Verhandlungen für Filmschaffende noch ohne Ergebnis

Die Tarifverhandlung für Film- und Fernsehschaffende ist am 25. Oktober in die zweite Runde gegangen. Auf die Tarifforderungen von ver.di, nach denen die Wochengagen um einen Sockelbetrag von 50 Euro und 3,5% für auf Produktionsdauer beschäftigte Filmschaffende möglichst bald steigen sollen, gab es keine befriedigenden Angebote seitens der Produzentenallianz.


Die Produzenten beharren darauf, dass eine erste Tariferhöhung frühestens ab Juli 2012 wirksam werden dürfe. Auch nach dem Entgegenkommen von ver.di, über eine Gesamtlaufzeit von 24 Monaten für den Gagen- und Manteltarifvertrag zu verhandeln, wenn bereits ab Beginn des Jahres 2013 in sogenannten Tarifpflege-Gesprächen über nötige Änderungen am Tarifwerk gesprochen werden wird, hat die Arbeitgeber-Seite kein Angebot zu einer Gesamterhöhung der Gagen über diese Laufzeit genannt. Daraufhin wurde unterbrochen und als dritter Verhandlungstermin der 21. November festgehalten.
„Noch lässt sich nicht bewerten, ob die Produzenten zu einer für die Filmschaffenden befriedigenden Tariferhöhung bereit sind. Mit unseren Tarifforderungen schauen wir auf die Bedürfnisse der Filmschaffenden, die als absolute Spezialisten, kurzfristig und hochflexibel eingesetzt werden. Die Kolleginnen und Kollegen am Filmset und in der Postproduktion stehen aber immer auch mit einem Bein in der Prekarität und damit vor der Überlegung, der Filmbranche den Rücken kehren zu müssen. Wir können bisher nicht erkennen, ob die Produzenten das verstanden haben“, erklärte ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel.
Im Anschluss an die Verhandlung hat der ver.di-Tarifausschuss für Filmschaffende die Situation beraten. Kritisiert wurde dabei, dass sich die Produzenten noch nicht einmal zu einem ersten bezifferten Angebot bereit zeigen. Von der Produzentenallianz wird eine intensivere Bemühung um einen zügigen Gagenabschluss erwartet. Gleichzeitig bereitet sich der Tarifausschuss nun aber auch auf eine umfangreichere und damit wohl längere Tarifrunde vor. In der müsste dann auch über weitere materielle Verbesserungen in den allgemeinen Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen verhandelt werden.

nach oben

weiterlesen

Redaktionelle Artikel zu Discounter-Preisen

Die Social-Media-Anfragen bestimmen das Angebot: Immer mehr Marketing-Unternehmen und -Agenturen schreiben proaktiv freiberufliche Texter*innen und Redakteur*innen auf LinkedIn sowie Xing an und locken mit flexibler Arbeitszeiteinteilung, Homeoffice und anderen „Freiheiten“, um von ihrer Dumpingpreis-Wirtschaft abzulenken. Erst einmal Honig um den Texter-Mund schmieren, bevor es um die bittere Wahrheit der Entlohnung geht. Denn viele von ihnen wollen für redaktionelle Beiträge nur wenige Cents pro Wort zahlen.
mehr »

Freienvertretung in der Deutschen Welle

Bei der Deutschen Welle (DW) haben freie Mitarbeitende an den Standorten Bonn und Berlin eine eigene Vertretung gewählt. Der Freienrat besteht aus sechs Mitgliedern, jeweils drei für jeden Standort, zwei von ihnen sind in ver.di organisiert. 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten sich zur Wahl gestellt. Wahlberechtigt waren knapp 1.900 Beschäftigte. Die Wahlbeteiligung betrug knapp 40 Prozent.
mehr »

Filmtipp: „Silence Radio“

Der Dokumentarfilm „Silence Radio“ begleitet die bekannte mexikanische Journalistin Carmen Aristegui in ihrem Kampf gegen Drohungen und Zensur. Die Regisseurin Juliana Fanjul zeigt meisterhaft auf, wie gefährdet die Pressefreiheit in Mexiko ist. Und wie wichtig es ist, sich nicht einschüchtern zu lassen. „Die Angst darf nicht siegen“, ruft die Journalistin ihren Landsleuten in einer ihrer Sendungen zu.
mehr »

Tariflicher Zuschlag gehört obendrauf

Onlinezuschläge können laut tarifvertraglichen Regelungen beim Bayerischen Rundfunk nicht in Tagessätze für die Honorierung von TV-und Hörfunkbeiträge eingepreist werden, sondern sind zusätzlich zu zahlen. Das besagt ein Urteil des Arbeitsgerichts München, mit dem ein arbeitnehmerähnlicher Freier vom Sender jetzt mit ver.di-Rechtsschutz eine Nachzahlung für zwei Jahre erstritt.
mehr »