Gagenrechner für Filmschaffende

Abrechnungs-Controlling von ver.di entwickelt

Einen Zeitkonto- und Gagenrechner für Filmschaffende sowie Film- und Fernsehproduktionen bietet ver.di jetzt an. Der Rechner ist als Excel-Datei verfasst und bewertet alle An­gaben auf Basis des seit Juni gültigen Tarifvertrages für Film- und Fernsehschaffende FFS.

Betroffen sind ca. 10.000 auf Produktionsdauer beschäftigte Filmschaffende. „Damit die Umsetzung der Zeitkontenregelung für die Filmschaffenden nachvollziehbarer wird und der Einzelne selbst ein Abrechnungs-Controlling seiner Produktionsbeschäftigung machen kann, haben wir in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Filmproduktionen diesen Rechner ent­wickelt. Produktionsfirmen kann er als Rechnungs- und Kalkulationshilfe die Durchführung tariflicher Regelungen erleichtern“, so Olaf Hofmann, Filmverantwortlicher bei connexx.av, der Vertretung von Medien- und Filmschaffenden in ver.di.

Der Rechner errechnet das gesamte Zeitguthaben im Rahmen einer Produktion und damit die sozialversicherungspflichtige Beschäftigungszeit der Filmschaffenden kontinuierlich pro Woche. Dazu wird parallel immer die zu zahlende Gesamtgage in ihren einzelnen Bestandteilen berechnet. Zur Erfassung der Arbeits­zeiten stehen zusätzlich entsprechende Form­blätter auf der Internetseite www.connexx-av.de zur Verfügung.

Mitglieder der Gewerkschaft und der Filmverbände in ver.di erhalten den Rechner exklusiv und kostenlos. Er kann bei einem der Ansprechpartner von connexx.av bestellt werden. Institutionen, Produktionsfirmen und Nicht-Gewerkschaftsmitglieder können sich den Rechner als Datei für 12,90 Euro zuschicken lassen. Auf der Internetseite werden die Druckversionen im PDF-Format zur Arbeitszeiterfassung zur Verfügung gestellt. Nach diesem Mus­ter ist auch der Rechner angelegt. Die Druckversion eignet sich durchaus zur handschriftlichen Erfassung der Arbeitszeit. Wenn es allerdings an die Gesamtermittlung und die zu zahlende Gage geht, ist der Rechner eine echte Hilfe.

Mit der Vereinbarung von tarifvertraglichen Zeitkonten hat eine neue Zeitrechnung für Filmschaffende begonnen. Denn erstens ist es eine bahnbrechende Neuerung, dass entgegen der vorher üblichen Praxis der Pauschalierung, nun die tatsächliche Arbeitszeit in einer Produktion zählt. Und zweitens sind Filmschaffende angesichts der verkürzten Rahmenfrist auf die abgerechnete Anzahl an Beschäftigungstagen aus einer Produktion viel stärker angewiesen als bisher. Der Stichtag für diese gesetzliche Neuregelung ist der 1. Februar 2006. Ab diesem Datum müssen Filmschaffende mindestens 360 sozialversicherungspflichtige Tage in den zurückliegenden 24 Monaten beschäftigt gewesen sein, um einen Anspruch auf das Arbeitslosengeld I (ALG I) und die damit verbunden Regelungen zu haben.

Weitere Infos: http://www.connexx-av.de

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

dpa: Streik führt zum Tarifergebnis

Die fünfte Tarifverhandlungsrunde für die rund 800 Beschäftigten der Deutsche Presse Agentur (dpa), ihrer Landesbüros und der Tochtergesellschaften im Newsroom endete am 27. März mit einem gemeinsamen Tarifergebnis von ver.di, dem DJV und der Deutschen Presse-Agentur GmbH (dpa).
mehr »

ARD: Regionaler KI-Service im Radio

Die ARD setzt im Zuge von Sparmaßnahmen auf die Zentralisation von Hörfunkmoderationen. Allerdings ging das bislang auf Kosten des Service. Im gemeinschaftlichen Radio-Nachtprogramm kommen deshalb nun KI-Stimmen zum Einsatz. Die behutsame Einführung sorgt für positive Resonanz, heißt es.
mehr »

Erneuter Angriff in Fretterode

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di verurteilt den erneuten Angriff auf Journalist*innen im thüringischen Fretterode scharf. Nach Medienberichten wurden Reporter bei Dreharbeiten im Umfeld des Rechtsextremisten Thorsten Heise angegriffen und mit Reizstoff attackiert. Sie mussten medizinisch versorgt werden.
mehr »

ECPMF: Druck auf Journalist*innen

Anfeindungen gegenüber Journalist*innen nehmen zu, ebenso wachsen ökonomischer Druck und generell strukturelle Herausforderungen im Beruf. Wie genau sich die Belastung auswirkt, hat das European Centre for Press and Media Freedom (ECPMF) in Leipzig zusammen mit dem Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) an der Universität Bielefeld im Rahmen einer aktuellen Studie mit dem Titel „Strapazierter Journalismus“ erhoben.
mehr »