Stiftung Günter Zint hat losgelegt

Immer noch keine ruhigen Zeiten: Fotografenlegende Günter Zint in seinem Museum Foto: Mathias Thurm

Die im vergangenen Dezember gegründete Stiftung Günter Zint hat ihre Arbeit aufgenommen. Mit ihr sichert der deutsche Dokumentar-Fotograf und Sammler Günter Zint langfristig sein Lebenswerk. Die Bestände der Bildagentur Pan Foto, zahlreiche Fotografenvor- und -nachlässe unterschiedlicher Prägung und die Bestände des Sankt Pauli Museums sind unter dem Dach der Stiftung vereint. Sie hat ihren Sitz in der Hamburger Fruchtallee 19a. Ermöglicht wird das durch großzügige finanzielle Unterstützung der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur.

„Ich bin glücklich, dass meine Arbeit mit der Stiftung eine dauerhafte Heimat findet“, hatte der 1941 geborene Zint die Bündelung kommentiert. Die Stiftung will die Sammlung Zint durch drei wissenschaftliche Mitarbeiter*innen  bearbeiten. Sie soll unter anderem durch die Unterstützung von Ausstellungsarbeit und Publikationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und im Sinne des Werkes und des Arbeitsverständnisses von Günter Zint den Austausch zu vergangenen, aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Themen anregen. Denn der Fotograf hatte selbst formuliert: „Das Objektiv an meiner Kamera ist das einzige, was an mir objektiv ist.“ Die Geschäftsführung im Vorstand, in dem dauerhaft mindestens ein Sitz für Zints Kinder vorbehalten ist, übernimmt Uriz von Oertzen.

Die Bildagentur Pan Foto arbeitet seit über 60 Jahren in Bereichen der sozialdokumentarischen Erfassung von Missständen in unserer Gesellschaft, Subkultur und wichtigen Jugend- und Umweltbewegungen, heißt es in der Pressemitteilung der Stiftung. Zu den dokumentierten historischen Ereignissen und Prozessen zählten unter anderem die Anti-Atomkraft-Bewegung und die langjährige Begleitung des Schriftstellers Günter Wallraff. 

Die Sammlung Zint umfasst entsprechend seine eigenen sozialdokumentarischen Arbeiten als in Bilder gebannte Politik- und Gesellschaftsgeschichte der BRD ab den 1960er Jahren und der DDR bis 1989 – immer bewusst aus der Perspektive eines Involvierten. Hinzu kommen mehr als 20 Fotografenvor- und -nachlässe und die größte Sammlung an Bildern, Dokumenten und Objekten zur Geschichte des Hamburger Stadtteils St. Pauli. 

Unter anderem zählen zu den Fotos und Objekten zehntausende Vintage Prints und hunderttausende Negative von Günter Zint und verschiedenen anderen Fotografen, etwa 2000 Originaldokumente und eine Bibliothek zur Stadtteilgeschichte sowie Objekte von Akteurinnen und Akteuren der Unterhaltungsbranche St. Paulis. 

Mehr Informationen zu Günter Zint in M-Online. 

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