Schon entdeckt? Der Schlepper

17 Jahre existiert der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein (FRSH), seit elf Jahren leistet der Verein sich ein Quartalsmagazin, das den Namen „Der Schlepper“ trägt und sich in Wort und beeindruckenden Schwarz-Weiß-Bildern für die Belange von Asylsuchenden wie Migranten einsetzt.

Die Hefte in DIN-A4-Format genießen dabei einen guten Ruf, zeichnen sich durch profunde Länderkenntnisse rund um den Globus aus, weil auch viel mit Organisationen wie Pro Asyl oder Amnesty International zusammengearbeitet wird. Unter Lesern wie Autoren befinden sich Minister, Bundestagsabgeordnete, Fraktionsvorsitzende und Flüchtlingsbeauftragte. Das Magazin ist Lektüre für Anwälte, Sozialarbeiter, Pastoren und Behördenvertreter. Alle öffentlichen Büchereien des Landes erhalten das Heft.
Was anfangs nur als Mitgliederzeitung konzipiert war, entwickelte sich zu einem bundesweit geschätzten Mitteilungsblatt in Flüchtlingsfragen. Mit Themen wie Bleiberecht, Integrationspolitik, Zuwanderungsgesetz, Abschiebung, Fluchttragödien und immer wieder Berichten aus Herkunftsländern Asiens, Afrikas, Süd- bzw. Mittelamerikas klärt die Periodika auf und liefert dazu einen Serviceteil mit Literaturtipps, Veranstaltungen, Ansprechpersonen, Beratungsadressen und bedeutsamer Rechtssprechung. „Zu besonderen Themen und Anlässen erscheinen auch Sonderausgaben. Wir legen Wert darauf, dass der Schlepper kein elitäres Blatt voller Fachchinesisch ist“, betont Martin Link, der für die Ausgaben presserechtlich verantwortlich zeichnet und beim Flüchtlingsrat als Geschäftsführer agiert. An Themen und Inhalten mangele es nie, versichert Link. Inzwischen sind 45 Hefte erschienen – einige als Doppelnummern. Die Auflage bewegt sich meist bei knapp 2000 Exemplaren, bei Sonderthemen auch darüber.
Seit dem ersten Erscheinen hat es noch nie Ärger um eine Veröffentlichung gegeben. „Unsere Statements sind in offiziellen Kreisen zwar nicht immer beliebt, aber durch gute Recherche und Quellen oder aufgrund ausgewogener Stellungnahmen sind wir bei aller Parteilichkeit unangreifbar“, schildert Link. Die Seriosität des Organs zeigt sich auch darin, dass die renommierte Le Monde Diplomatique aus Frankreich eine Verlinkung zur FRSH-Publikation anzeigt. Das erfüllt die in Kiel sitzenden Verantwortlichen durchaus mit Stolz, auch wenn sie gerne noch andere Wünsche realisieren würden, aber aus finanziellen Gründen nicht können. „Es ist eigentlich ein Manko, dass wir nur in deutscher Sprache erscheinen“, sagt Martin Link.
„Der Schlepper“ ist auch online zu lesen. Einzelne Seiten können als pdf-Datei heruntergeladen werden. Bleibt noch über den Magazinnamen aufzuklären: Schleswig-Holstein liegt bekanntlich am Meer. Fremde Schiffe können mit der Hilfe von Schleppern erfolgreich und sicher in Häfen gelotst werden. Auch vor Krieg, politischer Verfolgung und erbarmungsloser Not geflüchtete Menschen sind auf der Suche nach einem sicheren Hafen und schützendem Geleit. Hilfestellung leisten da der FRSH und sein Magazin. www.frsh.de/schlepp.htm

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