Regenwald Report

Rettet den Regenwald wurde 1986 als unabhängige Umweltorganisation gegründet – als in Deutschland praktisch „noch nichts zum Schutz der Regenwälder getan wurde“, wie sich Gründer Reinhard Behrend erinnert. Bis heute ist der 58jährige Soziologe Vorsitzender des in Hamburg beheimateten gemeinnützigen Vereins und koordiniert als Herausgeber den Regenwald Report.

Eine Vorläufer-Publikation entstand zeitgleich mit Vereinsgründung. Anfangs wurden Informationen von Umweltgruppen aus den USA übersetzt, getippt, fotokopiert und an Gruppen und Umweltaktivisten bundesweit verschickt. Als das Interesse am Lebensraum Regenwald massiv zunahm, wurde die „Regenwälder Zeitung“ in „Regenwald Report“ umbenannt und erscheint seit dem Ende der 80er Jahre vierteljährlich mit rund 50.000 Auflage. Schwarz-weiß Fotos und wie „selbstgemachtes Erscheinungsbild“ sind inzwischen professionellen Farbfotos, Texten und Layout gewichen. Als Redaktionsleiter redigiert das Blatt alle Vierteljahre der freie Journalist Werner Paczian, die Texte aus der ganzen Welt werden von einem kleinen, mit Regenwaldprojekten eng verbundenen Autorenstamm zugeliefert. Ein globales Computernetzwerk verbindet die Redaktion mit Aktivisten in Kanada, Australien, Afrika oder Asien. Die Autorinnen und Autoren behandeln Themen, die so fast nirgendwo anders erscheinen und in Facetten, die in der Öffentlichkeit so nicht wahrgenommen werden: Wie der Bioenergie-Boom zu noch mehr Hunger führt. Wie Goldgewinnung den Regenwald zerstört. Wie Kautschukzapfer, Indianer und Waldbauern auf den Regenwald als Lebensraum angewiesen sind. Wie auf die Geschäfte von Banken und Konzernen Einfluss genommen werden kann…
In meist längeren Reportagen, Berichten, Dokumentationen werden Sichtweisen der von Regenwaldzerstörung Betroffenen aufgegriffen. Die kleine journalistische Form findet sich ab und an in Nachrichten über erfolgreiche Umweltschutzaktionen, auf andere Rubriken wird verzichtet. Teilweise großformatige Fotos – mit Sorgfalt über die Kontakte der Umweltschützer gesucht, manchmal von professionellen Fotografen kostenfrei zur Verfügung gestellt – spiegeln das Milieu vor Ort authentisch wider. Angesichts der „aktuell größten Bedrohung der Natur“ hat Behrend eine solche Flut von Informationen auf dem Tisch, dass er „jede Woche hundert Seiten“ füllen könnte. Doch es bleibt bei 16 Seiten, weil mehr das ausschließlich über Spenden finanzierte Budget des Vereins sprengen würde. Das Blatt hat keine Werbung, Autoren mit einem anderen Hauptberuf arbeiten honorarfrei. Abos kosten nichts, sind aber mit einer Spendenbitte verbunden, was funktioniert. Etwa 400.000 Euro kommen pro Jahr zusammen, von denen auch Protestaktionen und Partnerprojekte unterstützt werden. Alle zwei Wochen ist auf der dreisprachigen Website www.regenwald.org Aktuelles zum Regenwald zu lesen – „damit erreichen wir auch unsere Partner im Ausland“, setzt Behrend auf den Ausbau des neuen Mediums.

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