Mensch und Maschine

Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch in der Wissensarbeit

Digitalisierung hat Mediennutzung und Medienproduktion geprägt. Offensichtlich. Jetzt beginnt Künstliche Intelligenz, KI, die Medienarbeit und das Medienschaffen zu verändern. In der öffentlichen Diskussion und im politischen Diskurs überwiegt oft die angenommene Konkurrenz von Mensch und Maschine. Das kann manchmal dazu führen, eine Bestandsgarantie für Fließbandtätigkeiten in der Produktion, aber auch in der Wissensarbeit zu fordern, wobei wir doch viel interessantere Ergebnisse erzielen, wenn wir die maschinellen Vorteile mit den menschlichen Begabungen verbinden. So ist das auch mit der Nutzung von KI für Journalistinnen und Journalisten.

Mensch und Maschine sind keine Konkurrenten, sie stehen nicht auf gegenüberliegenden Seiten. Sie sind Komplementäre und arbeiten im gleichen Team. Matthias Horx trifft einen interessanten Punkt, wenn er vom „humanen Minderwertigkeitskomplex” spricht, der den Blick verstellt für unsere eigentlichen Fähigkeiten. Unsere emotionale Intelligenz erschließt uns das Gegenüber, die soziale Intelligenz die Gruppe und mit unseren sensomotorischen Fähigkeiten ertasten und gestalten wir die dingliche Welt. In diesen Dimensionen der Intelligenz haben Menschen eine erstaunlich überlegene Meisterschaft. Wir sind zu Recht stolz, aber oft auch einseitig fokussiert auf unsere kognitiven Erfolge. Auf die Analyse, die faktische Weltdurchdringung und die stetig wachsende Erkenntnistiefe. Die smarte Analyse großer Datenräume in extrem kurzer Zeit ist allerdings nicht die größte menschliche Begabung, sondern die Domäne der Maschine. Deshalb ist das eigentliche Thema nicht Verdrängungswettbewerb, sondern Mensch-Maschine-Kollaboration – nicht nur in der industriellen Produktion, sondern auch in der kreativen Wissensarbeit.

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Ein Produkt verschwindet

Im Zuge der technischen Entwicklung, die mit der Abschaffung der analogen Kopie einher ging, haben traditionelle Kopierwerke ihre Funktion verloren. Besonders hart hat es in Deutschland die CineMedia Film AG getroffen, die mit ihrer Tochter CinePostproduction deshalb im vorigen Jahr Insolvenz anmelden musste. Die CineMedia Film AG ist die Nachfolgefirma der Geyer-Werke München, dem ältesten filmtechnischen Dienstleister Deutschlands.
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Fuß fassen in deutschen Redaktionen

Mit einem Traineeprogramm für geflüchtete Journalistinnen und Journalisten wollen die Neuen Deutschen Medienmacher 25 Exiljournalist_innen die Möglichkeit geben, in deutschen Redaktionen Fuß zu fassen und ihren alten Job auch in der neuen Heimat auszuüben. Einer der Trainees ist Khalid Alaboud. Er ist aus Syrien geflohen, war zunächst zwei Jahre Reporter in Jordanien und lebt seit Ende 2014 in Deutschland.
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Bilder hinter der Frontlinie

Die freien Fotografen Chris Grodotzki, Ruben Neugebauer und Björn Kietzmann waren im Oktober in der türkischen Stadt Diyarbakir unterwegs und hielten Proteste gegen die Kurdistan-Politik der Regierung im Bild fest. Obwohl sie sich als deutsche Fotojournalisten auswiesen, wurden die drei festgenommen. Nach 32 Stunden Haft freigekommen, konnten sie nach Deutschland ausreisen. Dennoch droht ihnen in der Türkei ein Prozess. In der Haft wurde ihnen Provokation, Spionage, Terrorismus und PKK-Propaganda vorgeworfen. Chris und Ruben erhalten als Gewerkschaftsmitglieder von ver.di Rechtsschutz.
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Gerecht verteilt

„Wem gehört welcher Anteil am Filmerfolg und wie wird gerecht verteilt?” war das Thema des diesjährigen Berlinale-Panels der ver.di FilmUnion. Der Anspruch auf eine Erlösbeteiligung ergibt sich grundsätzlich aus der Novelle des Urhebervertragsrechts von 2002. Jetzt, über zehn Jahre später ist der Abschluss eines Tarifvertrages zwischen ver.di und dem Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) mit der Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen gelungen.
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