Unverständlich und unzumutbar

Die IG Medien in Ver.di Baden-Württemberg versteht – so Gerhard Manthey – die Krokodilstränen der Stuttgarter Gemeinderäte und der Freien Produzenten nicht, die forderten, dass der SWR seine Produktionen an sie vergeben müsse. Ein öffentlich-rechtlicher Sender ist zuerst einmal dazu da, seine Produktionen selbst zu fertigen, und nach öffentlich-rechtlichen Qualitätsnormen zu produzieren und dafür zu sorgen, dass die Arbeitsplätze im Sender gesichert sind und zukünftig auch werden. Produktionen auszulagern und Festangestellte und Freie aufzufordern, dort unter anderen und schlechteren Konditionen zu arbeiten, ist unzumutbar und wird von der Gewerkschaft auch nicht hingenommen. Es wäre unverständlich, im Sender Arbeitsplätze zu vernichten, um freie Produzenten am Leben zu erhalten.

Nur bei den eigenproduzierten Werken kann nach Auffassung der Gewerkschaft die Qualität garantiert werden, die im Sender bisher gefordert und realisiert wurde. Und: Die Rundfunkgebühren sind nicht dazu da , Start-ups oder die freien Produzenten zu ernähren, zumal diese in der Regel auch noch schlechtere Honorare an ihre freien MitarbeiterInnen zahlen, bei den ARD-Sendern aber höhere Kosten abrechnen.

Der wichtigste Punkt ist, dass es absurd ist, die Programm-Kompetenz aus dem SWR in die Maran verlagern zu wollen. Unter den Festangestellten ist niemand bereit, die „Auslagerung“ mitzumachen. Der Protest ist unter den Beschäftigten einhellig. Zumal bessere Alternativen im Sender entwickelt worden sind. Warum wurden diese den Gremien nicht vorgelegt? Die CDU hat sich formiert und will mit dem Intendanten ihre fragwürdigen Medienstandortpläne durchziehen. Auf Kosten des SWR. Und dessen Geschäftsleitung spielt leider mit. Die IG Medien jedenfalls hält diese Pläne mit dem SWR-Programmauftrag nicht vereinbar. Sie wird rechtliche Schritte prüfen, und – sollten diese positiv verlaufen – die zuständigen Gremien zur Klage ermuntern.

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