Editorial: Zensur und Blindheit

Pressefreiheit hat in vielen Ländern keinen hohen Stellenwert: Die klassischen Medien sind fest im Griff der politisch Mächtigen oder von Wirtschaftsmagnaten. Der Aufbau einer unabhängigen Presse oder eines freien Rundfunks geht nur schleppend voran. Das Internet dagegen bietet Raum für den Austausch von Informationen und Meinungen, bildet häufig die einzige Plattform für einen unabhängigen Journalismus. Viele Regierungen reagieren darauf mit zunehmender Online-Überwachung und Zensur, mit hartem Vorgehen gegen kritische Journalisten. Deshalb hat Reporter ohne Grenzen (ROG) zusätzlich zum Tag der Pressefreiheit (alljährlich der 3. Mai) vor vier Jahren den 12. März als „Welttag gegen Internet-Zensur“ initiiert. Zurzeit sind ROG zufolge rund 120 Blogger und Online-Aktivisten weltweit in Haft, weil sie im Internet ihre Meinung frei geäußert haben. Andere sind auf der Flucht wie Lloyd Himaambo aus Sambia, der von Südafrika aus das Online-Magazin „Zambian Watchdog“ herausgibt. M berichtet über seine Arbeit ebenso wie über zwei Brüder aus Bosnien-Herzegowina, die an die Möglichkeiten des Internets für Medienfreiheit glauben und „Istinomjer“ im Netz aufgelegt haben – einen „Wahrheitsmesser“ für Politiker. Außerdem lohnt sich ein Blick auf den Bericht „Feinde des Internets“, den ROG am 12. März über die weltweite Entwicklung der Internet-Zensur veröffentlicht (www.reporter-ohne-grenzen.de).

Nicht um Zensur, sondern eher um Blindheit geht es im Dokumentarfilm „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“. Er gibt schonungslos Einblick in das Gebaren von Neonazis auf Rechts-Rock-Konzerten, mutig dokumentiert von einem Journalisten. Aufrütteln sollte, dass dieser Film erst öffentliches Interesse, u.a. mit Vorführung auf der Berlinale, erfuhr, nachdem die Mordserie der NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) Schlagzeilen machte. Gleichfalls stellt sich in diesem konkreten Fall erneut die Frage nach der Förderung des aktuell-politischen Dokumentarfilms in Deutschland – eigentlich eine wichtige Aufgabe auch des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

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Nah am Geschehen

Er mag seinen Job sehr. Das merkt man am Enthusiasmus, mit dem Caspar Sachsse über ihn spricht: „Es gibt immer Abwechslung, ich reise viel, halte mich dabei selten länger an einem Fleck auf und ich sehe unübliche Orte. Ich war schon mal in einer Ketchup-Fabrik, wer kann das schon von sich sagen?“ Das merkt man aber auch am Eifer, mit dem er über das Drumherum spricht: „Ich erwarte mehr Verständnis von Politik und Behörden, dass unser Status endlich als solcher akzeptiert wird und die Rahmenbedingungen sich ändern!“
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Spiel mit den Worten

„Voller Aufregung ob des nahenden Abenteuers erreichte ich den Hafen. Der Kapitän war noch nicht eingetroffen, also genoss ich die kühle Luft an Deck.“ So beginnt die Reise eines Entdeckers im Computerspiel „The Curious Expedition“, in dem man als illustre Figur der Geschichte fremde Regionen entdeckt und allerlei Abenteuer erlebt. Das Spiel des Entwicklers Maschinen-Mensch erschien vor zwei Jahren zuerst in englischer Sprache. Dafür gesorgt, dass auch deutschsprachige Spielende in Entdeckerlaune kommen, hat Iris Schäfer.
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Der Wert der Bilder

Der Erfolg eines Unternehmens hängt, nicht nur im Internet, sondern auch auf Facebook, Instagram, Pinterest und anderen Plattformen, vor allem von einem guten Bild ab. Reichweite, Page-Impressions, Visits, Klicks, Follower, Freunde bestimmen den „Wert“ einer Website, eines Blogs, des Auftritts eines Mediums oder eines Unternehmens in den Sozialen Medien, generieren Werbeeinnahmen, sind eine Rechtfertigung für die Kosten bei „Paid Content“. Professionelle Fotografen tragen mit ihrer Arbeit den Hauptteil zu journalistischem wie gewerblichem visuellen Content bei.
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(Stress-)Frei arbeiten!

Die meisten Freiberufler_innen lieben die Freiheit, mit der sie ihre Arbeit organisieren können. Doch sehr schnell kann diese Freiheit in ungesunden Stress ausarten. Die Gründe dafür sind oft mangelnde Strukturiertheit und Selbstdisziplin – heutzutage ein weit verbreitetes Problem, auch unter Angestellten! Die freie Journalistin Monique Hofmann hat mit dem Motivationspsycho­logen und Autor des Zeitmanagement-Bestsellers „Golden Rules“, Dr. Martin Krengel, über gute ­To-Do-Listen, Prokrastination, effizientes Pausenmanagement und die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben gesprochen.
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