Webseite für zensierte Inhalte

Reporter ohne Grenzen hat bereits Ende November eine neue Webseite für zensierte Inhalte freigeschaltet. Auf www.wefightcensorship.org sind Artikel und Videos zugänglich, die in bestimmten Ländern nicht in den Medien auftauchen oder für die ihre Urheber verfolgt werden.

„Wir setzen damit auf den Streusand-Effekt: Je stärker Zensoren versuchen, manche Informationen zu unterdrücken, desto weiter verbreiten sie sich“, erklärt Matthias Spielkamp, Vorstandsmitglied von Reporter ohne Grenzen. Ob Videos über die tödliche Explosion in einem turkmenischen Waffenlager oder Polizeigewalt in Belarus, ob eine Rede des iranischen Revolutionsführers oder eine verbotene Zeitung in Kuba – auf der Website steht, was autoritäre Machthaber lieber verschwiegen hätten. Die Seite ist so gestaltet, dass sie leicht kopiert werden kann. „Wir rufen Internetnutzer in aller Welt auf, die Seite zu spiegeln, damit es möglichst viele Kopien der zensierten Inhalte gibt“, sagt Spielkamp.

Außerdem können Nutzer selbst Inhalte einreichen. Dazu steht auf der Seite ein Formular bereit, das durch sichere Übertragungswege die Identität der Absender schützt. „Diese Seite ist aber kein zweites Wikileaks“, stellt Matthias Spielkamp klar. „Wir veröffentlichen kein Rohmaterial, wir prüfen die eingereichten Informationen und wenn wir Artikel oder Videos online stellen, erklären wir den Zusammenhang, in dem sie aufgetaucht sind und warum sie zensiert wurden.“ Für Journalisten bietet Reporter ohne Grenzen einen passwortgeschützten Zugang zur Beta-Version von www.wefightcensorship.org  an.

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