Milchstraße auf Tarifflucht

HAMBURG. Die Verlagsgruppe Milchstraße ist erneut von einer Umstrukturierung betroffen. Vor rund zwei Wochen kündigte die zu Burda gehörende Gruppe an, die Funktionen Schluss- und Bildredaktion sowie das Data- und Quality-Management für ihre Titel TV Spielfilm, TV Today, Cinema, TV Schlau und Fit for Fun zusammenzufassen und in die neu gegründete Redaktionsservice-Gesellschaft P-Eleven auszugliedern. 27 Beschäftigte sind von Entlassungen betroffen. Gleichzeitig sollen in dem neuen Unternehmen 20 Stellen mit erheblich verschlechterten Arbeitsbedingungen ausgeschrieben werden. Bei den Mitarbeitern stößt dieses Vorhaben auf heftigen Widerstand. In einem Offenen Brief an Hubert Burda geißeln die insgesamt 43 Unterzeichner das Vorhaben als „Kahlschlag, der dem jahrelangen Verfall der Unternehmenskultur in der Verlagsgruppe Milchstraße die Krone aufsetzt“. Hubert Burda setze als VDZ-Präsident mit der „unsozialen Tarifflucht“ ein „negatives Signal in der ganzen Presselandschaft“. Auch die dju in Hamburg übte scharfe Kritik. „Dieses Vorgehen stellt eine krasse Umgehung von sozialen Schutzvorschriften dar. Hinter der Hochglanzfassade des Burda-Unternehmens setzt man zudem auf das Spiel mit der Angst“, sagte für die dju Martin Dieckmann, ver.di-Fachbereichsleiter Medien, Kunst und Industrie Hamburg.

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Schutzkodex: Ein wichtiges Signal für die Pressefreiheit   

Auf der Website www.schutzkodex.de finden Journalist*innen und andere Medienschaffende jetzt Unterstützung, wenn sie von Gewalt und Hetze in der realen und virtuellen Welt betroffenen sind. Sie erfahren dort auch, ob ihr Arbeit- oder Auftraggeber dem „Schutzkodex für Medienschaffende in Bedrohungslagen“ beigetreten ist. Die Resonanz der Medienhäuser sei bisher „enttäuschend“, kritisiert Monique Hofmann, Bundesgeschäftsführerin der dju in ver.di, die zu den Initiator*innen des Schutzkodex’ gehört.
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Urteil: Türkei muss Yücel Schmerzensgeld zahlen

Die Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel in der Türkei wegen angeblicher „Terrorpropaganda“ war nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) menschenrechtswidrig. Yücel sei vor allem wegen seiner kritischen Berichterstattung ein Jahr lang in Untersuchungshaft genommen und damit in seinem Recht auf freie Meinungsäußerung und seinem Freiheitsrecht verletzt worden, entschied der Gerichtshof am Dienstag in Straßburg. Die Türkei müsse dem Journalisten eine Entschädigung von 13.300 Euro zahlen (AZ: 27684/17). Politiker und Organisationen begrüßten das Urteil.
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Streichkonzert bei Stuttgarter Zeitungen

Bei der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“, soll erneut gespart werden. Bis Jahresende sollen bis zu 55 Stellen in der Verlagsgruppe wegfallen, die zur Südwestdeutschen Medien Holding (SWMH) gehört. Verkauft wird dieser Kurs als Umstrukturierung nach einem ganz neuen Modell mit dem Fokus auf Digitalabos. Alle Ressorts werden abgeschafft. Themen-Teams liefern die Artikel. Lokale Berichterstattung wird minimiert. 
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Eine Black Box voller Gefahren und Nutzen

Künstliche Intelligenz (KI), auch als maschinelles Lernen (ML) oder artifizielle Intelligenz (AI) bekannt, dringt in den (Online-)Journalismus vor. Vor allem mit der Frage, wie KI als Werkzeug für qualitativ hochwertigen Journalismus genutzt werden kann, befasste sich eine Online-Veranstaltung vom „Cyber Valley“ des Max-Planck-Instituts for Intelligent Systems Stuttgart. Deutlich wurde: Die vielzitierten Fußballspiele und der Wetterbericht sind beileibe nicht die einzigen Textgestaltungs-Anwendungen für eine KI.
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