„Mitteldeutsche“ geht an Bauer Media Group

15.01.2020: Blick auf das Hauptgebäude der Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung in Halle/Saale. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

DuMont verkauft die „Mitteldeutsche Zeitung“ aus Halle an die Bauer Media Group aus Hamburg. Damit setzt die Kölner Mediengruppe ihren Rückzug aus dem Regionalzeitungsgeschäft fort. Im September war der Berliner Verlag mit „Berliner Zeitung“ und „Berliner Kurier“ an das Unternehmerehepaar Silke und Holger Friedrich verkauft worden. Als nächstes soll die „Hamburger Morgenpost“ dran sein. Das bereits monatelange Hinhalten aller Beteiligten könnte Verlagsangaben zufolge noch im Januar ein Ende haben.

Der Bauer Media Group gehört bereits die „Magdeburger Volksstimme“– die bisher einzige Tageszeitung im Portfolio von Verlegerin Yvonne Bauer. 600 Zeitschriften, mehr als 400 digitale Medien und über 100 Radio- und Fernsehstationen in 17 Ländern bringt die Gruppe heraus. Mit dem jüngsten Deal, für den Medienberichten zufolge mehr als 50 Millionen Euro bezahlt worden sein sollen, wird der Verlag aus dem Norden zur größten Pressegruppe in Sachsen-Anhalt. Das Bundeskartellamt muss der Transaktion noch zustimmen.

Chef der Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung wird Marco Fehrecke, der auch die  Mediengruppe Magdeburg leitet. Die rund 1.100 Mitarbeiter*innen will Bauer übernehmen und „sämtliche vertraglichen Vereinbarungen bleiben bestehen“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. ZU den Zielen erklärt Marco Fehrecke:„Die Bauer Media Group ist in der Region bereits stark verankert. Über die erwarteten Synergieeffekte mit der Mediengruppe Magdeburg schaffen wir eine gute Ausgangslage, um den regionalen Journalismus in Mitteldeutschland langfristig zu erhalten.“

Der Verkauf der Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung umfasst neben der Regionalzeitung das Newsportal mz.de, die Anzeigenblätter „WochenSpiegel“ und „Super Sonntag“, den regionalen TV-Sender „TV Halle“ sowie Aktivitäten unter anderem in Logistik, Druck und Ticketing. Die rund 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden der Mitteilung zufolge übernommen und sämtliche vertraglichen Vereinbarung bleiben bestehen.

Sollte die „Hamburger Morgenpost“ ebenfalls in den nächsten Wochen den Besitzer wechseln, bleiben im Geschäftsfeld Regionalmedien DuMont nur noch der „Kölner Stadt-Anzeiger“ und der „Kölner Express“. Beide Titel sollen im Hause DuMont fortgeführt werden, hieß es im Dezember 2019.

Ein ausführlicher Bericht zur Kölner Mediengruppe Neven DuMont im „Horizont“


Berlin, 16.1.2020

M e d i e n i n f o r m a t i o n

ver.di fordert den Erhalt der Arbeitsplätze bei der Mitteldeutschen Zeitung und Bestandsgarantien für die Hamburger Morgenpost

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) erwartet vom neuen Eigentümer der Mitteldeutschen Zeitung, der Bauer Media Group, den Erhalt der rund 1.100 Arbeitsplätze.

„Wir werden die Bauer Media Group an ihren Ankündigungen messen, alle Beschäftigten zu den gleichen vertraglichen Bedingungen zu übernehmen und alle Arbeitsplätze zu erhalten. Davon darf nicht abgerückt werden. Die Mitteldeutsche Zeitung muss als wichtige Regionalzeitung gestärkt werden“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz.

Schmitz betonte, man erwarte zudem eine zukunftsfähige Lösung für die Hamburger Morgenpost, die die Mediengruppe DuMont Schauberg, Voreigentümer der Mitteldeutschen Zeitung, ebenfalls verkaufen will.

„Es ist eine Zumutung, dass die Beschäftigten bei der Hamburger Morgenpost so lange im Unklaren gelassen werden. Wir fordern für die Hamburger Morgenpost eine Bestandsgarantie für Print und Online“, so Schmitz.

Auswirkungen hat der Verkauf der Mitteldeutschen Zeitung zudem auf die DuMont Medien Services, die bisher übergreifend Medien- und Management-Dienstleistungen für die Titel und Betriebe der DuMont Mediengruppe erbracht hat. Auch hier braucht es verlässliche und beschäftigungssichernde Lösungen für die dortigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, fordert ver.di.

 

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