Milchstraße auf Tarifflucht

HAMBURG. Die Verlagsgruppe Milchstraße ist erneut von einer Umstrukturierung betroffen. Vor rund zwei Wochen kündigte die zu Burda gehörende Gruppe an, die Funktionen Schluss- und Bildredaktion sowie das Data- und Quality-Management für ihre Titel TV Spielfilm, TV Today, Cinema, TV Schlau und Fit for Fun zusammenzufassen und in die neu gegründete Redaktionsservice-Gesellschaft P-Eleven auszugliedern. 27 Beschäftigte sind von Entlassungen betroffen. Gleichzeitig sollen in dem neuen Unternehmen 20 Stellen mit erheblich verschlechterten Arbeitsbedingungen ausgeschrieben werden. Bei den Mitarbeitern stößt dieses Vorhaben auf heftigen Widerstand. In einem Offenen Brief an Hubert Burda geißeln die insgesamt 43 Unterzeichner das Vorhaben als „Kahlschlag, der dem jahrelangen Verfall der Unternehmenskultur in der Verlagsgruppe Milchstraße die Krone aufsetzt“. Hubert Burda setze als VDZ-Präsident mit der „unsozialen Tarifflucht“ ein „negatives Signal in der ganzen Presselandschaft“. Auch die dju in Hamburg übte scharfe Kritik. „Dieses Vorgehen stellt eine krasse Umgehung von sozialen Schutzvorschriften dar. Hinter der Hochglanzfassade des Burda-Unternehmens setzt man zudem auf das Spiel mit der Angst“, sagte für die dju Martin Dieckmann, ver.di-Fachbereichsleiter Medien, Kunst und Industrie Hamburg.

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Nicht jeder Köder ist der Presse erlaubt

Was im Rundfunk die Quote, ist im Internet die Zahl der Seitenaufrufe. Doch nicht jeder „Klickköder“ („Clickbait“) ist erlaubt. Diese Erfahrung musste jetzt die Programmzeitschrift TV Movie machen. Sie hatte ein Foto des Fernsehmoderators Günther Jauch auf ihrem Facebook-Profil veröffentlicht und ihn fälschlicherweise mit einer Krebserkrankung in Verbindung gebracht. Der Bundesgerichtshof hat den Bauer Verlag am 21. Januar 2021 dazu verurteilt, an Jauch eine fiktive Lizenzgebühr in Höhe von 20.000 Euro zu zahlen.
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Öffentlich-Rechtliche in der Bredouille 

Die Ablehnung der Eilanträge von ARD, ZDF und Deutschlandradio auf Erlass von einstweiligen Anordnungen zum Rundfunkbeitrag kurz vor Weihnachten stellt die Sender vor schwierige Entscheidungen. Um die Folgen von Sachsen-Anhalts „Nein“ zur Erhöhung des Rundfunkbeitrags für die öffentlich-rechtlichen Sender ging es bei der jüngsten Videokonferenz einer Initiative des Instituts für Journalistik der TU Dortmund „Innovative Wege zur Sicherung der Qualität und Vielfalt der Medien“.
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Angriffe auf Journalisten mehr als verdoppelt

Im vergangenen Jahr gab es bundesweit 252 Straftaten, die sich "gegen Medien" richteten. Darunter 22 Körperverletzungen, 33 Sachbeschädigungen, vier Brandstiftungen, mehr als 29 Fälle von Bedrohung und Nötigung, Volksverhetzung, Raub, Erpressung und diverse Propagandadelikte. Die Zahl der Vorfälle hat sich im Vergleich zu den Vorjahren mehr als verdoppelt, wie die Bundesregierung auf Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion bestätigte.
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Netflix schüttet erste Zusatzvergütungen aus

Mitwirkende an deutschen Serien-Produktionen von Netflix erhalten auf der Grundlage Gemeinsamer Vergütungsregeln erstmals Zusatzvergütungen. Zudem beteiligt sich das US-amerikanische Medienunternehmen an der Finanzierung der Themis-Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt e.V. Ein Interview mit Rachel C. Schumacher, Senior Counsel, Labour Relations, Netflix, und Bernhard F. Störkmann, Geschäftsführer der Deutschen Schauspielkasse (Deska).
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