22 Jahre Haft für Iwan Safronow

Der ehemalige russische Journalist Iwan Safronow wurde zu 22 Jahren Straflager verurteilt. Das Foto zeigt ihn vor einer Anhörung im Moskauer Stadtgericht vor zwei Jahren. Foto: EPA-EFE/Yuri Kochetkov

Der russische Journalist Iwan Safronow wurde von einem Gericht in Moskau wegen Hochverrats zu 22 Jahren Haft verurteilt. Er soll unter strengen Auflagen in ein Straflager kommen. Dem ehemaligen Rüstungsreporter der Wirtschaftszeitung „Kommersant“ wird vorgeworfen, militärische Geheimnisse weitergegeben zu haben. Safronows Anhänger*innen und Menschenrechtsorganisationen sind entsetzt. Reporter ohne Grenzen spricht von einem „rachsüchtigen Urteil“.

„Russlands gnadenloser Justizapparat versucht, einen talentierten Journalisten zu vernichten“, sagte RSF-Geschäftsführer Christian Mihr. Seine Anwälte hätten nicht die Möglichkeit gehabt, ihn zu verteidigen, das Urteil sei hinter verschlossenen Türen gefällt worden, so Mihr weiter. „Die Brutalität dieses ungerechten Urteils zeigt aber letztlich nur, wie gut er seine Arbeit gemacht hat.“

Wie die „Tagesschau“ berichtet, bezeichneten selbst staatliche russische Agenturen das Urteil als das härteste der vergangenen Jahre. Safronow sitzt bereits seit zwei Jahren in Untersuchungshaft. Auch nach der Zeit im Straflager sollen seine Freiheiten für zwei Jahre beschränkt bleiben, zudem muss er eine Geldstrafe zahlen.

Vorgeworfen wird Safronow die Offenlegung von militärischen Staatsgeheimnissen. Laut RSF waren die Informationen allerdings schon online verfügbar, als er seine Artikel verfasste. Auch Safronow selbst hatte stets betont, dass er mit öffentlich zugänglichen Quellen gearbeitet habe.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht Russland auf Platz 155 von 180 Staaten. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat sich die Situation für unabhängige Journalist*innen noch mal verschärft.


M-Medienpodcast: Deutsche Welle in Russland verboten

Die Deutsche Welle (DW) ist seit Beginn des Jahres in Russland verboten und wird als „ausländischer Agent“ stigmatisiert. Dennoch können Angebote des deutschen Auslandssenders von allen, die sich unabhängig in russischer Sprache informieren möchten, vor allem im Netz gefunden werden. Und sie erfreuen sich einer wachsenden Nutzerschaft. Über den Einfluss und die Arbeit der DW in der Region und die Schicksale der dortigen DW-Mitarbeiter*innen in Russland und Belarus sprechen wir mit Christian F. Trippe, Leiter der Hauptabteilung Osteuropa der DW. (13.09.2022)

 

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