Streaming-Wachstum schwächt sich ab

Quartalsberichte Medien

Bildgrafik: Petra Dressler

Die Mediennutzung in Deutschland hat 2022 erstmals leicht abgenommen. Die Zeitungsverlage steigern ihre Digitalumsätze, können aber die Printverluste nicht ausgleichen. Bei den Zeitschriften gilt das gleiche, zudem sind etliche kleinere Titel eingestellt worden. Der Buchhandelsumsatz ist gesunken, die Filiallandschaft ist von Zentralisation geprägt. Bei audiovisuellen Medien geht der Trend weiter vom linearen Programm zum Streaming. Allerdings zeigen sich Ermüdungserscheinungen: Das Wachstum schwächt sich ab, werbefinanzierte Angebote kommen in Mode. Die Statistik für die Filmproduktion zeigt eine abnehmende Vielfalt bei den Unternehmen.

Das Wachstum der globalen Digitalkonzerne ist ins Stocken geraten, heißt es in den Berichten zur Medienwirtschaft für das 4. Quartal 2022. Bertelsmann muss strategische Rückschläge verkraften, erzielte aber ein deutliches Wachstum. Sein Pressegeschäft (Ex-Gruner+Jahr) scheint zum Verkauf zu stehen. Bei ProSiebenSat.1 stellt der Berlusconi-Konzern MFE unverhüllt Machtansprüche. Bei Axel Springer wird wieder einmal umstrukturiert und es wird Entlassungen geben. Holtzbrinck hat einen neuen Chef und freut sich über ein deutliches Umsatzwachstum. Auch die SWMH hat die Verlustzone verlassen und wirtschaftet wieder profitabel. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten stehen nach dem Skandal beim RBB unter starkem Beschuss.

Zwischen Oktober und Dezember 2022 sind mindestens 36 Fälle von Übernahmen, Beteiligungen und Gemeinschaftsfirmen mit deutschen Medienunternehmen bekannt geworden. Zu den herausragenden Deals gehörten die Übernahme des „Zollern Alb Kuriers“ durch Schwäbisch Media, von Sony Pictures Film durch Banijay sowie die beiden Neuerwerbungen (Beetz, Toon2Tango) durch Leonine.


Mehr Lesen zum Thema: Streaming-Anbieter setzen auf Werbung – M – Menschen Machen Medien (ver.di) (verdi.de)

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Faire Honorare für Filmvermittlung

Die AG Filmvermittlung legt erstmals einen Honorarrahmen für freischaffende Filmvermittler*innen vor und macht damit auch auf die prekäre Erwerbssituation in der Branche aufmerksam. Für die Honorare zieht der Verein den Basishonorarrechner Kultur von ver.di heran.
mehr »

ver.di übt Kritik an ZDF-Intendant

Der Vorgang der Ausladung der Musiker Igor Levit und Danger Dan aus der 100. Ausgabe des Satire-Magazins „Die Anstalt“ (Sendetermin am 21. Juli 2026) wirft große Wellen. Der Auftritt wurde durch eine kurzfristige Entscheidung des ZDF-Intendanten Norbert Himmler verhindert. Daran übt auch der ver.di-Bundesvorstand starke Kritik.
mehr »

Politische Ausladung: ZDF sagt Auftritt ab

Ein neues Lied von Igor Levit und Danger Dan heißt "Keine Angst" und erscheint zum 17. Juli 2026. Es handelt vom möglichen Widerstand gegen eine zunehmende politische und gesellschaftliche Faschisisierung, wie sie weltweit und auch in Deutschland zu beobachten ist. Ein Auftritt der Künstler mit dem Song sollte ebenfalls für die 100. Sendung von "Die Anstalt" aufgezeichnet werden, die am 21. Juli 2026 erscheint. Dann lud das ZDF Danger Dan und Igor Levit kurzfristig aus.
mehr »

RSF: Kritik an Reform der Nachrichtendienste

Die Bundesregierung möchte dem Bundesnachrichtendienst (BND) und dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) deutlich mehr Befugnisse einräumen, das hat sie am 14. Juli 2026 in einer 700-seitigen Stellungnahme dargelegt. Der Schutz von Journalist*innen und ihren Quellen wird darin systematisch abgebaut, kritisiert Reporter ohne Grenzen (RSF). Und das ist nur ein Kritikpunkt an der Reform, die an anderer Stelle als "unanständig" kritisiert wurde.
mehr »