analyse & kritik

Schon entdeckt?

„Links sein bedeutet für mich, gesellschaftlich emanzipatorisch zu intervenieren. Links ist für mich eine Positionierung, die nicht zu Lasten von Schwächeren geht, wo keine Herrschaftsverhältnisse reproduziert werden.“ Nicole Vrenegor muß nicht lange überlegen, um zu erklären, was es für sie bedeutet, heute links zu sein. Seit 2001 ist sie Redakteurin der Monatszeitung analyse & kritik. „Ich komme aus der feministischen Bewegung, aus der undogmatischen Linken“. 33 Jahre alt ist Nicole Vrenegor – drei Jahre jünger als die Zeitung, bei der sie arbeitet. Oft wird ein Thema auf mehr als 15.000 Zeichen Länge ausführlich analysiert – keine leichte Kost, aber informativ. So findet sich in der August-Ausgabe ein Schwerpunkt zur Zeitgeschichte: Über den Höhepunkt des Maoismus in China vor 40 Jahren – die „Kulturrevolution“, welche einen Großteil der 68er-Bewegung mit ihrem antiautoritären Gestus begeisterte. Im September geht es ohne Rück­sicht auf eh nicht vorhandene An­zeigen von Markenartiklern zur Sache: „Wenn braune Brause krank macht. Widerstände gegen Coca-Cola in Indien“. Daneben stehen zahlreiche Artikel aus und über neue soziale Bewegungen, etwa über einen für Herbst geplanten Boykott gegen Studiengebühren. Oder ein Interview zum Anti-G8-Camp in dem geschildert wird, wie sich Linke vorbereiten auf ihre Proteste gegen den G8-Gipfel, der im Juni 2007 in Meck­lenburg-Vorpommern stattfinden wird. „Links-Sein sollte sich nicht auf einen Diskurs beschränken. Es geht um den Versuch, etwas zu tun. Dass kann auch Unterstützung für Flüchtlinge oder Obdachlose sein“, meint Gabi Bauer, 53, presserechtlich verantwortliche Redakteurin. Sie ist arbeitslos und wirkt unentgeltlich in der Redaktion mit.
Während die beiden Redakteurinnen ihre Nähe zu sozialen Bewegungen betonen, wird in den Kellerkatakomben in Hamburg-Eimsbüttel, deren Miete sich der Verlag eben leisten kann, die aktuelle Ausgabe produziert. Sechs halbe Stellen können sie finanzieren – Tariflohn ist wie bei anderen selbstverwalteten kleinen Projekten auch nicht drin. Einige Redakteurinnen und Redakteure arbeiten unentgeltlich. Autorenhonorare gibt es nicht, bis auf die Fotos. Die Auflage liegt bei 3.000 Exemplaren. Aber durch das ehrenamtliche Engagement konnte der Verlag vor vier Jahren auf niedrigem Niveau expandieren: Zweimal im Jahr liegt die „Fantomas“ bei, das „Magazin für linke Debatte und Praxis“. Diese Zeitschrift mit längeren, theoretischen Texten erscheint zu Themen wie „Soziale Klassen – soziale Kämpfe“ oder „Staat und Autonomie“. Die erste Ausgabe trug 2002 den programmatischen Titel „Zu rebellieren und zu kämpfen wagen“. Zielgruppe sind junge, akademische Linke, die sich der globalisierungskritischen Szene rund um attac zurechnen.

Internet: www.akweb.de

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Schon entdeckt? Greenspotting

Alle relevanten Nachrichten rund um die Umwelt sollen mit nur einem Klick erreichbar sein – das ist der Anspruch von Greenspotting. Das Online-Portal aus Düsseldorf ging im vergangenen Herbst an den Start. Es informiert täglich zu Umwelt und Nachhaltigkeit in den Themenbereichen Mobilität, Klima, Ernährung, Energie, Agrar, Leben, Natur, Geld – und in einer Rubrik namens Ökolomie. Gegründet wurde Greenspotting von ehemaligen Journalisten der Wirtschaftswoche.
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Buchtipp: BFF-Praxishandbuch Fotorecht

Basiswissen und Verträge für Fotografen“. Zuge­geben, 109 Euro scheinen ein stolzer Preis zu sein. Die Investition lohnt sich aber für alle, die sich als professionelle Fotograf*innen verstehen. Der Preis wird sicherlich schnell kompensiert. Eine Steuererklärung, Einsparungen bei Sozialversicherungen, vermiedene Kosten für Nachverfolgung von Urheberrechtsverletzungen – es rentiert sich.
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Ein Haus für Selbstständige

Lange war das Projekt vorbereitet, im Mai bewilligt und Anfang September an den Start gebracht worden: Das „Haus der Selbstständigen“ (HdS) in Leipzig – ein Vernetzungs-, Stärkungs- und Bildungsangebot unter einem Dach. Am 27. November machte das HdS erstmals die breite Öffentlichkeit auf sich aufmerksam – mit zwei virtuellen Auftakt-Veranstaltungen, in denen sich das Projekt nicht nur vorstellte, sondern auch gleich mit brandaktuellen wissenschaftlichen Ergebnissen aufwartete.
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Ab 2021 ohne Sprachrohr

Das Sprachrohr wird im 30sten Jahr seines Bestehens eingestellt. Bis dato lag die 1991 gestartete Zeitung des Landesfachbereiches Medien, Kunst und Industrie für die Mitglieder in Berlin-Brandenburg – früher der IG Medien, heute von ver.di – zuverlässig im Briefkasten, einst sechs Mal jährlich, in letzter Zeit noch jedes Quartal. Sie spiegelte bis heute das bunte Bild dieses Fachbereichs aus Druckern, Musikerinnen, Rundfunktechnikern, Journalistinnen, Papierverarbeitern, Schriftstellerinnen, … . Und sie war als Regionalblatt einzigartig in der Gewerkschaft.
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