L.Mag – Magazin für Lesben

L steht für souveränes lesbisches Selbstverständnis, für Lust an lesbischem Lebensstil, Erotik und Erfolg – so formuliert Chefredakteurin Manuela Kay das Credo ihrer vor vier Jahren gestarteten Zweimonatspublikation. „Die Zeiten sind vorbei, in denen Lesben unter einem piefigen Image als lustfeindliche, graumausige, schmallippige, zu kurz gekommene Wesen vom anderen Stern galten.“

Das 84 Seiten starke Lifestyle Magazin – „keine Vereinszeitung, sondern eine professionell gemachte Illustrierte für lesbische Frauen in ganz Deutschland“ – erscheint im Berliner Jackwerth-Verlag, der mit Siegessäule und Du & Ich bereits Magazine für Schwule und Lesben herausgibt. Eine alteingesessene Redaktion mit einem Pool erfahrener Autorinnen und Fotografinnen sei von großem Vorteil, meint Kay, die selbst zehn Jahre die Siegessäule-Redaktion leitete.
Sex, Liebe, Geld, Job, Mode – jede Ausgabe von L.mag hat einen roten Faden, der sich durchs Heft zieht. Politische Themen finden in ihrer Relevanz zu gesellschaftlichen Problemen von Lesben ihren Niederschlag. Kultur, die schwul-lesbischen Höhepunkte des Jahres wie der Christopher-Street-Day oder die Gay-Games, Promis, Klatsch, ein Kummerkasten mit „Augenzwinkern“, Service für die Leserin – L.mag lehnt sich bewusst an die Machart klassischer Frauenzeitschriften an. Erstmals sind für dieses Jahr auch Sonderhefte wie zur Fernsehserie „L-word“ in Planung.
„Wer alles, wo lesbisch draufsteht, für Porno­grafie hält, irrt gründlich“, sagt Kay, die auch als Buchautorin zu lesbischen Themen bekannt wurde. Erotik ja, Pornografie nein. Auf diese Grenzen werde vor allem in der Fotoarbeit, die mit freiwilligen Laienmodels gemacht wird, sehr genau geachtet. Auch in der Gestaltung, die sich in ihrer Professionalität von kopierten Vereinsblättern der schwul-lesbischen Szene sehr deutlich abhebt. Dabei: „Sex-Magazine sind verklemmt. Wir sind viel offener.“ Auch Transsexuelle oder Bisexuelle werden angesprochen.
Dennoch brauchte es drei Anläufe, bis L.mag richtig wahrgenommen wurde. Zwar ließ sich das kos­tenlose Startprojekt 2003 gut an, war aber finanziell nicht durchzuhalten. Das folgende A5 Pocket-Verkaufsheft ging am Kiosk unter. Erst die Entscheidung für traditionelles A4 Format brachte die Resonanz, inzwischen 6.000 Abos und eine Auf­lage von 30.000 – zu kaufen für 3,50 Euro an Bahnhofskiosken, in der Szene bei Lesbenberatungen oder in Frauencafés.
Die Zielgruppe lese das Heft sehr kritisch, die Resonanz sei erstaunlich gut. Die Chefredakteurin berichtet über teils sehr persönlich gefasste Leserbriefe, mit denen sich die Absenderinnen ausführlich über ihr Lesbischsein austauschen wollen. Sie weiß auch, dass viele noch Angst vor der eigenen Courage haben, weil sie Nachteile befürchten. „Wir wollen unser lesbisches Leben positiv und normal rüberbringen.“ Insofern sieht sie in L.mag – so merkwürdig das klingen mag – auch eine gewisse Vorbildfunktion.

www.L-MAG.de

nach oben

weiterlesen

Auch intern unbequem

„Panorama“ ist nicht das erste, aber das älteste Politikmagazin im deutschen Fernsehen. Und es hatte eine schwere Geburt. Was da am 4. Juni 1961 auf dem Bildschirm in Schwarz-Weiß Premiere feierte, war ein ziemlich unverdaulicher Kessel Buntes aus aktueller Politik, Auslandsreportage und Unterhaltung. Doch schon bald hatte „Panorama“ seine erste Sternstunde.
mehr »

Zwischen Utopie und Realität

Vor 75 Jahren, am 17. Mai 1946, schickte der Münchner Kabarettist Werner Finck ein launiges Telegramm nach Babelsberg: „Ein ferner Wink von Werner Finck, damit das Ding Euch wohl geling.“ Gemeint war die Deutsche Film-A.G., kurz DEFA genannt, die erste deutsche Filmfirma nach dem Zweiten Weltkrieg, die an jenem Tag eine Lizenz zur „Herstellung von Filmen aller Art“ erhielt. Neben deutschen, darunter auch einigen aus dem Exil zurückgekehrten Filmschaffenden waren Kulturoffiziere der Sowjetischen Besatzungszone maßgeblich an der Gründung beteiligt. Und doch verstand sich die DEFA zunächst als gesamtdeutsches Unternehmen. Viele der frühen, hochfliegenden Träume endeten…
mehr »

Polizeigewalt in Kolumbien

Kolumbiens Polizeieinheiten zur Aufstandsbekämpfung (ESMAD) werden für Dutzende von Toten und Schwerverletzten seit dem Beginn der sozialen Proteste im Frühjahr verantwortlich gemacht. Dabei wurden auch Journalisten gezielt bei ihrer Arbeit angegriffen, kritisiert die Stiftung für Pressefreiheit (FLIP). Videos, Fotos und Zeugenaussagen aus Städten wie Sibaté, Cali und Popayán belegen das. Doch die Regierung in Bogotá geht auch verbal gegen kritische Berichte vor allem in den sozialen Medien vor: von Cyber-Terrorismus ist die Rede. Für Jonathan Bock, FLIP-Direktor, ein Angriff auf die freie Meinungsäußerung.
mehr »

Trauer um Karl Königbauer

Bei einem tragischen Unfall während einer Bergwanderung am Heuberg bei Brannenburg ist vor wenigen Tagen Karl Königbauer (65) ums Leben gekommen. Der erfahrende Bergsteiger, der auch schon einige Sechstausender bezwungen hat, ist offensichtlich abgestürzt und zog sich dabei tödliche Verletzungen zu.
mehr »