Neues Angebot

Aufforderung zur Tarifverhandlung für Filmschaffende

Die Filmproduktionswirtschaft befindet sich seit zwei Monaten in einem tariflosen Zustand. Deshalb hat ver.di Anfang März allen Verbänden der Film- und Fernsehproduzenten die Wiederaufnahme der Tarifgespräche angeboten. Die Verhandlungen waren am 1. Februar gescheitert, weil die Produzenten-Verbände die Beteiligung an den Sozialversicherungsabgaben für einzurichtende Zeitkonten abgelehnt und eine dreijährige Nullrunde bei den Filmgagen gefordert hatten.

Auf dem Tisch liegt nun ein Vorschlag von ver.di, der bis Ende Mai zu einem Tarifergebnis führen könnte. Kern ist die sofortige Einführung von Zeitkontoregelungen für auf Produktionsdauer Beschäftigte Film- und Fernsehschaffende. Außerdem sollen bis zum endgültigen Abschluss eines neuen Tarifwerkes also bis spätestens zum 31. Mai 2005 die alten Tarifverträge inkl. der Gagentabelle wieder in Kraft gesetzt werden. Die Arbeitsgemeinschaft Neuer Deutscher Spielfilmproduzenten will bis zum 8. April erklären, ob sie unter diesen Prämissen wieder verhandelt. Ein erster Termin könnte dann der 15. April sein. Dem Verband Deutscher Spielfilmproduzenten und dem Bundesverband Deutscher Fernsehproduzenten ist der gleiche Vorschlag übermittelt worden.

Informationen:

www.connexx-av.de

Nach intensiver Beratung im Tarifausschuss der Filmschaffenden hat ver.di ein optimiertes Zeitkontomodell entwickelt. Dies erfolgte angesichts des drohenden Countdowns bis Ende Januar 2006, ab dem zurückschauend auf die letzten zwei Jahre nur dann noch ein Anspruch auf Arbeitslosengeld I besteht, wenn 360 Beschäftigungstage angesammelt worden sind. Zusätzlich fordert ver.di eine Gagenerhöhung von 10 %, die nach einem Stufenplan innerhalb von drei Jahren erfolgen soll. Seit 2001 haben sich die Mindestgagen nicht verändert.

ver.di rät derzeit, in individuellen Vertragsverhandlungen Gagen nach der bisherigen Gagentabelle zu vereinbaren. Außerdem ist auf die Arbeitszeit in der Produktion zu achten. Das geltende Gesetz sieht tägliche Höchstarbeitszeiten von in der Regel acht und von zehn Stunden nur im Ausnahmefall vor.

wen

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Neues Mediengesetz für MV tritt in Kraft

Privates Lokal- und Regionalfernsehen steht unter hohem wirtschaftlichen Druck. Sinkende Werbeerlöse, steigende Kosten, fortschreitende Digitalisierung und veränderte Mediennutzung machen ihnen zu schaffen. In mehreren Bundesländern wird bereits seit längerem kommerzielles Lokal-TV mit Steuergeldern gefördert, um Medienvielfalt zu sichern. Auf diesen Weg setzt jetzt auch Mecklenburg-Vorpommern.
mehr »

BPK: Umstrittene Mitgliedschaft

Sachlich, an Tatsachen orientiert und fair – diesen Anspruch erhebt die Bundespressekonferenz (BPK), der Verein der Hauptstadtpresse, für die Berichterstattung ihrer Mitglieder. Parallelmedien haben dort dennoch einen Fuß in der Tür. Und werden damit normalisiert.
mehr »

Kämpferischer Auftakt im ÖRR

In politisch umkämpften Zeiten beginnen auch im ÖRR die Tarifverhandlungen. Ver.di ruft die Hamburger Beschäftigten beim NDR daher heute zum Warnstreik auf. Er beginnt am Dienstag und endet am Mittwoch um 1.30 Uhr. Seit Februar läuft der Tarifkonflikt um die Gehälter, Honorare und Ausbildungsvergütungen der rund 5.000 festen und freien NDR-Beschäftigten.
mehr »

Medizinische Hilfe wird verweigert

Willkürlich inhaftiert zu sein ist das eine, in der Haft krank zu sein und die dringend erforderliche medizinische Versorgung nicht zu erhalten ist das andere. Genau das müssen gerade mehrere Journalist*innen in Aserbaidschan erleiden.
mehr »