Gesprächsbereit

Haustarifverhandlungen für Nordwest-Zeitung in Sicht

Die Geschäftsführung der Nordwest-Zeitung (NWZ) in Oldenburg hat sich nunmehr bereit erklärt, am 17. November mit ver.di und dem DJV über einen Haustarifvertrag zu sprechen.


Ende Juli war die NWZ mit Verlag und Servicegesellschaft aus der Tarifbindung in den OT-Status ausgeschert und hatte Haustarifverhandlungen mit den Gewerkschaften trotz mehrmaliger Aufforderung abgelehnt. Die NWZ verlangt schlechtere Konditionen für Neueinsteiger einschließlich der bisher als Leiharbeiter beschäftigten Kollegen. Sie will damit im Betrieb durchsetzen, was die Gewerkschaften in der jüngsten Flächentarifrunde der Zeitungsredakteurinnen und -Redakteure abgewehrt hatten. Auch die niedersächsischen Verleger hatten einen Abschluss ohne Tarifvertrag 2 letztlich akzeptiert.
Die Geschäftsführung der NWZ hat bisher ausschließlich auf Verhandlungen mit dem Betriebsrat über eine Betriebsvereinbarung zur Vergütungsstruktur gesetzt, wie sie als Ersatzregelung in tariflosen Betrieben rechtlich möglich ist. Darüber gab es aber keine Einigung mit dem Betriebsrat.
Das Verlangen nach einem Haustarif hatte sich im Oktober in der von einer deutlichen Mehrheit aller Beschäftigten getragenen Unterschriftenaktion gezeigt. Nach einer Betriebsversammlung am 2. November, in der viele Beschäftigte aus Verlag und Redaktion in engagierten Redebeiträgen die Aufnahme von Tarifverhandlungen über faire Tarifbedingungen auch für Neueingestellte forderten, lenkte die Geschäftsführung ein.

wen

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Umfrage: SoloS sollten mehr über Geld reden

7250 Honorardatensätze zeigen: Solo-Selbstständigkeit ist überwiegend „kein faires Geschäftsmodell“. Trotz hoher fachlicher Qualifikation und langjähriger Berufserfahrung würden Kreative nicht leistungsgerecht entlohnt. Zu diesem nicht überraschenden, doch ernüchternden Fazit kam eine Podiumsrunde im Leipziger Haus der Selbstständigen bei der Auswertung einer branchenübergreifenden Honorarumfrage, der sich 54 Gewerkschaften, Berufsverbände und Interessenvertretungen Solo-Selbstständiger anschlossen.
mehr »

„Tagesspiegel“ bekommt Tarifvertrag

Einigung nach langen Verhandlungen: ver.di und der DJV haben heute den Tarifvertrag für den Berliner „Tagesspiegel“ unterschrieben. Damit verpflichtet sich das Medienhaus, ab dem 1. Januar 2023, die Mantel- und Gehaltstarifverträge für Redaktion und Verlag sowie den Tarifvertrag über die Altersversorgung für Redakteur*innen an Tageszeitungen anzuwenden. „Dass der Tagesspiegel sich für einen Tarifvertrag entschieden hat, ist ein wichtiger Schritt für die Arbeitsbedingungen der Medienbranche in Berlin“, sagte der zuständige Gewerkschaftssekretär Jörg Reichel von ver.di.
mehr »

ARD-Streiktag: Mit viel Wut im Bauch

Mit Entschlossenheit und einer gehörigen Portion Wut sind an vielen ARD-Standorten hunderte Beschäftigte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks am 9. November in den Warnstreik getreten. Sie reagierten mit dieser konzertierten Aktion, zu der ver.di aufgerufen hatte, auf die festgefahrenen Tarifverhandlungen in der ARD. Mehr als 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus sieben Sendern beteiligten sich. Bei der Deutschen Welle in Bonn und Berlin gab es aktive Mittagspausen vor den Häusern. In vielen Programmen kam es zu Ausfällen, Sendungen aus der Konserve mussten Lücken füllen. 
mehr »

Ver.di ruft ARD-weit zu Warnstreiks auf

Wegen der festgefahrenen Haustarfiverhandlungen ruft ver.di an diesem Mittwoch zu Warnstreiks in den ARD-Sendern auf. Ver.di fordert durchschnittlich Gehalts- und Honorarerhöhungen um sechs Prozent und stärkere Tariferhöhungen besonders für Berufseinsteiger*innen und niedrige bis mittlere Entgelthöhen. Außerdem sollen die Laufzeiten der Tarifabschlüsse auf zwölf Monate begrenzt werden. Das Angebot der Rundfunkanstalten reiche nicht aus.
mehr »