hohenlohe-ungefiltert.de

Kritische Berichterstattung aus der Region – das wollen die Macher von www.hohenlohe-ungefiltert.de. Seit dem 20. Februar diesen Jahres gibt es die Internetseite, sie wird vom gleichnamigen Verein betrieben und funktioniert rein ehrenamtlich.

Zu finden sind hier sowohl – gekennzeichnete – Pressemitteilungen von Parteien und Verbänden, Veranstaltungshinweise als auch Reaktionen auf Berichte in den Lokalzeitungen und eigene Artikel, wie Interviews mit den örtlichen Direktkandidaten für den Bundestag. Bis auf den CDU-Kandidaten und Abgeordneten Christian von Stetten haben alle die Fragen von hohenlohe-ungefiltert.de beantwortet. Und dass ausgerechnet der CDUler nicht mitmachte, ist kein Zufall. Mehrere Beiträge beschäftigen sich kritisch mit dem Mann. Meist stammen sie von Ralf Garmatter, einem der beiden Hauptakteure von hohenlohe-ungefiltert.de. Der Journalist erlangte in der Medienszene eine gewisse Popularität, als er sich vor zwei Jahren öffentlich gegen das Hohenloher Tagblatt wehrte. Dort war er jahrelang fester Freier, bis er über einen lokalen Dokumentarfilm berichtete, der sich kritisch mit von Stetten beschäftigte. Garmatter gab diese Kritik wieder – und bekam daraufhin kaum noch Aufträge.
„In den Lokalzeitungen findet überhaupt keine kritische Auseinandersetzung mit der hier stärksten Partei, also der CDU, statt“, sagt Garmatter. Und sein Mitstreiter Axel Wiczorke stellt fest: „Wir haben hier einen Sumpf von Presse und Wirtschaft.“ Wiczorke war einer der Macher des Films, über den Garmatter berichtet hatte. Beide haben hautnah erfahren, wie es ist, wenn man die lokalen Seilschaften nicht respektiert.
Mit dem Internet hat nun jeder die Möglichkeiten, seine Wahrheiten zu veröffentlichen. Als Journalist legt Garmatter Wert auf Qualität. Unter der Rubrik „Über uns“ sind die journalistischen Grundsätze von hohenlohe-ungefiltert.de aufgelistet. Sie entsprechen weitgehend dem Verhaltenskodex von Netzwerk Recherche. „Das sind sehr hohe Ansprüche“, so Wiczorke. „Und man muss ehrlicherweise sagen, dass die nicht immer eingehalten werden können.“ Er selber sei weniger der Schreiber, er suche woanders Artikel, auf die er dann mit einem Anriss verlinkt. „Da geht es um Hintergründe zu Themen, die auch vor Ort wichtig sind, zum Beispiel Riester-Rente. Über die würde in unseren Zeitungen nie etwas Kritisches stehen.“
Zwischen 1.200 und 2.900 Zugriffe verzeichnet hohenlohe-ungefiltert.de pro Tag. „Gerade die Artikel, die sich mit lokaler Medienkritik befassen und mit der Person Christian von Stetten werden häufig angeklickt“, sagt Garmatter. Für ihn ein Beleg, dass die Menschen mehr interessiert als das, was in den lokalen Blättern steht.
Axel Wiczorke würde gerne das Layout der Seite ändern: „Das ist noch zu unübersichtlich.“ Insgesamt aber sieht er das Projekt auf einem guten Weg: „Schön wäre es, wenn sich mehr Menschen beteiligen würden und die Hohenloher irgendwann sagen: Wenn ich mich informieren will, klicke ich auf www.hohenlohe-ungefiltert.de.“

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