Einheitliche Regelung zur Systemrelevanz der Medien gefordert

Foto: Hermann Haubrich

Mit ihren aktuellen und zuverlässigen Informationen leisten die Medien derzeit in Deutschland einen wichtigen Beitrag zu Bewältigung der Corona-Krise. Deshalb wendet sich der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke an Bundeskanzlerin Angela Merkel und fordert darin „bundesweit einheitliche Regelungen, die Arbeit für Medien, insbesondere im Nachrichten- und Informationswesen und in der Krisenkommunikation für systemrelevant erklären“.

In einigen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Bayern und Schleswig- Holstein gebe es bereits entsprechende Erlasse der Landesregierung, die Journalistinnen und Journalisten auch einen Zugang zur Notbetreuung ihrer Kinder ermöglichen: „Eine solche Regelung brauchen wir jetzt für ganz Deutschland. Wir wissen nicht, was uns in den nächsten Tagen und Wochen an weiteren Einschränkungen erwartet, da muss sichergestellt sein, dass die Journalistinnen und Journalisten ihrer Arbeit ungehindert nachgehen können“, machte die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Journalistinnen-und Journalisten-Union (dju) in ver.di, Cornelia Berger, in einer Presseinformation deutlich.

Die vergangenen Tage hätten gezeigt, dass es grade in einer Krise, die so viel Unsicherheit und Ängste auslöse, ganz wesentlich darauf ankomme, seriöse Nachrichten, umfassende Informationen, aber auch Bildungs- und Unterhaltungsangebote zu verbreiten: „Alle, die sich mit einem bundeseinheitlichen Presseausweis als hauptberuflich tätige Journalistinnen und Journalisten legitimieren, leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft in dieser schwierigen Zeit. Sie brauchen alle möglichen Rechte, um dieser Verantwortung gerecht zu werden. Ein entsprechendes Signal erwarten wir jetzt aus dem Kanzleramt“, forderte Berger.


Weitere Informationen zur Situation der Medienschaffenden in Zeiten von Corona:

https://mmm.verdi.de/beruf/ohne-einkommen-in-zeiten-von-corona-65023

https://mmm.verdi.de/beruf/mit-dem-rundfunk-am-lagerfeuer-65047


Aktualisierung am 24.3. 20

Berlin steuert nach

Der Berliner Senat hat Medienschaffende mit in die Liste der systemrelavanten Berufe aufgenommen. Inzwischen zählen auch Brandenburg, Sachsen, Hessen, Hamburg und Baden-Württemberg Journalisten und Medienvertreter zur sogenannten systemrelevanten Infrastruktur, meldet epd.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

ORF: Jetzt reden die Mitarbeitenden

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk Österreichs (ORF) steckt in einer tiefen Krise. Es geht demnach um mutmaßliche sexuelle Belästigung seitens des ehemaligen Generaldirektors, um ein toxisches Arbeitsklima, politische Einflussnahmen. Nach der Aktion "Nicht mit uns" fordern in der Aktion "Mit uns" nun zahlreiche Mitarbeitende Maßnahmen hin zu einer nachhaltigen und tiefgehenden Veränderung.
mehr »

Journalismus speist KI-Antworten

Ein Viertel von 15 Millionen Quellen, die bei KI-Antworten erscheinen, hat journalistische Herkunft, zeigt eine Erhebung des US-amerikanischen PR-Unternehmens Muck Rack. Ist der seit dem Aufkommens des Internets und nun mit Künstlicher Intelligenz scheinbar beschleunigte und häufig beschworene „Untergang des Journalismus“ doch noch aufzuhalten?
mehr »

Für die Pressefreiheit: Die dju wird 75

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di feiert 2026  ihr 75-jähriges Bestehen. Zum Tag der Pressefreiheit am 3. Mai richtet die Gewerkschaft den Blick auf die aktuellen Herausforderungen für unabhängigen und kritischen Journalismus.  
mehr »

RSF: Pressefreiheit weltweit unter Druck

Weltweit hat sich die Situation für Journalist*innen erneut verschlechtert: Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (RSF) fällt mehr als die Hälfte aller Länder in die beiden schlechtesten Kategorien „schwierig“ und „sehr ernst“.
mehr »