Geschwärzte Zeitungen in Australien

Bild: Pixabay

Die wichtigsten und größten australischen Zeitungen sind am Montag mit geschwärzten Titelseiten erschienen, berichtete unter anderem Spiegel Online. Grund dafür ist eine gemeinsame Protestaktion gegen die Regierungspolitik, deren zahlreiche Gesetzesverschärfungen zu einer zunehmenden Einschränkung der Pressefreiheit führen. Die Aktion steht unter dem Motto „Your Right to Know“ – „Ihr Recht zu wissen“.

Insgesamt hätten sich laut Spiegel 19 Zeitungen und Journalistenverbände an dem Protest, der sich auch gegen die Durchsuchung von Redaktionsräumen richtete, beteiligt. Die australische Gewerkschaft für Medienschaffende „Media, Entertainment and Arts Alliance“ (MEAA) twitterte: „Sie haben das Recht zu erfahren, was die Regierung, die Sie wählen, in Ihrem Namen tut. Aber in Australien werden Menschen, die ihre Meinung sagen, unter Strafe gestellt und Journalismus wird kriminalisiert. Das muss sich ändern.“

In den vergangenen Jahren habe das australische Parlament mehr als 60 Gesetze verabschiedet, die das Aufdecken von Missständen und Skandalen erschwerten, berichtet Spiegel Online unter Berufung auf das Bündnis, dem sich auch mehrere Fernseh- und Radiosender angeschlossen hätten, darunter ABC. Mit ihrer Protestaktion appellierten sie nun an die rechtskonservative Regierung von Premierminister Scott Morrison, die Pressefreiheit und insbesondere auch Whistleblower besser zu schützen.


M – Der Medienpodcast: einzigartig anders, denn wir fragen genauer nach.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Schrittmacher für den Lokaljournalismus

Im Lokalen schlägt das Herz des Journalismus, hier ist er für die Menschen besonders gut erlebbar.“ So Netzwerk Recherche, das Lokaljournalist*innen mit einem Fellowship Lokale Recherche und einem Support Desk unterstützt, da sie unter wachsendem Druck Demokratie und mediale Glaubwürdigkeit verteidigen müssen.
mehr »

Sorgerechts-Drama bei der ARD

Mit einem zweiteiligen Fernsehfilm zum Thema Sorgerecht will die ARD ein Tabu brechen. Doch das Projekt verzögert sich – und ist bereits vor dem Dreh heftig umstritten. Es ist bereits die zweite Produktion zum Thema.
mehr »

Streamingdienste brauchen Standards

Anlässlich der heutigen Bundestagsanhörung zum Regierungsentwurf zum Mediendienste-Investitionsverpflichtungs-Gesetz (MedienInvestVG) und zur Situation der Filmbranche bekräftigt ver.di ihre Forderung zur Nachbesserung des Gesetzes zur stärkeren Berücksichtigung guter Arbeitsbedingungen in Filmproduktionen.
mehr »

Recherchematerial der „Zeit“ beschlagnahmt

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di kritisiert die Beschlagnahme von Recherchematerial der Wochenzeitung „Die Zeit“ aufs Schärfste und fordert dessen sofortige Rückgabe. Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt hatten am Montag auf Beschluss des Landgerichts Hamburg mit der Durchsuchung der Redaktion und der Wohnung einer Autorin gedroht.
mehr »