Editorial: Worte sind wertvoll

„Worte sind wertvoll“, der Slogan erstrahlte abends an den Fassaden zentraler Gebäude in Augsburg, Bielefeld, Mannheim und Stuttgart. Es war eine von vielen Aktionen, die auf den monatelangen Tarifkampf der Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen aufmerksam machte. Auch wenn die Verleger sehr bemüht waren, Streikberichte in den Printmedien zu unterdrücken – lediglich um möglichst kleine Meldungen kam man nicht herum, die die Ausdünnung des Blattes wegen „Behinderung der Produktion durch Tarifstreit“ begründeten. Ein Plus dieses Streiks vor allem in den letzten Wochen vor dem Abschluss: Die Nähe zu den Leserinnen und Lesern. Mit vielfältigen kreativen Ideen kamen die Redakteure mit Bürgern ins Gespräch, gelang es den Fokus auf die aktuellen Probleme des Journalismus zu lenken, bei Kolleginnen und Kollegen auch in Verlagen und Druckereien, bei Volontären und Studenten. Politiker nahmen auf Kundgebungen das Mikrofon in die Hand, Künstler wie Bandmitglieder der „Söhne Mannheims“ gaben kleine Sonderkonzerte, Passanten auf der Straße fragten, was sie tun können, Leser beteiligten sich an Postkartenaktionen … (mehr…)
Die „härteste Tarifauseinandersetzung seit 20 Jahren in den Redaktionen“, so ver.di-Vize Frank Werneke, hätte ohne diesen Einsatz nicht zum erfolgreichen Ergebnis geführt.
Der Wert der Worte und Bilder rückt dieser Tage auch in den Blickpunkt, wenn wir die Auswirkungen der Anti-Terror-Gesetze auf die Unabhängigkeit der Medien seit dem 11. September vor zehn Jahren betrachten. Einschneidende gesetzliche und politische Maßnahmen in vielen Staaten behindern die freie Berichterstattung. Mitunter dienen sie als Deckmantel für Repressionen gegen Journalisten bei der Arbeit – nicht zuletzt, um journalistische Quellen zu nutzen. Aber auch an die journalistische Profession der Journalisten werden vor diesem Hintergrund hohe Anforderungen gestellt. Nicht immer wird man ihnen gerecht (Titelthema: Pressefreiheit).

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Australische Medien müssen zahlen

Nach rund dreieinhalb Monaten ist das spektakuläre Verfahren gegen ursprünglich 36 Journalist*innen und Medienunternehmen in Australien beendet. Den Angeklagten wurde vorgeworfen, gegen eine gerichtliche Nachrichtensperre im Prozess gegen den australischen Kardinal George Pell wegen Kindesmissbrauchs im Dezember 2018 verstoßen zu haben. Der Prozess gilt als einzigartig für ein demokratisches Land, weil er offenbart, wie eingeschränkt die Pressefreiheit in Australien weiterhin ist: durch Gesetze, die noch aus der britischen Kolonialzeit stammen. 
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Aktion für Andrea Sahouri, USA

Mai 2020: Eine Reporterin im US-Bundesstaat Iowa geht mit der Berichterstattung über eine Black-Lives-Matter-Demonstration friedlich ihrer Arbeit nach. Doch als die Polizei die Kundgebung auflöst, gerät die Journalistin Andrea Sahouri ins Visier der Sicherheitskräfte. Es bleibt nicht nur bei einer Festnahme, sondern es kommt in der Folge sogar zu einer Anklage, die am 8. März 2021 verhandelt werden soll.
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Belarus: Razzien bei Journalisten und BAJ

In Belarus ging die Polizei heute mit landesweiten Razzien gegen Journalist*innen und Menschrechtsaktivist*innen vor. Auch die belarussische Journalistenvereinigung (BAJ) stand im Fokus der Behörden. „Es ist entsetzlich, mit welchen brutalen Methoden die belarussischen Behörden gegen Journalistinnen und Journalisten, Medien und Organisationen vorgehen, die deren Interessen vertreten. Wir stehen weiterhin solidarisch an der Seite unserer Partnergewerkschaft BAJ und aller verfolgten Medienschaffenden“, erklärte die Bundesgeschäftsführerin der dju in ver.di Monique Hofmann gegenüber M.
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BBC verliert weiter zahlende Kunden

Die British Broadcasting Corporation (BBC) in Großbritannien kämpft weiter mit ungewissen Zukunftsaussichten. Dabei geht es für den traditionsreichen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanbieter in erster Linie um die ständig unter Beschuss stehende finanzielle Ausstattung. Die Einnahmen durch die Rundfunkgebühren sind eingebrochen. Gleichzeitig wird die BBC von rechtspopulistischer Konkurrenz eingekreist, während die Regierung weitere Einsparungen plant.
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