Schon entdeckt?  Femotion Radio

screenshot: femotion.de

Femotion Radio ist ein relativ neues digitales Audioangebot von Frauen für Frauen. Der Sender wünscht sich diejenigen, die „aktiv im Leben und zu ihrer femininen Seite stehen“. Das klingt zuerst einmal etwas nach „Frauenzeitschrift“, doch beim Reinhören entpuppt sich das Sendeangebot als vielschichtiger Kosmos aus Geschichten über leichtere, aber auch schwierige und/oder sensible Themen, von Ratschlägen und nützlichen Tipps und regelmäßigen Blicken über den (weiblichen) Tellerrand.

Seit Mai 2021 ist Femotion auf Sendung und wird vom Standort Leipzig aus über IP Stream sowie in NRW landesweit digital über DAB+ verbreitet. Weiteres „Verschwesterungspotenzial“ bergen Soziale Medien, Web und eine App, die in Vorbereitung ist. Das Frauenradio ist Teil der Sendergruppe des national tätigen Medienunternehmens Teutocast GmbH, hinter der unter anderem der Gründer des ersten privaten Radios in Sachsen (PSR), Erwin Linnenbach, steht.

„Frauen sind ein großartiges Team. Und solltet ihr denjenigen treffen, der irgendwann mal das Gegenteil behauptet hat: Schickt ihn vorbei. Wir müssen reden!“, wird auf der Webseite des Senders geradezu aufgerufen, in den Studios im Leipziger Stadtteil Plagwitz reinzuschauen. Wenn man das tut, steht man in einem großzügigen und schick sanierten Gründerzeit-Klinkerbau, in dem früher Handfestes produziert wurde. Heute sendet Teutocast aus allen Etagen für Frauen, aber auch Sportfans und Trucker. Redaktionsleiterin Conny Bols ist eine erfahrene Radiofrau, die erklärtermaßen gern Mama ist und dennoch mit tradierten Frauenrollen aufräumen will. Sie erzählt, wie sich das Team mitten in der schlimmsten Coronazeit jeden Abend zusammentelefonierte, Vorstellungen austauschte und so das Profil des Senders schärfte, bevor er – ausgerechnet am „Herrentag“ im Mai 2021 – „on Air“ bzw. online ging.

Mastermind des Ganzen ist Ina Tenz, die den stolzen Titel Head of Content and Strategy trägt und vorher als Programmdirektorin bei landesweiten Sendern tätig war. Über viel Moderationserfahrung verfügt auch Susi Kraft, die sich gern selbst als „Clown in town“ bezeichnet. An der Seite der reiferen Frauen stehen junge, talentierte Radioredakteurinnen wie Svenja Rakel (24), die ebenfalls seit Anbeginn dabei ist und für ungewöhnliche Beiträge sorgt. Viele Themen würden so jedenfalls nicht im klassischen „Hitradio“ laufen.

Auf der Femotion-Webseite sind in der Rubrik FEMfaces eine Reihe von starken Frauen und ihre Geschichten versammelt, die anderen Mut machen sollen, alles zu tun, was Männer schon immer machen. Und es fallen auch die fast zwei Dutzend thematisch vielfältigen Podcasts auf, die nach Senderangaben alle selbst produziert werden – vom Business-Lunch über Politikerinnen-Porträts bis zur Sprechstunde mit Intim-Expertinnen. Musikalisch im Mainstream unterwegs, der keiner Frau wehtun dürfte, eignet sich Femotion durchaus auch zum nebenbei Hören im Büro. Und die Weihnachtslieder a la „Last Christmas“ von Wham! sind ja zum Glück bald wieder für ein Jahr raus aus der heavy rotation. Also, Männer, hört mal rein!

 

 

 

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