Mehr Schutz für Rundfunkräte

Symbolbild: M/Petra Dreßler

Die Gewerkschaft ver.di mahnt die Spitzen von ARD, ZDF und Deutschlandradio sich entschieden und vernehmbar für den Schutz von Rundfunkbeschäftigten einzusetzen und Mitglieder von Rundfunkräten gegen Anfeindungen zu verteidigen.

In den letzten Wochen haben prominente Fälle gezeigt, dass Personen, die im Programm des öffentlich-rechtlichen Rundfunks arbeiten oder als Vertreter*innen gesellschaftlicher Gruppe gesetzlich zur demokratischen Aufsicht über den Rundfunk mandatiert sind, gezielt und persönlich von Hassrede, Bedrohungen und Anfeindungen betroffen sind.

„Wir werden uns als Gewerkschaft vor alle im Gemeinschaftsprojekt öffentlich-rechtlicher Rundfunk Tätigen stellen und ich fordere dies auch von den Intendant*innen und der Rundfunkpolitik in Bund und Ländern. Die Demokratie ist in Gefahr, wenn Menschen im Dienste der Gemeinschaft als Rundfunkschaffende und ehrenamtliche Rundfunkratsmitglieder in ihrem Engagement als Person exponiert sind und dafür verbal bedroht und angegriffen werden. Erschreckende Parallelen sind auch in öffentlichen Verwaltungen, in Bürgermeisterämtern, bei Journalist*innen aller Medien und gewählten Politiker*innen erkennbar. Sie alle, auch bei den Rundfunkanstalten, müssen ihren Job in der verfassungsgemäß geforderten Vielfalt und Streitbarkeit für die demokratischen Grundlagen der Gesellschaft ausüben können. Gegen die Personen und ins Private gerichtete Angriffe sind nicht hinnehmbar, die Sender müssen sich in solchen Fällen schützend vor jeden einzelnen und jede einzelne stellen“, fordert Christoph Schmitz Dethlefsen als für Medien zuständigen Mitglied im ver.di Bundesvorstand.

Schutzkodex gegen Anfeindungen

In diesem Zusammenhang erinnert Schmitz-Dethlefsen daran, dass ein Bündnis verschiedener Organisation, darunter der dju in ver.di, für Medienunternehmen einen Schutzkodex etabliert hat, der von einigen Leitmedien, Nachrichtenagenturen und Verlagen auch bereits unterzeichnet wurde und eingehalten wird. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk gehört trotz verschiedener Aufforderungen noch nicht dazu. „Die aktuellen Ereignisse zeigen jedoch mit Nachdruck wie nötig der Schutzkodex ist. „Wir fordern ARD, ZDF und Deutschlandradio weiterhin zur Unterstützung ihrer Beschäftigten und der Verabredung des gemeinsamen Schutzkodex auf“, appelliert Schmitz-Dethlefsen.


Weitere Information zum Schutzkodex: www.schutzkodex.de

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Der WDR halbiert sich selbst

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat heute weitreichende Pläne zur Verknappung des Programmangebots, Stellenstreichungen und Beschäftigungsabbau für freie Mitarbeiter*innen bekanntgegeben. Dies betrifft zunächst 76 noch nicht genannte Programmangebote und bis 2030 eine Halbierung der bisher 600 Programmformate. ver.di kritisiert die massiven Einschnitte.
mehr »

VG-Wort: Die fetten Jahre sind vorbei

In diesen Tagen bekommen Urheber*innen wieder Post der VG Wort: die Mitteilungen über die zweite jährliche Ausschüttung, der so genannte Mitteilungsbrief. Für Journalist*innen bedeutet das hauptsächlich die Tantiemen für im Internet veröffentlichte Texte, die sogenannte METIS-Ausschüttung.
mehr »

Drei Fragen: Zu news aktuell

Seit gestern streiken die Mitarbeitenden der dpa-Tochter news aktuell in Hamburg. Sie fordern einen eigenen Tarifvertrag analog zur Muttergesellschaft. Die Geschäftsführung lehnte Tarifverhandlungen mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di bisher allerdings ab. Wir sprachen darüber mit Simon Schmitz von der ver.di-Tarifkommission.
mehr »

Gericht kassiert unfaire Klauseln

Der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) haben in erster Instanz gegen die Süddeutsche Zeitung GmbH. Das Landgericht München untersagte hat Süddeutschen Zeitung GmbH, mehrere Klauseln aus ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen für freie Journalist*innen zu verwenden.
mehr »