autoren und Professor am Institut für Publizistik der Uni Mainz, zusammen. 

In acht der neun untersuchten öffentlich-rechtlichen Formate sowie in allen untersuchten Vergleichsmedien stellten die Redaktionen sowohl Parteien links der Mitte als auch Parteien rechts der Mitte überwiegend negativ dar. Die öffentlich-rechtlichen Formate fielen hier im Vergleich insgesamt weder durch eine besonders negative, noch durch eine besonders ausgewogene Berichterstattung auf. Sie berichteten allerdings weniger negativ über die aktuellen Regierungsparteien als die Vergleichsmedien. Insgesamt positionierten sich die neun untersuchten öffentlich-rechtlichen Nachrichtenformate relativ „gleichmäßig in einem durch Außenpluralismus, aber auch eine leichte Linksschiefe gekennzeichneten Mediensystem“.

„Es überrascht, wie ähnlich öffentlich-rechtliche und private Medien im Großen und Ganzen berichten“, erklärt Christiane von Websky, Leiterin des Bereichs Teilhabe und Zusammenhalt der Stiftung Mercator. „Angesichts der wachsenden Demokratie-Skepsis in der Gesellschaft, sollten sich die Redaktionen aber fragen, ob eine so starke Konzentration auf Fehler und Versäumnisse der Politik noch angemessen ist“.

Für die Studie wurden im Zeitraum von April bis Juni vergangenen Jahres neun öffentlich-rechtliche Nachrichtenformate untersucht und deren Berichterstattung mit 34 privatwirtschaftlich organisierten Leitmedien und auflagenstarken Regionalzeitungen verglichen. Außerdem wurden Medien am linken und rechten Rand in die Untersuchung einbezogen. 

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