Milchstraße auf Tarifflucht

HAMBURG. Die Verlagsgruppe Milchstraße ist erneut von einer Umstrukturierung betroffen. Vor rund zwei Wochen kündigte die zu Burda gehörende Gruppe an, die Funktionen Schluss- und Bildredaktion sowie das Data- und Quality-Management für ihre Titel TV Spielfilm, TV Today, Cinema, TV Schlau und Fit for Fun zusammenzufassen und in die neu gegründete Redaktionsservice-Gesellschaft P-Eleven auszugliedern. 27 Beschäftigte sind von Entlassungen betroffen. Gleichzeitig sollen in dem neuen Unternehmen 20 Stellen mit erheblich verschlechterten Arbeitsbedingungen ausgeschrieben werden. Bei den Mitarbeitern stößt dieses Vorhaben auf heftigen Widerstand. In einem Offenen Brief an Hubert Burda geißeln die insgesamt 43 Unterzeichner das Vorhaben als „Kahlschlag, der dem jahrelangen Verfall der Unternehmenskultur in der Verlagsgruppe Milchstraße die Krone aufsetzt“. Hubert Burda setze als VDZ-Präsident mit der „unsozialen Tarifflucht“ ein „negatives Signal in der ganzen Presselandschaft“. Auch die dju in Hamburg übte scharfe Kritik. „Dieses Vorgehen stellt eine krasse Umgehung von sozialen Schutzvorschriften dar. Hinter der Hochglanzfassade des Burda-Unternehmens setzt man zudem auf das Spiel mit der Angst“, sagte für die dju Martin Dieckmann, ver.di-Fachbereichsleiter Medien, Kunst und Industrie Hamburg.

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Facebook: Geheime Blacklist öffentlich

Facebook hat 968 Gruppen identifiziert, die sich als "militante soziale Bewegungen" klassifizieren lassen. Sie sind Teil einer größeren schwarzen Liste des Konzerns, auf der gefährliche Individuen und Organisationen stehen. Wer genau darauf zu finden ist, war bislang streng geheim. Doch die US-Non-Profit-Nachrichtenseite "The Intercept" hat nun die komplette interne Liste veröffentlicht und fordert vom Social-Media-Primus mehr Transparenz ein.
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Tarifrunde bei den Privatradios gestartet

Für die rund 1.000 Beschäftigten in Privatradios, die im Tarifverband Privater Rundfunk (TPR) zusammengeschlossen sind, haben die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Deutsche Journalistenverband (DJV) am 12. Oktober 2021 Tarifverhandlungen gestartet. ver.di fordert für die redaktionellen, technischen und kaufmännischen Beschäftigten einen Festbetrag in Höhe von 175 Euro, für Volontär*innen von 100 Euro und für Auszubildende von 50 Euro für eine Laufzeit über die kommenden zwölf Monate. Die Arbeitgebervertreter haben ihrerseits kein konkretes Angebot gemacht.
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Medien: Glaubwürdiger durch Klimaneutralität

„Es ist gut fürs Geschäft und fürs Klima“, resümiert Andreas Gustavsson, Chefredakteur der schwedischen Tageszeitung "Dagens ETC", die zwei Jahre lang auf fossile Werbeanzeigen verzichtete. Auf der Online-Fachtagung „Medienhäuser auf dem Weg zur Klimaneutralität“, zu der die dju in ver.di und die Initiative #fossilfreieMedien am 11. Oktober eingeladen hatten, diskutierten Medienvertreter*innen und Klimafachleute, was die Branche zur Bewältigung der Klimakrise beitragen kann.
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Bolivien: Geldwäsche und der Quellenschutz

Lange musste sich Bolivien den Vorwurf gefallen lassen, dass Geldwäsche dort leichter sei als in anderen Ländern. Nun versucht die Regierung von Luis Arce, gesetzlich nachzubessern. Doch gegen einige zentrale Inhalte des „Gesetzes gegen die Legitimierung unrechtmäßiger Gewinne“ laufen auch Boliviens Journalistenverbände Sturm. Ihnen geht es um den Quellenschutz, der durch einen Paragraphen in Frage gestellt wird. Anderen Akteuren um handfeste Vorteile.
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