Zeitungsmarkt in Hessen neu aufgeteilt

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Die beiden in Hessen dominierenden Zeitungsgruppen wollen sich den Markt der Tageszeitungen und Anzeigenblätter neu aufteilen. Der Medienkonzern VRM (Mainz) plant den „Usinger Anzeiger“ sowie weitere Blätter in der Region Wetterau/Vogelsberg an die Ippen-Gruppe zu verkaufen. Im Gegenzug will die VRM nach vorliegenden Informationen von der Ippen-Gruppe das „Rüsselsheimer Echo“ sowie die „Nassauische Neue Presse“ in Limburg übernehmen. Für ver.di ein beispielloses „Tauschgeschäft zur Aufteilung des Zeitungsmarktes in Hessen“.

„Hier sollen Traditionsblätter und ihre Belegschaften hin- und hergeschoben werden, um die Marktmacht der beiden großen Medienhäuser weiter auszubauen“, sagte Ellen Sandrock-Becker vom ver.di-Fachbereich Medien in Hessen. Darüber könne auch nicht die in bester Managersprache gelieferte Begründung für den Deal hinwegtäuschen. Die VRM hatte gestern mitgeteilt, bei den in den Regionen Gießen, Usingen, Wetterau und Vogelsberg erscheinenden Zeitungen und Anzeigenblättern sehe man aus Konzernsicht „nicht mehr die erforderlichen Synergie- und Transformationspotentiale“.

Aus Sicht von ver.di ist nicht auszuschließen, dass aus der Marktaufteilung eine „Marktbereinigung“ werden könnte. In Gießen gibt die Ippen-Gruppe über ihre hessische Zeitungsholding bereits die „Gießener Allgemeine“ heraus. Werden die Pläne umgesetzt, gehört bald auch das bisherige Konkurrenzprodukt „Gießener Anzeiger“ zum Einflussbereich der Verlagsgruppe. Der „Gießener Anzeiger“ soll von der Mittelhessischen Druck- und Verlagsgesellschaft mbH gekauft werden. Sie ist laut einer Veröffentlichung der „Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich“ Gesellschafterin der ZHH und soll dort über 20 Prozent der Anteile verfügen, die Ippen-Gruppe über verschachtelte Beteiligungen 80 Prozent.*

Zur Ippen-Gruppe gehören in Hessen bereits die „Frankfurter Neue Presse“, die „Frankfurter Rundschau“, die „Offenbach-Post“, der „Hanauer Anzeiger“, die „Gießener Allgemeine“, die „Hessische/Niedersächsische Allgemeine“, die „Hersfelder Zeitung“, die „Werra-Rundschau“, die „Waldeckische Landeszeitung“ sowie zahlreiche Anzeigenblätter und mehrere Druckereien.

Die VRM beherrscht den Zeitungsmarkt in Südhessen („Darmstädter Echo“), in Wiesbaden („Wiesbadener Kurier“) und in Wetzlar („Wetzlarer Neue Zeitung“). Neben den weiteren jetzt zum Tausch stehenden mittelhessischen Zeitungen gibt die VRM noch zahlreiche Tageszeitungen und Anzeigenblätter in Rheinland-Pfalz heraus.

*Korrektur und Ergänzung am 25.08.2021

 

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