WAZ zieht Reporter aus Stadteilen zurück

Firmensitz der Funkegruppe in Essen. Foto: Udo Milbret

Bei Funke wird weiter gespart: Der Essener Medienkonzern hat jetzt die gemeinschaftliche Stadtteilredaktion der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) und der Neuen Ruhr Zeitung (NRZ) in Duisburg-Nord geschlossen. Kritische Beobachter im Verlag fragen sich, ob bald weitere Schließungen folgen. Im Verbreitungsgebiet der WAZ, der „größten Regionalzeitung“ Deutschlands, auf rund 4.450 Quadratkilometer arbeiten zahlreiche Lokal-, vornehmlich in den Reviermetropolen des Ruhrgebietes auch Stadtteilredaktionen.


Die WAZ „berichtet lesernah“, in der Zeitung „findet die Stadt statt“, heißt es in der Eigenwerbung. Auf die jetzige Schließung angesprochen, antwortete der Pressesprecher des Funke-Konzerns Tobias Korenke: „Es gibt Überlegungen, sich in Duisburg von Mietobjekten zu trennen. Das würde bedeuten, dass die für die jeweiligen Stadtteile verantwortlichen Reporter in der Hauptredaktion ‚stationiert‘ sind, aber mobil von vor Ort berichten. Mit Entlassungen wäre ein solcher Schritt nicht verbunden. Aber, wie gesagt, es handelt sich bisher nur um Überlegungen.“ Diese „Überlegungen“ sind in einem Fall bereits Realität. Auch wenn es zunächst nur um „Mietobjekte“ ginge, verliert die Zeitung weiter an Präsenz. Von den Lesern wurde gerade die direkte Anwesenheit in den Stadtvierteln als Vorteil bei der Berichterstattung geschätzt. Auch die Lokalsportredaktionen könnten in Essen zentral zusammengefasst werden. Auf eine entsprechende M-Anfrage gab es von Funke noch keine Auskunft.

nach oben

Weitere aktuelle Beiträge

Programmreform im DLF: Freie wehren sich

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert den Umgang mit freien Programmschaffenden im Zuge der Programmreform im Deutschlandfunk, die ab Dezember 2026 das Sendeschema des bundesweiten Radiokanals grundlegend verändern wird. In einem ver.di vorliegenden, von mehr als 550 Mitarbeitenden des Deutschlandfunks namentlich unterzeichneten Offenen Brief wehren sich die Freien.
mehr »

Schrittmacher für den Lokaljournalismus

Im Lokalen schlägt das Herz des Journalismus, hier ist er für die Menschen besonders gut erlebbar.“ So Netzwerk Recherche, das Lokaljournalist*innen mit einem Fellowship Lokale Recherche und einem Support Desk unterstützt, da sie unter wachsendem Druck Demokratie und mediale Glaubwürdigkeit verteidigen müssen.
mehr »

Sorgerechts-Drama bei der ARD

Mit einem zweiteiligen Fernsehfilm zum Thema Sorgerecht will die ARD ein Tabu brechen. Doch das Projekt verzögert sich – und ist bereits vor dem Dreh heftig umstritten. Es ist bereits die zweite Produktion zum Thema.
mehr »

Streamingdienste brauchen Standards

Anlässlich der heutigen Bundestagsanhörung zum Regierungsentwurf zum Mediendienste-Investitionsverpflichtungs-Gesetz (MedienInvestVG) und zur Situation der Filmbranche bekräftigt ver.di ihre Forderung zur Nachbesserung des Gesetzes zur stärkeren Berücksichtigung guter Arbeitsbedingungen in Filmproduktionen.
mehr »