Gesprächsbereit

Haustarifverhandlungen für Nordwest-Zeitung in Sicht

Die Geschäftsführung der Nordwest-Zeitung (NWZ) in Oldenburg hat sich nunmehr bereit erklärt, am 17. November mit ver.di und dem DJV über einen Haustarifvertrag zu sprechen.


Ende Juli war die NWZ mit Verlag und Servicegesellschaft aus der Tarifbindung in den OT-Status ausgeschert und hatte Haustarifverhandlungen mit den Gewerkschaften trotz mehrmaliger Aufforderung abgelehnt. Die NWZ verlangt schlechtere Konditionen für Neueinsteiger einschließlich der bisher als Leiharbeiter beschäftigten Kollegen. Sie will damit im Betrieb durchsetzen, was die Gewerkschaften in der jüngsten Flächentarifrunde der Zeitungsredakteurinnen und -Redakteure abgewehrt hatten. Auch die niedersächsischen Verleger hatten einen Abschluss ohne Tarifvertrag 2 letztlich akzeptiert.
Die Geschäftsführung der NWZ hat bisher ausschließlich auf Verhandlungen mit dem Betriebsrat über eine Betriebsvereinbarung zur Vergütungsstruktur gesetzt, wie sie als Ersatzregelung in tariflosen Betrieben rechtlich möglich ist. Darüber gab es aber keine Einigung mit dem Betriebsrat.
Das Verlangen nach einem Haustarif hatte sich im Oktober in der von einer deutlichen Mehrheit aller Beschäftigten getragenen Unterschriftenaktion gezeigt. Nach einer Betriebsversammlung am 2. November, in der viele Beschäftigte aus Verlag und Redaktion in engagierten Redebeiträgen die Aufnahme von Tarifverhandlungen über faire Tarifbedingungen auch für Neueingestellte forderten, lenkte die Geschäftsführung ein.

wen

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

„Desinformation gefährdet Leben“

Politische Kommunikation studierte Johannes Hillje an der London School of Economics, Politikwissenschaften an der Universität Mainz. Er arbeitet als Politik- und Kommunikationsberater und ist Autor. In seinem Buch „Mehr Emotionen wagen“ beschreibt er, wie Gefühle die politische Landschaft beeinflussen. Wir sprachen mit ihm über emotionale Wahlkämpfe, journalistische Strategien und den Umgang mit Antidemokraten.
mehr »

Katapult MV: Die Stimme für den Norden

Die kleine Redaktion von Katapult MV stellt im Flächenland mit 1,57 Millionen Einwohner*innen mit einer monatlichen Zeitung und aktuellen Online-Beiträgen ein Gegengewicht in der Berichterstattung dar. Wir sprachen mit Chefredakteur Patrick Hinz über Lokaljournalismus, die anstehenden Landtagswahlen und den journalistischen Umgang mit der AfD.
mehr »

Berichten wo es ungemütlich ist

In autoritär regierten Staaten geraten auch ausländische Medienschaffende zunehmend unter Druck: Einreiseverbote, die Verweigerung von Visa und andere Repressionen erschweren die Arbeit von Korrespondent*innen. In vielen Fällen bleibt ihnen nur noch die Berichterstattung aus dem Ausland ohne direkten Zugang zum Land selbst.
mehr »

Lobbylandkarte: Big Tech mischt mit

Es sind Karten wie die des Zentrums für Digitalrechte und Demokratie mit dem Titel „Big Tech Lobbylandkarte Deutschland“, die das Bewusstsein dafür ändern können, wie stark Big-Tech-Konzerne in Deutschland tatsächlich längst verankert ist und bis wohin ihr langer Arm reicht.
mehr »