Von Altena bis Zossen:

Mikrofilmarchiv sichert Tageszeitungen nach 1945

Tageszeitungen sind unverzichtbare Quellen zur Bearbeitung vieler lokalgeschichtlicher Fragestellungen: Alle öffentlichen Debatten schlagen sich im redaktionellen Teil nieder, auch Anzeigen spiegeln das Wirtschaftsleben aufschlussreich wider.

Die Bemühungen von Bibliotheken und Archiven, komplette Zeitungssätze für den heutigen aber auch zukünftigen Benutzer zur Verfügung zu stellen, scheiterten immer wieder an Papierqualität, Formatgröße und Häufigkeit der Anforderungen. Eine Lösung des Problems ist die Übertragung auf ein dauerhaftes Medium. Dies ist der 35-mm-Rollfilm, der – nach Aussagen der Industrie – 500 Jahre lagerfähig ist. Zudem ist er preisgünstig, und künftig wird auch das Scannen direkt vom Mikrofilm möglich sein.

Die Interessen von Bibliotheken und Archiven bei der Zeitungsverfilmung werden seit 1965 durch das Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse organisiert. 1998 verabredeten das Mikrofilmarchiv und die Deutsche Bibliothek (Frankfurt/ M.), für zunächst fünf Jahre die Verfilmung von Zeitungen seit 1945/49 zu fördern. Die meisten anderen Förderprogramme beschränken sich auf historische Titel vor dieser Zeit. Inzwischen liegen die ersten neuen Verfilmungen von Nachkriegszeitungen für rund 110 Städte vor, teilweise reicht die Verfilmung bis in die 70er Jahre. Das Mikrofilmarchiv ist dem Dortmunder Institut für Zeitungsforschung unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Bohrmann angegliedert. Es ist unter Telefon (0231) 50-2 32 49, e-mail: MFA@stadtdo.de, zu erreichen.

Hier ist eine Auswahl der Orte, deren Nachkriegszeitungen bereits erfasst wurden: Altena – Aschaffenburg – Augsburg – Balve – Bad Hersfeld – Bergisch Gladbach – Berlin – Bielefeld – Bochum – Bödefeld – Darmstadt – Detmold – Duisburg – Düsseldorf – Emden – Eschwege – Essen – Flensburg – Frankfurt/M. – Gevelsberg – Gummersbach – Hagen – Halle/Westf. – Halver – Hamburg – Hameln – Heide – Heilbronn – Herne/ Wanne-Eickel – Holzminden – Ibbenbüren – Lippstadt – Marburg – Menden – München – Münsingen – Münster – Nürnberg – Oberhausen – Oelde – Osnabrück – Passau – Plettenberg – Recklinghausen – Regensburg – Remscheid – Rosenheim – Saarbrücken – Schweinfurt – Schwelm – Schwerin – Siegen – Soest – Solingen – Stade – Stuttgart – Ulm – Unna – Velbert – Viersen – Werdohl – Wesel – Witten – Wuppertal – Würzburg – Zossen.

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Kulturförderung unter rechten Bedingungen

Die Kritik an Kulturstaatsminister Wolfram Weimer reißt auch auf der Leipziger Buchmesse nicht ab. Zum Festakt gab es „Rote Karten“ vom Börsenverein, Buhrufe und vor der Tür eine Demo zu „Gegen Zensur & Autoritarismus“. Auch der Verband deutscher Schriftsteller*innen (VS in ver.di) hinterfragt Weimers Vorgehen in der Kulturförderung.
mehr »

Neues KI-Tool zur Medienaufsicht

Seit 2022 nutzen alle Landesmedienanstalten bei der Aufsicht KI, um im Internet nach rechtswidrigen Inhalten zu suchen, etwa nach Hassrede, Gewaltdarstellungen oder frei zugänglicher Pornografie. Im Juni 2025 kündigten die Bundesländer an, dafür eine klare Rechtsgrundlage zu schaffen.
mehr »

ver.di fordert Schutzkodex im ÖRR

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert von ARD, ZDF und Deutschlandradio den Schutz von Journalist*innen einen entscheidenden Schritt voranzubringen: Bisher hat sich noch keine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt dem Schutzkodex angeschlossen. In vielen anderen Medienhäusern gelten die Regelungen des „Schutzkodex“ für Medienschaffende allerdings längst.
mehr »

RBB: Zweifel bei „Zusammenarbeit“

„Neue Zusammenarbeit“ – so heißt beim RBB das aktuell größte Umbauprojekt. Es soll die Rahmenbedingungen für die journalistische Arbeit verbessern. Dazu gehört eine Umstrukturierung und Verkleinerung der zweiten Führungsebene, der unterhalb des Direktoriums. Vorgesehen sind nur noch acht statt bisher zwölf Positionen. Sie wurden öffentlich ausgeschrieben und sollen bis Anfang April besetzt werden. Doch vom RBB-Personalrat kommt Kritik.
mehr »