Erdl-Verlag übernommen

Der traditionsreiche Erdl-Verlag in Trostberg wird von der Neue Presseverlags GmbH (Passauer Verlagsgruppe / PNP) übernommen. Im Verlag erscheinen die beiden Zeitungstitel Trostberger Tagblatt und Traunreuter Anzeiger (Auflage insgesamt rund 18.000) sowie die Wochenzeitung Altbayerische Heimatpost (Auflage ca. 16.000). In Presseberichten wird ein Kaufpreis von 15 bis 20 Millionen Euro kolportiert.
Der Erdl Verlag beschäftigt rund 45 Kolleginnen und Kollegen, davon 10 in der (Voll-)Redaktion, wovon ein Vertrag plus eine Praktikantenstelle befristet sind. Hinzu kommen noch eine unbekannte Zahl Zeitungszusteller/innen sowie rund 100 Freie und Berichterstatter für die Redaktion. Mit der PNP bestehen bereits Geschäftsbeziehungen. Seit der Insolvenz der eigenen Druckerei 2007 lässt Erdl die Zeitungen in Passau drucken. Beide Verlage halten zudem jeweils 50 Prozent an der Südostbayerischen Rundschau in Tittmoning. Unter dem Dach eines großen Zeitungshauses gebe es die Chance, „die Herausforderungen der Zukunft besser zu bestehen“, erklärte Erdl-Geschäftsführer Heinz Alt. Er zitierte ferner PNP-Verlegerin Simone Tucci-Diekmann mit der Aussage, dass sich in Trostberg nichts ändern werde. Gleichwohl seien Einsparungen „langfristig erwünscht“, so Alt.
Strategisch passt die Übernahme den Passauern gut ins Konzept. Zum einen schließt sich das Verbreitungsgebiet der Trostberger unmittelbar an, zum anderen tut der kleine Auflagenschub (rund 18.000 Exemplare) der Gesamtauflage der PNP gut, die zurzeit bei rund 164.000 Exemplaren liegt. Mit der Übernahme setzt sich die PNP im Chiemgau und im Rupertiwinkel fest. Noch stehen der kompletten Abdeckung vom Bayerischen Wald bis zum Salzburger Land zwei Biotope im Weg, die im Anzeigen- und Redaktionsbereich kooperieren: In Bad Reichenhall produziert und druckt wacker das Reichenhaller Tagblatt (BGL Medien/ Wiedemann). Der Mantel kommt vom Kooperationspartner Traunsteiner Tagblatt (Miller).
www.dju-bayern.de

 

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Berichten wo es ungemütlich ist

In autoritär regierten Staaten geraten auch ausländische Medienschaffende zunehmend unter Druck: Einreiseverbote, die Verweigerung von Visa und andere Repressionen erschweren die Arbeit von Korrespondent*innen. In vielen Fällen bleibt ihnen nur noch die Berichterstattung aus dem Ausland ohne direkten Zugang zum Land selbst.
mehr »

Lobbylandkarte: Big Tech mischt mit

Es sind Karten wie die des Zentrums für Digitalrechte und Demokratie mit dem Titel „Big Tech Lobbylandkarte Deutschland“, die das Bewusstsein dafür ändern können, wie stark Big-Tech-Konzerne in Deutschland tatsächlich längst verankert ist und bis wohin ihr langer Arm reicht.
mehr »

VG Wort: Erlös gesunken

Der Erlös der Verwertungsgesellschaft Wort ist nach eigenen Aussagen gesunken. Im Jahr 2025 hat die VG Wort demnach 150,62 Millionen Euro aus Urheberrechten eingenommen. Im Vorjahr waren es 165,64 Millionen Euro. Aus dem Geschäftsbericht der VG Wort geht hervor, dass weiterhin die Geräte-, und Speichermedienvergütung der wichtigste Einnahmebereich ist.
mehr »

Springer baut Stellen in Polen ab

Der Europäische Journalistenverband (EFJ) fordert gemeinsam mit der dju in ver.di und den Journalistenverbänden aus Polen und der Schweiz den deutschen Springer-Konzern und den Schweizer Verlag Ringier auf, ihre Pläne zum Stellenabbau bei ihrem polnischen Gemeinschaftsunternehmen Ringier Axel Springer Polska (RASP) aufzugeben.
mehr »