ver.di: Ja zur Fusion der Fachbereiche

Bild: werkzwei

Stärkere Bedeutung der Fachgruppen in neuer Struktur

Eine wichtige Weichenstellung zur Bildung eines neuen gemeinsamen ver.di-Fachbereiches ist erfolgt: Der Vorstand des Fachbereiches Medien, Kunst und Industrie hat am 3. Juli mit breiter Mehrheit der Gründungsvereinbarung für einen neuen Fachbereich „A“ – so die vorläufige Bezeichnung – zugestimmt. Bei den zukünftigen Partnern gab es auf den Sitzungen ihrer Vorstände ebenfalls ein deutliches Ja. Auch ein gemeinsamer Kandidat für die künftige Bundesfachbereichsleitung wurde gefunden. Die abschließende Entscheidung über die Fusion findet im kommenden Frühjahr statt, im Anschluss an die Diskussionen auf den vier Bundesfachbereichskonferenzen.


So soll es kommen: Die Fachbereiche Finanzdienstleistungen (FB1), Ver- und Entsorgung (FB2), Medien, Kunst und Industrie (FB8) sowie Telekommunikation, Informationstechnologie, Datenverarbeitung (FB9) wollen im Zuge der Neustrukturierung von ver.di miteinander fusionieren – in einem schrittweisen Prozess, der im Jahr 2019 beginnen und im Frühjahr 2023 zum Abschluss kommen soll. Grundlage hierfür ist eine Gründungsvereinbarung, die in den vergangenen Monaten in den Gremien der vier Fachbereiche intensiv diskutiert wurde.

Als künftiger Fachbereichsleiter wurde Christoph Schmitz mit großer Zustimmung vom Bundesfachbereichsvorstand Medien, Kunst und Industrie vorgeschlagen. Er ist seit Oktober 2015 Sekretär des ver.di-Bundesvorstands und Leiter der Grundsatzabteilung. Bekannt dürfte Christoph Schmitz vielen als Pressesprecher von ver.di in den Jahren 2009 bis 2015 sein. Auch in den Jahren vor seiner beruflichen Zeit bei ver.di war er als Journalist und Pressesprecher tätig. „Mit ihm haben wir einen sehr qualifizierten Kollegen gewinnen können und ich gratuliere Christoph zu seiner Nominierung“, sagte Frank Werneke, derzeitiger Leiter des Fachbereiches Medien, Kunst und Industrie und stellvertretender ver.di-Vorsitzender. Er hatte zuvor erklärt, im kommenden Jahr nicht erneut für Bundesfachbereichsvorsitz anzutreten.

Im Rahmen der am 4./5. Mai 2019 stattfindenden Bundeskonferenz des Fachbereiches Medien, Kunst und Industrie soll Christoph Schmitz durch Wahl als Bundesfachbereichsleiter und Mitglied des Bundesvorstandes für den Bundeskongress im September 2019 nominiert werden. Mit seiner Wahl auf dem Bundeskongress im September 2019 würde er Frank Werneke in der Funktion als Leiter des Fachbereiches Medien, Kunst und Industrie ablösen. Gemäß der beschlossenen Gründungsvereinbarung wäre Christoph Schmitz dann zunächst jeweils Leiter der vier noch bestehenden Fachbereiche. Ab dem 1. Januar 2022, dem Stichtag für die geplante Fusion, wird er Leiter des gemeinsamen neuen Fachbereiches sein.

Im Juni 2017 hatte der ver.di-Bundesvorstand ein Positionspapier zur Zukunft der Fachbereiche vorgelegt. Danach sollen aus 13 Fachbereichen, die mit der Gründung von ver.di vor 17 Jahren entstanden waren, vier werden. „Die Arbeitswelt hat sich seit ver.di-Gründung stark verändert. Als Folge von Branchenveränderungen und Digitalisierung zeichnen sich schon jetzt weitere Umbrüche ab. Dafür will ver.di gewappnet sein“, berichtete Publik damals. Mit der Schaffung von vier großen Fachbereichen soll eine sinnvolle Flächenpräsenz erreicht werden. Kompetenzen sollen gebündelt und gleichzeitig die absolut wichtige Fachlichkeit gewährleistet werden.

Seit einem Jahr wurde über das Vorhaben in den ver.di-Gremien diskutiert – sehr intensiv auch im Fachbereich Medien, Kunst und Industrie. Bis Ende September 2018 sollen sich alle Fachbereiche in ver.di im Sinne einer Weichenstellung positionieren, um zu klären, wer mit wem künftig zusammengehen will. Die bereits begonnenen Organisationswahlen in Vorbereitung des Bundeskongresses von ver.di im September 2019 finden noch in den bisherigen Strukturen statt. Alle im Fachbereich bestehenden Gremien und Vorstände werden also noch einmal gewählt und bleiben bis zu den dann im Jahr 2022 beginnenden Organisationswahlen im Amt.

Das gilt selbstverständlich auch für die Fachgruppen. Sie werden in dem neuen gemeinsamen Fachbereich unverändert weiterbestehen und eine noch stärkere Bedeutung bekommen. Bei ihnen liegt die Verantwortung für die tarifpolitische Arbeit in den Branchen.

Beginnend mit den gemeinsamen Konferenzen auf der bezirklichen Ebene im Jahr 2022 werden dann die neuen Vorstände gewählt. Die erste Bundesfachbereichskonferenz des fusionierten Fachbereiches wird im Frühjahr 2023 stattfinden.

In der Zwischenzeit werden auf Bundes-, Landes- und später auch der Bezirksebene sogenannte Gründungsvorstände mit Kolleginnen und Kollegen aus allen vier Fachbereichen gebildet. Sie haben die Aufgabe, die gewerkschaftlichen Aktivitäten der beteiligten Fachbereiche zusammenzuführen und alle für die Fusion notwendigen Schritte zu verabreden.

 

 

 

 

 

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