Erneuter Stellenabbau bei Reuters geplant

Im deutschen Büro der globalen Nachrichtenagentur Reuters sollen aus strategischen Gründen zehn von 80 Stellen im Textbereich gestrichen werden. Vor wenigen Tagen hatte bereits der Deutschlandfunk berichtet, dass es laut einer E-Mail des Reuters-Europa-Chefs an Mitarbeiter_innen zu Jobverlusten in einigen europäischen Niederlassungen kommen solle. In den letzten sechs Jahren sind bei Reuters Deutschland bereits 20 Prozent der Stellen weggefallen. ver.di fordert den Verzicht auf den angekündigten Abbau und will die Geschäftsführung gemeinsam mit dem Betriebsrat zu Gesprächen auffordern.

„Thomson Reuters schreibt Gewinne und ist in Deutschland eine erfolgreiche Nachrichtenagentur“, sagte dju-Landesgeschäftsführer von Berlin-Brandenburg, Jörg Reichel. Der Konzern wolle offenbar seine in den kommenden Jahren geplanten Investitionen in Wachstumsregionen wie China durch die Streichung von Stellen unter anderem in Deutschland finanzieren. Der Personalabbau solle über freiwillige Vereinbarungen erfolgen.

Derzeit beschäftigt Reuters in Deutschland – TV und Fotografen eingerechnet – noch rund 110 Journalistinnen und Journalisten, die mit einem Schwerpunkt auf Wirtschafts- und Finanzthemen berichten. „Die Redaktion ist in Sorge. Der Rotstift wird ohne Not angesetzt. Die Geschäftsführung täte gut daran, das Vertrauen wieder herzustellen und arbeitsfähige Strukturen sicherzustellen“, so Reichel.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Reformstaatsvertrag: Zweifel am Zeitplan

Der Medienrechtler Dieter Dörr bezweifelt, dass es den Bundesländern gelingt, sich gemäß ihrer Planungen bis Ende Oktober auf einen Reformstaatsvertrag zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu verständigen. Er halte „diesen Zeitplan, um es vorsichtig auszudrücken, für ausgesprochen optimistisch“, sagte Dörr auf M-Anfrage. Nach dem bisherigen Fahrplan sollte der Reformstaatsvertrag dann bei der Ministerpräsidentenkonferenz im Dezember 2024 unterzeichnet werden.
mehr »

Reform oder Abrissbirne im Hörfunk

Die Hängepartie um Finanzierung und Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ÖRR) geht weiter. Nach wie vor sträuben sich ein halbes Dutzend Ministerpräsidenten, der Empfehlung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) für eine Beitragserhöhung um 58 Cent auf 18,94 Euro zu folgen. Bis Oktober wollen die Länder einen Reformstaatsvertrag vorlegen, um künftig über Sparmaßnahmen Beitragsstabilität zu erreichen. Einzelne ARD-Sender streichen bereits jetzt schon ihre Hörfunkprogramme zusammen.
mehr »

Filmschaffende kriegen künftig mehr

In der achten Tarifverhandlungsrunde für die rund 25.000 Filmschaffenden haben sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), die Schauspielgewerkschaft BFFS und die Produktionsallianz auf Eckpunkte einer vorläufigen Tarifeinigung verständigt. Doch nicht alle Verhandlungsthemen konnten geklärt werden. Die Frage nach der Regelung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Film wurde verschoben.
mehr »

Wie ethisch kann KI berichten?

Ein ethischer Kompass ist angesichts zunehmender Desinformation immer wichtiger – für Journalist*innen, aber auch Mediennutzende. Positivbeispiele einer wertebewussten Berichterstattung wurden jüngst zum 20. Mal mit dem Medienethik Award, kurz META, ausgezeichnet. Eine Jury aus Studierenden der Stuttgarter Hochschule der Medien HdM vergab den Preis diesmal für zwei Beiträge zum Thema „Roboter“: Ein Radiostück zu Maschinen und Empathie und einen Fernsehfilm zu KI im Krieg.
mehr »