Aktion für Ulugbek Abdusalamov, Kirgistan

Herzkranker Journalist inhaftiert und angeklagt

Die kirgisischen Behörden kannten kein Pardon: Drei Tage, nachdem Ulugbek Abdusalamov aufgrund anhaltender Herzprobleme ins Krankenhaus der Stadt Dschalalabad gebracht worden war, erhoben sie Anklage gegen den Journalisten. Ihm werden unter anderem das „Schüren von ethnischem Hass“, „separatistische Aktivitäten“ sowie die „Organisation von und Beteiligung an Massenunruhen“ vorgeworfen. Dem bekannten Vertreter der usbekischen Minderheit im Land droht eine Freiheitsstrafe von drei bis zwölf Jahren.
Festgenommen wurde Ulugbek Abdusalamov schon zwei Monate vorher. Am 14. Juni, wenige Tage nach ersten Unruhen im Süden Kirgistans, hielt ein Geländefahrzeug ohne Kennzeichen den Wagen des Journalisten an. Die uniformierten Männer nahmen Abdusalamov mit. Seitdem hält er sich im Polizeigewahrsam auf, der nur von mehreren Krankenhausaufenthalten unterbrochen wurde. Auch im Krankenhaus werden dem Inhaftierten Handschellen angelegt. Sein Gesundheitszustand hat sich seit der Festnahme weiter verschlechtert. Die Herzprobleme erfordern eigentlich eine regelmäßige medizinische Behandlung.
Abdusalamov ist Chefredakteur der Zeitung „Didor“, die in Dschalalabad von der usbekischen Minderheit herausgegeben wird. Die in Kirgistan lebenden Usbeken sind seit den ethnischen Unruhen vom Sommer mit zahlreichen Toten in noch stärkerem Ausmaß Schikanen der Behörden und Sicherheitskräfte ausgesetzt. Ulugbek Abdusalamov werden unter anderem auch zwei Artikel zur Last gelegt, in denen er angeblich zum ethnischen Hass aufgerufen haben soll. Amnesty International hält die Vorwürfe jedoch für konstruiert. Die Organisation betrachtet den inhaftierten Journalisten als gewaltlosen politischen Gefangenen und fordert seine umgehende Entlassung aus der Haft.

Was können Sie tun?

Schreiben Sie an den kirgisischen Innenminister und fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung von Ulugbek Abdusalamov.
Äußern Sie auch Ihre Sorge um den Gesundheitszustand des Inhaftierten, der professionelle medizinische Versorgung benötigt.

Schreiben Sie auf Russisch, Englisch oder Deutsch an: .

Minister of Interior
Kubatbek Baibolov
Frunze Street, 469
Bishkek 720040
KIRGISISTAN
Fax: 00 996 – 312 68 20 44
E-Mail: pressa@mail.mvd.kg

Senden Sie eine Kopie Ihres Schreibens an:

Botschaft der Kirgisischen Republik
Herrn Erines Otorbaev
Gesandter-Botschaftsrat
Otto-Suhr-Allee 146
10585 Berlin
Fax: (030) 3478 1362
E-Mail: info@botschaft-kirgisien.de

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