Leserbrief: Einseitigkeit durchschaut

M 4.2014 „Shitstorms und Propaganda”

Vielen Dank für die ausgezeichnete Kolumne, die Günter Herkel zur Ukraine-„Berichterstattung” im Großteil der deutschen Medien geschrieben hat.

Er bringt auf den Punkt, was mich seit mehr als einem halben Jahr empört: wie einseitig vielfach die Darstellung der Vorgänge erfolgt ist (und immer noch erfolgt). Und er zeigt die Strukturen und Netzwerke, über die eine derartige Formierung der Meinungsbildung erfolgt.
Erfreulicherweise haben offenbar viele Leser und Zuschauer diese Einseitigkeit durchschaut und das auch geschrieben. In den Redaktionen der großen Zeitungen und Sender hat das wohl zu erheblicher Irritation geführt – auch bei der ARD (siehe das Interview mit Gabriele Krone-Schmalz am 17.4. im NDR). Auch ich habe beim „Ersten” gegen die tendenziöse Darstellung protestiert – am 3. Mai, dem Tag, als die Kiewer „Übergangsregierung” mit dem Militäreinsatz im Osten begann und Günter Jauch seine Sonntagsrunde unter das Thema stellte „Kriegsgefahr in Europa – Ist Putin noch zu stoppen?”. Eine Antwort habe ich nicht bekommen.

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Beschwerde-Rekord beim Deutschen Presserat

Der Deutsche Presserat hatte im vergangenen Jahr ordentlich zu tun: 2020 sind so viele Beschwerden eingegangen wie noch nie. Das lag nicht zuletzt an Massenbeschwerden zu einzelnen Artikeln, die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wurden. Auch die Zahl der Rügen ist deutlich gestiegen. Insgesamt 53 Mal verhängte die Freiwillige Selbstkontrolle der Presse ihre schärfste Sanktion.
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Gibbet Fisch, oder gibbet kein Fisch?

Der Spruch stammt von meinem Musiker-Kollegen, mit dem ich als Autor in den 90iger Jahren, also in den guten analogen Zeiten, auf Lesereise war. Ein paar Bier, ein Abendessen und das Eintrittsgeld waren immer drin, und selbst wenn am Ende der Lesung der Hut rumging, kam ein nettes Sümmchen zusammen. Zeiten, von denen man heute nur noch träumen kann.
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Hanau: Betroffenen mehr Raum geben

Zum Jahrestag des rassisch motivierten Anschlags in Hanau hatten Interkultureller Mediendialog und dju in ver.di Hessen eingeladen, über Diskursverschiebungen in der Berichterstattung zu diskutieren. Es gebe zwar mehr Sensibilität, aber „in bestimmten Redaktionen ist der Groschen noch nicht gefallen, weil es sie nicht betrifft“, konstatierte Hadija Haruna-Oelker vom Hessischen Rundfunk.  Veränderungen habe es vor allem durch den Druck von Angehörigeninitiativen der neun Opfer gegeben, so Gregor Haschnik von der „Frankfurter Rundschau“.
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Wenn abstrakte Ideen konkret werden

Designer*innen „machen die Welt zu einem schöneren Ort“, heißt es blumig bei der Rheinischen Fachhochschule Köln. „Design heißt, Lösungen für Probleme zu entwickeln“, sagt Professor Klaus Neuburg vom Mediendesign-Studiengang der Ostfalia-Hochschule ganz rational. Und ein Problem hatten seine Studierenden bei der Planung der Jahresausstellung:  Statt die Werke wie üblich in der Hochschule zeigen zu können, wanderte pandemiebedingt alles in eine selbstentwickelte 3-D-Ausstellung mit dem Titel „Prototyp“.
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