Neue Tarifstruktur für Redakteure bei dpa

Nach fast einjähriger Verhandlungsdauer ist für die rund 500 festangestellten Inlandsredakteurinnen und -redakteure der Deutschen Presse-Agentur (dpa) eine völlig neu ausgestaltete Gehaltsstruktur unter Dach und Fach. Bei Neueinstellungen und Versetzungen wird sie bereits jetzt wirksam, für alle übrigen alten Beschäftigungsverhältnisse vom 1. Februar 2001 an.

Ziel der neuen Struktur war eine größere Ausgewogenheit der Bezahlung zwischen den Landesbüros und der Hamburger Zentrale, eine Anpassung an die geänderten Arbeitsstrukturen der Agentur und eine höhere Transparenz. Von den Gewerkschaften IG Medien und Deutscher Journalisten-Verband (DJV) mitgetragene Absicht der dpa-Geschäftsführung war auch eine langfristige Entlastung der Personalkosten zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Die neue Struktur räumt der Chefredaktion zudem mehr Flexibilität bei Versetzungen ein.

Die neue Struktur kennt für die Eingruppierung als Merkmale nur noch Dienstjahre, Jahre der dpa-Zugehörigkeit und Zulagen für – zeitlich befristete – Funktionen. Die ausgewiesene Gehaltsskala beginnt im 1. und 2. Berufsjahr bei 5.017 Mark pro Monat, wobei insgesamt 14 Gehälter pro Jahr gezahlt werden, und endet bei 8.247 Mark nach dem vollendeten 25. Berufsjahr. Die höchste Stufe ist aber auch schon nach 15 Jahren ununterbrochenen dpa-Zugehörigkeit erreicht.

Strukturausgleich sichert Anstieg der Effektiv-Gehälter

Bislang lag das höchste ausgewiesene Tarifgehalt bei rund 9.600 Mark. War das alte Gehalt höher als das neue, wird die Differenz als Strukturausgleich ausgewiesen.

Dieser wird bei jeder tariflichen Gehaltserhöhung verrechnet, doch höchstens mit 120 Mark auf das Monatsgehalt. Die Effektiv-Gehälter steigen weiterhin, gegebenenfalls wird die zeitlich nicht befristete Anpassung des Strukturausgleichs ausgesetzt.

Zum Grundgehalt kommen für folgende Positionen Zuschläge: Bezirksredakteure 500 Mark im Monat, Tischredakteure in den Landesbüros 900 Mark, Büroleiter und Dienstleiter in der Zentrale 1.050 sowie Bundesberichterstatter in Berlin im 1. und 2. Jahr 1.000 Mark, vom 3. Jahr an im Hauptstadtbüro 1.500 Mark monatlich. Diese Funktionszulage wird alle zwei Jahre nach dem Anstieg des Preisindex angepasst. Die Gehälter für leitende Redakteure und Redakteure mit Führungsausgaben unterliegen der freien Vereinbarung.

Volontäre erhalten ab vollendetem 22. Lebensjahr im 1. Ausbildungsjahr 2.656 Mark, im 2. Ausbildungsjahr 3.412 Mark. Ist die neue Struktur im Einzelfall günstiger als die alte, wird sie für bereits bei dpa beschäftigte Redakteure/innen rückwirkend zum 1. Januar 2000 umgesetzt.

Bei einer sofortigen Anwendung der neuen Struktur hätte sich nach Berechnung der Gewerkschaften für dpa eine jährliche Entlastung von rund 2,1 Millionen Mark ergeben. Die Auswirkungen des neuen Gehaltstarifvertrages werden aufgrund des Strukturausgleichs nun erst nach und nach eintreten und steht auch noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die dpa-Tarifkommissionen von IG Medien und DJV. Die Gewerkschaften erwarten, dass der künftig deutlich verringerte Anstieg der Personalkosten von der Unternehmensführung bei kommenden Tarifrunden berücksichtigt wird.

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