Streik bei Bavaria abgewendet

Sanierungstarifvertrag für Dekorationsbauer

„Wetten dass…?“ mit dem Bühnenbau durch die Bavaria Studios ist gesichert. Die Zeichen standen auf Streik bei der Bavaria Film- und Fernsehstudio GmbH, da der Arbeitgeber monatelang an Kündigungen von Bühnenbauern festhielt. Am 28. August einigten sich ver.di und die Geschäftsführung nach fast 14 Stunden Verhandlung auf einen Sanierungstarifvertrag mit Beschäftigungssicherung bis Ende 2009, betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen.
Insgesamt plante der Arbeitgeber in dem Unternehmen 28 Kündigungen, davon 10 im Dekorationsbau. Die Entscheidung der ver.di-Mitglieder, befristet in Warnstreiks zu treten, brachte dann Bewegung in die Verhandlungen. Bavaria drohten dadurch, wichtige Produktionen auszufallen sowie Live-Sendungen und Aufzeichnungen gestört zu werden. Der jetzige Sanierungstarifvertrag ist ein Vorteil für beide Seiten. Neben der grundsätzlichen Arbeitsplatzgarantie bis zum 31.12.2009 können Arbeitnehmer über Vorruhestandsregelungen und einvernehmlich getroffene Vereinbarungen ausscheiden. Auf der anderen Seite werden niedrigere Zuschläge gezahlt und der Arbeitgeber kann die Mitarbeiter ab sofort bis 165 Stunden unter der Sollarbeitszeit beschäftigen und damit Auftragsschwankungen ausgleichen. „Ein gutes Ergebnis – die Arbeitsplätze sind gesichert und der Dekorationsbau gewinnt an Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Jörg Reichel vom BundesFilmVerband BFV-ver.di Bayern.

Bei Bedarf Leiharbeiter

Zeitnah wolle ver.di nun über die geplanten Personalreduzierungen in den anderen Abteilungen sowie über den Einsatz der Leiharbeitsfirma SetLogistics Deutsche Film- & Bühnenservice GmbH verhandeln. Geschäftsführer von SetLogistics ist Frank Oliver Schultz gleichfalls Geschäftsführer von Bavaria. Letztere macht keinen Hehl daraus, Gekündigte bei Bedarf durch Leiharbeitnehmer ersetzen zu wollen. So umgehen die Gesellschafter ZDF, Landesförderbank und Bavaria Film den geltenden Tarifvertrag VTFF.


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