„Media & Me“: Jugendprojekt geht in die zweite Runde

Lernen in der Bibliothek Foto: Fotolia/Gerhard Seybert

„Backstage bei Medienberufen“ bietet Schüler_innen, Student_innen und Auszubildenden aus der Großregion SaarLorLux einen Einblick in die Medienwelt

Das Pilotjahr des Medienprojekts „Media & Me: Backstage bei Medienberufen“ für junge Leute in der Grenzregion Saarland, Lothringen (Lorraine) und Luxemburg ist für 14 junge Leute erfolgreich zu Ende gegangen. „Tagesschau“-Chefsprecher und Schirmherr Jan Hofer, der seine Karriere beim Saarländischen Rundfunk begann, überreichte die Zertifikate. Jetzt wird die nächste Runde eingeläutet: Bis zum 16. Januar können sich wieder junge Medienneugierige bewerben, die in mehreren zwei- bis dreitägigen Einheiten Print, Radio, Fernsehen sowie die Medienlandschaften der beteiligten Regionen kennenlernen können. 

Dabei sind dieses Mal 23 Institutionen und Unternehmen aus der Großregion, darunter die Landesmedienanstalt des Saarlands, die das Projekt 2015 ins Leben gerufen hat, und das MedienNetzwerk SaarLorLux, das mit der Ausführung beauftragt ist und bereits Preise für seine Internetarbeit mit Senior_innen erhalten hat. Auf deutscher Seite sind außer den beiden genannten Einrichtungen auch die saarländische Staatskanzlei, der Saarländische Rundfunk, die „Saarbrücker Zeitung“ und weitere Privatradios, Verlage und Werbeagenturen dabei. In Luxemburg machen das „Luxemburger Wort“ mit sowie zwei auch „letzebuergerisch“ sendende Radios und eine luxemburgische Journalistengewerkschaft. Mit von der Partie waren trotz des Namens „SaarLorLux“ von Anfang an Radio, Fernsehen, Zeitung und Regierung der Deutschen Gemeinschaft (DG) in Belgien, die sich entlang der deutschen Grenzen von Aachen bis Luxemburg hinzieht und ihren Verwaltungssitz in Eupen hat. Für 2017 dazugekommen und damit den Namen komplettierend sind zwei lothringische Radiosender, die in französischer und deutscher Sprache senden.

Deutschkenntnisse sind für alle Teilnehmer_innen aus den überwiegend mehrsprachigen Regionen verpflichtend, Französisch sei von Vorteil, berichtet die Projektleiterin von „Media & Me – Backstage bei Medienberufen“ bei der Landesmedienanstalt, Karin Bickelmann. „Die deutschen Teilnehmer_innen müssen nicht zwingend aus dem Saarland kommen, Saarländer_innen haben jedoch den ‚Heimvorteil‘. In diesem Jahr war auf Wunsch der belgischen Projektpartner auch eine Teilnehmerin aus dem Großraum Aachen dabei (Ausstrahlungsbereich von 100´5 DAS HITRADIO)“, denn die Projektpartner erhalten die Bewerbungen zur Sichtung. 2016 hatten rund 60 Jugendliche ihre Mappen eingereicht.

Das Programm für 2017 sieht sieben Stationen vor: Radio, Print, die Medienlandschaften in der DG Belgien, in Luxemburg und Frankreich, Fernsehen und schließlich Marketing und Medienrecht samt Sprechtraining. Die Module finden teils im Saarland, teils aber auch, wie das Jahr 2016 gezeigt hat, in den anderen beteiligten Ländern statt. Kosten für Reisen, Übernachtung und Verpflegung gehen zu Lasten der Teilnehmer_innen, die Projektpartner bemühen sich aber um Fördergelder, heißt es auf der Internet-Seite. Die Teilnahme an den Modulen ist Pflicht, um das Zertifikat zu bekommen. Die erarbeiteten Beiträge werden veröffentlicht, die Rechte liegen beim Projektveranstalter. „Media & Me“ ist also keine Möglichkeit, Honorare zu verdienen, aber sehr viel grenzüberschreitende Medienerfahrung.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

No SLAPP Handbuch: Strafrecht

Was tun, wenn das Strafrecht instrumentalisiert wird, um gegen unerwünschte Berichterstattungen vorzugehen? Das vierte Handbuchkapitel soll Journalist*innen helfen, mit entsprechenden Strafanzeigen umzugehen, insbesondere wegen Beleidigungsdelikten.
mehr »

Eine pressefeindliche Partei

Einschüchterung, Schikane und körperliche Gewalt: Die dju in ver.di dokumentiert einen massiven Anstieg von Angriffen und Behinderung von Journalist*innen im AfD-Wahlkampf Sachsen-Anhalt. Dort gab es allein in den vergangenen drei Wochen 25 pressefeindliche Vorfälle. ver.di kritisiert auch das Verhalten der Polizei.
mehr »

Propaganda: Die Macht der Beeinflussung

Das kommunikative Verwirrspiel von Populisten ist weltweit in vollem Gange. Sie sehen sich als alleinige Vertreter des „Volkswillens“ und versuchen, ihre politischen Gegner als verschwörerischen Feind zu diskreditieren, indem sie ihm die hinterlistige Manipulation der gesamten Bevölkerung unterstellen. Mit rationalen Argumenten lässt sich dagegen in der Regel nicht ankommen.
mehr »

Bundesregierung muss Pressefreiheit respektieren

Zum bevorstehenden Start der Sitzungszeit des Bundestags nach der Sommerpause appelliert die Deutsche Journalistinnen- und Journalistenunion (dju in ver.di) an die Parlamentarier*innen, Presse- und Medienfreiheit engagiert zu stärken.
mehr »