DuMont-Redaktionen: Tarifverhandlungen in drei Städten

Warnstreik bei der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft in Köln
Foto: ver.di

In mehreren DuMont-Redaktionen wird aktuell über Tarif­regelungen verhandelt. So wol­len die Gewerkschaften einen einheitlichen Tarifvertrag für die Redakteur_innen von Berliner Zeitung und Berliner Kurier sowie der Online-Portale vereinbaren.

Beschäftigte waren nach Abwicklung der traditionellen Redaktionen im Berliner Verlag und der Aufgabe des Verlagshauses am Berliner Alexanderplatz mit neuen Arbeitsverträgen in die Berliner Newsroom GmbH eingestellt worden und sind ohne Tarifbindung. Für sie, die Onliner der Berlin 24 GmbH und die sogenannte Hauptstadtredaktion (DuMont Redaktionsgemeinschaft GmbH) sehen die dju in ver.di und der DJV die Anerkennung des Flächentarifvertrages für Redakteur_innen an Tageszeitungen als Verhandlungsziel – sowohl hinsichtlich der Mantel- als auch der Gehaltstarifregelungen. Damit müssten auch die bisher niedrigen Gehälter der meisten Onliner zügig angehoben werden. Außerdem soll für alle rund 150 Re­daktionsbeschäftigten der Tarifvertrag über die Altersversorgung (Presseversorgungswerk) gelten. Seit März wurde verhandelt. Es sei „schon einiges erreicht“, doch hoffe man „mit Blick auf die parallelen Verhandlungen in Köln“ auf ein noch besseres Ergebnis und wolle akut keine Termine vereinbaren, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaften.

Auch bei der fusionierten Rheinischen Redaktionsgemeinschaft, zuständig für die Lokalteile von Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnischer Rundschau, geht es um einen Anerkennungstarifvertrag, der zugleich unterschiedliche Regelungen angleichen soll. Da die Verhandlungspositionen laut gewerkschaftlicher Tarifkommission noch weit auseinandergelegen hatten, waren die Beschäftigten Mitte August zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Eine hohe Beteiligung am 14. August (Foto) sicherte in der vierten Runde Verhandlungsfortschritte. Nun sei Konsens, dass über Tarifverträge gesprochen wird, nicht nur über Entgeltordnungen oder ähnliche innerbetriebliche Regelungen, informierten dju und DJV NRW. Die Geschäftsführung wolle ein neues Angebot vorlegen.

Tarifforderungen stehen jetzt auch beim DuMont-Blatt Hamburger Morgenpost. Nach der Unternehmensankündigung, elf von 83 Stellen in Redaktion und Verlag zu streichen und das komplette Politik-Ressort nach Berlin zu verlagern, verlangen ver.di und DJV einen Sozial- und zusätzlich einen Zukunftstarifvertrag. Bei einer Protestkundgebung am 23. August bekräftigten Beschäftigte die Forderungen. Erste Verhandlungen sind für den 11. September angekündigt.

Weiterlesen

Kölner streiken für Tarifbindung

DuMont macht das Licht aus am Berliner Alex

http://zeitungsmacher.koeln/

https://dumontschauberg.wordpress.com

nach oben

weiterlesen

Soforthilfe für Soloselbstständige

Unbürokratische Hilfen für kleine Unternehmen und Soloselbstständige: Wer wegen der jetzt beschlossenen, neuerlichen Corona-Beschränkungen in der Kultur- und Veranstaltungsbranche Umsatzverluste erleidet, bekommt 75 Prozent der Einnahmeausfälle vom Bund ersetzt. Das bekräftigten die zuständigen Bundesminister und informierten am 29. Oktober zum Procedere.
mehr »

Tarifabschluss bei der Deutschen Welle

Nach einer monatelangen Hängepartie mit zähen Verhandlungen konnte in der Tarifauseinandersetzung bei der Deutschen Welle (DW) am Abend des 7. Oktober ein Abschluss über insgesamt 6,2 Prozent mehr Geld für 33 Monate erzielt werden. Nachdem die Verhandlungen in der fünften Runde gescheitert waren, kam es an den Standorten der DW in Bonn und Berlin zu Warnstreiks. Sie bewirkten offenbar, dass die Verhandlungen wiederaufgenommen wurden und nun zügig zu einem Ergebnis führten.
mehr »

Zeitungsbote gewinnt in zweiter Instanz

In den meisten Branchen ist es eine Selbstverständlichkeit: Wer nachts arbeitet, bekommt auch Nachtzuschläge. Oft ist das in Tarifverträgen geregelt. Eine Branche versucht - trotz klarer rechtlicher Vorgaben - sich drumherum zu mogeln und wortreich Sonderregelungen für sich zu reklamieren: Zeitungsverlage wie der Aschendorff Verlag (Westfälische Nachrichten) in Münster. Das lassen sich nicht alle Zeitungsboten gefallen. Einer klagte jetzt erfolgreich auf Nachzahlung.
mehr »

Weiterer Warnstreik bei Deutscher Welle 

Erneut kam es bei der Deutschen Welle zu einem Warnstreik, der zu Sendeausfällen im News-Bereich führte. Jeweils bis zu 100 Kolleg*innen waren an den Standorten Köln und Bonn beteiligt. Der Etat der Deutschen Welle steigt auch in 2022 garantiert, dennoch gibt es bisher kein konkretes Angebot der Intendanz der Deutschen Welle in der laufenden Tarifauseinandersetzung. Mittlerweile zeichnet sich ab, dass Anfang Oktober weiterverhandelt wird.
mehr »