Mensch und Maschine

Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch in der Wissensarbeit

Digitalisierung hat Mediennutzung und Medienproduktion geprägt. Offensichtlich. Jetzt beginnt Künstliche Intelligenz, KI, die Medienarbeit und das Medienschaffen zu verändern. In der öffentlichen Diskussion und im politischen Diskurs überwiegt oft die angenommene Konkurrenz von Mensch und Maschine. Das kann manchmal dazu führen, eine Bestandsgarantie für Fließbandtätigkeiten in der Produktion, aber auch in der Wissensarbeit zu fordern, wobei wir doch viel interessantere Ergebnisse erzielen, wenn wir die maschinellen Vorteile mit den menschlichen Begabungen verbinden. So ist das auch mit der Nutzung von KI für Journalistinnen und Journalisten.

Mensch und Maschine sind keine Konkurrenten, sie stehen nicht auf gegenüberliegenden Seiten. Sie sind Komplementäre und arbeiten im gleichen Team. Matthias Horx trifft einen interessanten Punkt, wenn er vom „humanen Minderwertigkeitskomplex” spricht, der den Blick verstellt für unsere eigentlichen Fähigkeiten. Unsere emotionale Intelligenz erschließt uns das Gegenüber, die soziale Intelligenz die Gruppe und mit unseren sensomotorischen Fähigkeiten ertasten und gestalten wir die dingliche Welt. In diesen Dimensionen der Intelligenz haben Menschen eine erstaunlich überlegene Meisterschaft. Wir sind zu Recht stolz, aber oft auch einseitig fokussiert auf unsere kognitiven Erfolge. Auf die Analyse, die faktische Weltdurchdringung und die stetig wachsende Erkenntnistiefe. Die smarte Analyse großer Datenräume in extrem kurzer Zeit ist allerdings nicht die größte menschliche Begabung, sondern die Domäne der Maschine. Deshalb ist das eigentliche Thema nicht Verdrängungswettbewerb, sondern Mensch-Maschine-Kollaboration – nicht nur in der industriellen Produktion, sondern auch in der kreativen Wissensarbeit.

nach oben

weiterlesen

Tarifabschlüsse im öffentlich-rechtlichen Rundfunk

In den letzten Wochen kam es in den vier ARD-Anstalten SWR, WDR, BR und MDR sowie beim ZDF zu Tarifeinigungen. Beim WDR und beim MDR gab es im Vorfeld Streikaktionen, die ihre Wirkung nicht verfehlten. In den anderen Anstalten dauern die Verhandlungen an oder werden wie bei RBB und HR erst im Oktober aufgenommen.
mehr »

Transparenz per Gesetz

Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg arbeiten derzeit beide an einem Transparenzgesetz, das den Zugang zu Verwaltungsinformationen vereinfachen soll. Doch während die rot-grüne Landesregierung unter Malu Dreyer dafür einen breiten öffentlichen Beteiligungsprozess mit klarem Zeitplan nutzt, kommt das Projekt ausgerechnet im grün-rot regierten Baden-Württemberg nicht voran.
mehr »

Kaum Anerkennung

Das Nothilfe-Referat von „Reporter ohne Grenzen” hilft sowohl JournalistInnen, die in ihren Herkunftsländern bedroht sind, als auch solchen, die ins Exil gehen müssen, weil ihnen mangels Pressefreiheit die Ausübung des Journalistenberufs verwehrt wird. Im Jahr 2015 wurden bislang rund 60 exilierte KollegInnen registriert, von denen die meisten heute in Deutschland leben. Sie kommen überwiegend aus Syrien, Afghanistan, Iran oder auch Somalia.
mehr »

Unabhängig in Belarus

Sie sind als der einzige unabhängige Sender in Belarus bekannt – und der einzige, der auf Belarussisch sendet. Doch die Journalisten von Belsat arbeiten ohne rechtlichen Schutz. Sie werden festgenommen, bezahlen Geldstrafen. Aufgeben kommt auch nach acht Jahren nicht in Frage.
mehr »