Rundfunkbeitrag bleibt in den nächsten Jahren stabil

Der Rundfunkbeitrag für ARD, ZDF und Deutschlandradio bleibt stabil und beträgt damit auch im kommenden Jahr 17,50 Euro im Monat. Die Ministerpräsidenten der Länder haben sich bei ihrem Treffen in Rostock dafür ausgesprochen, die von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) vorgeschlagene Senkung um 30 Cent nicht umzusetzen. Die Mehrheit der Länder-Chefs plädierte dafür, mit den Überschüssen eine Rücklage zu bilden, um künftigen notwendigen Kostensteigerungen besser begegnen zu können. ver.di begrüßte die Entscheidung und die damit gewonnene Klarheit über den Rundfunkbeitrag.

„Die Sendeanstalten müssen neue Aufgaben, etwa im Onlinebereich, meistern und stehen bereits jetzt unter großem Kostendruck, der zu Arbeitsverdichtung und Stellenabbau führt.“ Stabile Beitragssätze würden für mehr Planungssicherheit sorgen. „Die Sender müssen gute Arbeitsplätze zu akzeptablen Bedingungen anbieten, um ihrem Auftrag auch künftig gerecht zu werden“, sagte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende, Frank Werneke.

Bis zur nächsten Beitragsperiode ab 2021 soll der Beitrag nach dem Willen der Ministerpräsidenten unverändert bleiben. Lediglich Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt hatten sich in Rostock zunächst für eine neuerliche Beitragssenkung nach 2015 ausgesprochen. Von den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten werden nun konzeptionelle Vorschläge erwartet, wie sie mit den bestehenden Einnahmen auch künftig den Rundauftrag erfüllen können. Zusätzliche Programme solle es nicht geben, erklärten die Länderchefs. Gleichwohl sollen der öffentlich-rechtliche Auftrag in digitalen Zeiten und die Struktur der Sender überprüft werden, um den Weg für Reformen freizumachen.

Ministerpräsidentenkonferenz beschäftigte sich zudem mit der Aufteilung des Rundfunkbeitrags auf ARD, ZDF und Deutschlandradio. Bisher bekommt die ARD 72,05 Prozent des Beitrags, das ZDF 25,18 Prozent und das Deutschlandradio 2,77 Prozent. Einer KEF-Empfehlung nach soll es hier leichte Verschiebungen zugunsten von ZDF und Deutschlandradio geben.

Positiv sieht ver.di-Vize Frank Werneke auch, dass im novellierten und nunmehr bestätigten Rundfunkstaatsvertrag für das Deutschlandradio neue Mitbestimmungsmöglichkeiten für freie Mitarbeiter vorgesehen seien. Dies geht auch auf die Initiative von ver.di zurück. „Es ist ein inakzeptabler Anachronismus, dass den Freien im Bundespersonalvertretungsgesetz keine Mitbestimmungsrechte zugestanden werden, obwohl ihre Arbeit in den Rundfunkanstalten einen immer größeren Stellenwert einnimmt. Hier ist die Bundesregierung in der Pflicht, Abhilfe zu schaffen. Solange es keine bessere Lösung gibt, kann ein Weg über Freienvertretungen führen. Diese gilt es jetzt, beim Deutschlandradio mit den gleichen Rechten auszustatten wie die Personalvertretungen der fest Angestellten“, erklärte Werneke.

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Als deutsche Reporterin im Iran

Die ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa ist zuständig für die Berichterstattung aus der Türkei, dem Iran und Afghanistan. Sie ist eine der wenigen westlichen Journalisten, die im Iran vor Ort ist. Mit M sprach sie über die Proteste im Iran und wie sie darüber berichtet.
mehr »

Kino-Streiks zur Berlinale wirken 

Die Streiks während der Internationalen Filmfestspielen Berlin (Berlinale) haben Bewegung in die Tarifverhandlungen zwischen ver.di und dem Kinobetreiber CineStar gebracht. „Die Verhandlungen heute fanden in einer spürbar konstruktiveren Atmosphäre statt als beim letzten Mal“, so ver.di-Verhandlungsführer Andreas Köhn bei der soeben beendeten zweiten Tarifverhandlungsrunde in Berlin.
mehr »

Berliner Zeitung expandiert nach Osten

Der Verleger Holger Friedrich hat offenbar Sympathien für den Kreml und die AfD. Nun bringt er die Ostdeutsche Allgemeine als „Leitmedium“ für Ostdeutschland auf den Markt. Was tut der Konkurrent Madsack, an dem die SPD beteiligt ist? Er kooperiert mit Friedrich. In der Branche gibt es Erstaunen.
mehr »

Der SR lässt sich checken

Die öffentlich-rechtlichen Sender stehen unter Spar- und Reformdruck. Die Politik verlangt den Abbau von Mehrfachstrukturen und eine Profilierung des Programmauftrags. Die meisten Anstalten sind bereits im Umbau. Angesichts dieser Herausforderungen lässt der Saarländische Rundfunk (SR) derzeit seine Organisationsstrukturen von externen Beratern überprüfen.
mehr »