Getötete Journalisten: Wer zählt wen?

Die Statistik der „Reporter ohne Grenzen“ (ROG) weist 2006 den höchsten Stand an getöteten Medienleuten seit 1994 aus. Insgesamt wurden nach ihrer Zählung 81 Journalistinnen und Journa­listen sowie 32 Medienassistenten wegen ihrer Arbeit getötet. 2005 waren es insgesamt 68 gewesen. Andere Organisationen ermitteln sogar noch höhere Zahlen: So nennt die Internationale Journalistenvereinigung IFJ eine Zahl von 155 getöteten und 22 bei Unfällen ums Leben gekommenen Journalisten.

Das Internationale Institut für Nachrichtensicherheit INSI spricht von 167 bei der Arbeit ums Leben gekommenen Journalisten und Mitarbeitern. In deren Liste taucht beispielsweise auch ein Journalist auf, der während einer Pressekonferenz einem Herzinfarkt erlag.

Die Statistik der „Reporter ohne Grenzen“ (ROG) weist 2006 den höchsten Stand an getöteten Medienleuten seit 1994 aus. Insgesamt wurden nach ihrer Zählung 81 Journalistinnen und Journa­listen sowie 32 Medienassistenten wegen ihrer Arbeit getötet. 2005 waren es insgesamt 68 gewesen. Andere Organisationen ermitteln sogar noch höhere Zahlen: So nennt die Internationale Journalistenvereinigung IFJ eine Zahl von 155 getöteten und 22 bei Unfällen ums Leben gekommenen Journalisten. Das Internationale Institut für Nachrichtensicherheit INSI spricht von 167 bei der Arbeit ums Leben gekommenen Journalisten und Mitarbeitern. In deren Liste taucht beispielsweise auch ein Journalist auf, der während einer Pressekonferenz einem Herzinfarkt erlag.

ROG nimmt Fälle hingegen nur dann in die Statistik auf, wenn nachgewiesen ist, dass die Journalisten getötet wurden – und dass die Tötung in direkter Verbindung mit der journalistischen Arbeit stand. In vielen Fällen ist das unklar. So zählt ROG die in Afghanistan erschossenen Deutsche-Welle-Mitarbeiter Karen Fischer und Christian Struwe derzeit nicht mit, weil die Ermittlungen in Afghanistan bisher keinen deutlichen Hinweis darauf er­geben hätten, dass die Tat mit ihren Recherchen zusammenhing. Die beiden waren in ihrem Zelt 150 Kilometer nördwestlich von Kabul erschossen worden. Für Robert Ménard, den internationalen ROG-Generalsekretär, ist klar: „Der Wettbewerb um die Statistiken schadet letztlich dem Kampf für Pressefreiheit. Es ist nicht sinnvoll, nach der höchsten Zahl zu streben, nur um damit besonderes Medieninteresse zu wecken.“ Wenn ein Journalist wegen eines Nachbarschaftsstreits ermordet werde, wie Prudencio Melendres aus den Philippinen, dann bedrohe diese Tat nicht die Pressefreiheit und sei deshalb auch kein „Fall“ für ROG.
Unabhängig von der Zählweise sind sich aber alle Organisationen einig, dass das vergangene Jahr besonders schlimm war. „Die Zahl der getöteten Journalisten ist dramatisch gestiegen“, erklärt INSI-Direktor Rodney Pinder. Er hofft, dass eine Resolution der Vereinten Nationen vom 23. Dezember für Besserung sorgt. Der UN-Sicherheitsrat fordert darin alle Kriegsparteien auf, Journalis­ten vor Angriffen zu schützen. Medienleute seien immer zivile Ziele. Deshalb sei jeder Angriff auf sie zu verurteilen und jede Verletzung dieses Grundsatzes müsse aufgeklärt werden, heißt es in der von Griechenland eingebrachten und einstimmig verabschiedeten Initiative.

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